‚Your sneak preview of the future‘ ist der Slogan von Innovation Origins und darum geht es auch in der Kolumne Start-up of the Week. In den letzten Tagen wurden fünf Start-ups des Tages vorgestellt und am Samstag wählen wir einen Wochensieger.

Innovation Origins präsentiert an jedem Arbeitstag ein Start-up of the Day

Wir betrachten verschiedene Themen wie Nachhaltigkeit, Entwicklungsphase, praktische Anwendung, Einfachheit, Originalität und die Übereinstimmung mit den Zielen der UNESCO für nachhaltige Entwicklung. Am Ende wird das Start-up of the Week bekanntgegeben.

Mimo macht das Programmieren zum Kinderspiel

Die vielleicht größte Hemmschwelle, um mit dem Programmieren zu beginnen, ist eher der technische Kram. Eine langwierige Lernmethode mit technischen Sequenzen und abstrakten Erklärungen ist normalerweise nicht die bevorzugte Methode für Kinder – und Erwachsene – um eine neue Fertigkeit zu erlernen. Die Menschen greifen natürlich eher zu ihrem Smartphone als zu einem Computerbuch. Es passt nicht zusammen: das Erlernen einer digitalen Fertigkeit mit einem staubigen analogen Medium.

Aber was wäre, wenn man das Programmieren Schritt für Schritt mit einer App lernen könnte, die es zu einem anspruchsvollen Spiel macht? Dies ist der Ansatz der österreichischen App Mimo. Stellen Sie es sich als den Sprachlehrer in der App-Form Duolingo vor, aber mit Programmiersprachen. Die App steht für jedermann kostenlos zum Download bereit. Sehr nützlich für Menschen, die ihre durch das Coronavirus entstandene zusätzliche Freizeit nutzen wollen, um eine neue Fähigkeit zu erlernen.

Roboter, die sich nicht wie Roboter verhalten

Das stereotype Bild eines Roboters ist seit dem letzten Jahrhundert mehr oder weniger gleich geblieben. Ob es Robin aus Bassie und Adriaan, Arnold Schwarzenegger aus dem Terminator oder C3PO aus Star Wars ist, wirklich menschlich wirken sie nicht. Ihre motorischen Fähigkeiten gleichen denen eines … Roboters. Dennoch, wir sind einige Jahrzehnte weiter gekommen in der technologischen Entwicklung. Die Robotik ist keineswegs stehen geblieben.

Das Schwedische Start-up Furhat Robotics entwickelt so genannte soziale Roboter, die auch sehr komplexe Gesichtsausdrücke von Menschen beherrschen. Langfristig werden solche Roboter die Arbeit verrichten müssen, die Menschen nicht mehr machen wollen. Wie sieht der Furhat-Roboter aus? Dies entscheidet der Benutzer. Die Gesichter können nach den jeweiligen Vorlieben auf die gewünschte Persönlichkeit, das Geschlecht, das Alter oder die Hautfarbe eingestellt werden.

Vom Abfallkeller zum Energieerzeuger

Um die Welt nachhaltiger zu machen, müssen eigentlich zwei wichtige Dinge geschehen: Wir müssen unseren Abfall besser recyceln und bei der Energiegewinnung unabhängig von fossilen Brennstoffen werden. In dieser Hinsicht schlägt das deutsche Start-up Autonome Energiesysteme zwei Fliegen mit einer Klappe. Sie entwickelten ein Mikrokraftwerk, das Restmüll im Keller des eigenen Gebäudes in Strom umwandelt.

Diese Art der Energieerzeugung ist für Haushalte nicht geeignet, aber für Unternehmen mit einem kontinuierlichen Strom an Abfall und Energiebedarf, wie Krankenhäuser, Altenheime, Restaurants und Hotels, kann die Technologie sehr interessant sein. Diese kleine Kreislaufwirtschaft spart sowohl Stromkosten als auch Kosten für die Müllentsorgung.

UV-Smart – Der Geschirrspüler für medizinische Geräte

Als der ungarische Arzt Ignaz Semmelweis im 19. Jahrhundert die Theorie aufstellte, dass Komplikationen bei medizinischen Eingriffen mit mangelnder Hygiene zusammenhängen, wurde er zunächst als verrückt bezeichnet. Inzwischen wissen wir, was Bakterien sind und was sie Böses verursachen können. Deshalb spielt optimale Hygiene in jedem Krankenhaus eine grundlegende Rolle.

Die Reinigung medizinischer Geräte ist eine recht spezialisierte und präzise Arbeit. Sie kann auch maschinell durchgeführt werden. Der UV-Geschirrspüler des niederländischen Start-ups UV-Smart verwendet sehr starke Strahlung, um sicherzustellen, dass jegliche Rest-DNA von Mikroorganismen zerstört wird. Klingt gefährlich, aber glücklicherweise ist diese Maschine geschlossen, so dass sie für die Zellen der Person, die sie bedient, nicht schädlich ist. Der UV-Smart ist mobil und kann ohne zusätzliche Schulung innerhalb einer Minute Endoskopen und Operationsmasken die benötigte Dosis desinfizierenden UV-Lichts verabreichen.

CC Diagnostics – Selbsttest für Gebärmutterhalskrebs

Obwohl das vom diensthabenden Redakteur als Mann natürlich schwer einzuschätzen ist, kann er sich sehr wohl vorstellen, dass es für Frauen nicht sehr angenehm ist, in einer Arztpraxis für eine intime Untersuchung vorstellig zu werden.

Dies ist aber bei Untersuchungen auf Gebärmutterhalskrebs notwendig. Die Erkrankung ist gut behandelbar, wenn sie zeitg erkannt wird. Am besten lässt sich dieser Krebs, der durch ein Virus verursacht wird, in einem frühen Stadium durch Abstriche und Biopsien aufspüren. Aber das sind recht zeitaufwändige und schmerzhafte Prozeduren. Dass dies viel schneller und ohne lästige Krankenhauseinweisung gehen müsste, dachte sich das niederländische Start-up CC Diagnostics.

Der von ihnen konzipierte Test erfordert wenig Aufwand, keinen Termin beim Frauenarzt und macht Schluss mit dem Leiden, das man Abstrich nennt. Der Test hört auf den Namen Methica und soll schließlich den PAP-Test ersetzen, der derzeit von der niederländischen Regierung für das Bevölkerungsscreening verwendet wird. Gegenwärtig zeigt die enttäuschende Teilnehmerzahl, dass die Schwelle für Frauen, sich daran zu beteiligen, noch recht hoch ist.

Dabei ist es buchstäblich lebenswichtig, dass die Frauen sich testen lassen. Innovation muss nicht unbedingt eine bahnbrechende neue Technologie sein; manchmal liegt das Genie darin, eine bestehende Idee einfacher zu machen. Steve Jobs bewies dies zum Beispiel mit dem iPhone; keine bahnbrechende neue Technologie, aber er machte das Mobiltelefon zugänglicher. Wird die CC-Diagnostik auch eine solche Revolution herbeiführen? Wahrscheinlich nicht im gleichen Maßstab, aber das Prinzip ist dasselbe. Ein Problem lösen, indem man mit dem Nutzer mitdenkt. Solche praktischen Lösungen machen uns immer sehr glücklich. Start-up of the Week! Ohne jeden Zweifel! Herzlichen Glückwunsch.

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