Innovation Origins (IO) will seinen Einfluss in den Vereinigten Staaten durch eine Partnerschaft mit Scroll ausbauen. Die englischsprachige Website von IO (die zusätzlich zur niederländischen und deutschen Version betrieben wird) konnte in den letzten Monaten bereits ein stark wachsendes Interesse aus den USA verzeichnen; Scroll soll eine weitere Expansion fördern. Nach einer Pilotphase von zwei Jahren ging Scroll Ende Januar offiziell mit einem Dienst in Betrieb, der werbefreien Journalismus zu einer Abonnementgebühr von 5 Dollar pro Monat anbietet.

USA Today, Slate, The Atlantic und Buzzfeed gehören zu den mehr als 30 Marken, mit denen Scroll zusammenarbeitet. Innovation Origins ist das erste nicht-amerikanische Medium, das als Partner aufgenommen wurde. „Und wir sind ziemlich stolz darauf“, sagt Bart Brouwers, Mitbegründer und CEO von IO. „Nicht, weil wir jede Menge neue Umsätze erwarten, sondern viel mehr, weil das ein neuer Beweis für unsere substanzielle Bedeutung für ein amerikanisches Publikum ist.“

Innovation Origins wurde vor fünf Jahren als Plattform für die Geschichte von Innovationen der Stadt Eindhoven gegründet. Vor zwei Jahren machte IO den Sprung nach Europa, mit einer Niederlassung in München und eigenen Reportern in neun europäischen Ländern. Brouwers: „Für uns war dies der logische Schritt, um einen lokalen Akteur zu einer Plattform zu machen, die sich auf die Geschichte von Innovation spezialisiert hat, egal woher sie kommt. Unser Fokus liegt nach wie vor auf den Menschen und Organisationen, die an der Lösung der Probleme von heute und morgen beteiligt sind. So wollen wir unserem Publikum einen Eindruck davon vermitteln, wie unsere Welt in einigen Jahren aussehen könnte. Ihre Vorschau auf die Zukunft ist nicht ohne Grund unser Slogan.“

Mit der Expansion nach Europa und der Aufnahme von Apple News als Publikationsplattform in den wichtigsten englischsprachigen Ländern hat die englischsprachige Website für Innovation Origins immer mehr an Bedeutung gewonnen. Seit Ende letzten Jahres kommen die verhältnismäßig meisten Leser aus den USA: mehr als vierzig Prozent der Reichweite von IO kommen nun aus Amerika. An zweiter Stelle stehen die Niederlande, gefolgt von Deutschland und Indien. „Es war keine Strategie, dass ein so großer Teil unserer Reichweite aus Amerika kommt“, sagt Brouwers. „Aber jetzt, nachdem sie so sehr gewachsen ist, wollen wir natürlich etwas damit machen. Nicht so sehr bezüglich unseres journalistischen Fokus, denn ich denke, es ist genau dieser europäische Fokus, der uns für die Amerikaner attraktiv macht, sondern in unserer Geschäftsstrategie. Die Partnerschaft mit Scroll ist das erste Ergebnis davon, aber sicher nicht das letzte.“

Scroll, eine Initiative des ehemaligen CEO von Chartbeat, Tony Haile, erhielt zu Beginn des letzten Monats in den USA viel Aufmerksamkeit. Haile’s Motto: „Wir wollten uns überlegen, wie das Internet aussehen würde, wenn es keine Werbung gäbe.“ In gewisser Weise kann seine Initiative mit dem niederländischen Blendle verglichen werden, das ebenfalls einen bezahlten Zugang zu Nachrichtenmedien bietet. Der große Unterschied besteht darin, dass Blendle sich in erster Linie auf Printtitel konzentriert und die Artikel dieser Zeitungen in Webseiten umwandelt, die zu einem Abonnementpreis von 10 Euro pro Monat angesehen werden können. Ursprünglich wurden auch separate Zeitungsartikel angeboten, aber Blendle hat diesen Dienst im vergangenen Jahr eingestellt. Zeitungsartikel können bei Blendle nicht mehr unbegrenzt genutzt werden.

Blättern auf dem Handy

Der Schwerpunkt von Scroll liegt auf bestehenden Websites. Das Besondere an Scroll ist, dass es ein Cookie verwendet, um die Anzeigen herauszufiltern, die normalerweise auf den Websites dieser Nachrichtenmedien angezeigt werden. Dadurch erhält der Benutzer eine werbefreie Nachrichtenumgebung. Mit einer eigenen App bietet Scroll auch eine angenehme Erfahrung auf dem Handy. Wenn Sie über diese App eine Seite eines der Scroll-Partner öffnen, sehen Sie ganz unten einen Balken, der Ihnen mitteilt, dass Sie über die Scroll-App auf diese Webseite zugegriffen haben. Für viele Artikel wird über diese Leiste auch eine Audio-Version angeboten. Für IO wird es dies zu einem späteren Zeitpunkt geben, im Moment arbeiten die Scroll-Techniker noch an der Feinabstimmung.

Bildlaufleiste

Scroll bekommt 1,50 Dollar pro 5,00 Dollar Abonnementgebühr: Das entspricht dem Modell von Apple, das ebenfalls ein Drittel der Verkäufe einstreicht. Der Rest des Betrags – 3,50 Dollar – geht an die Verlage. Der genaue Betrag pro Verlag basiert auf der Lesezeit: Wenn ein bestimmter Benutzer beispielsweise 10% seiner Lesezeit in einem Monat im Rahmen von Scroll bei Innovation Origins verbringt, gehen 35 Cent an Innovation Origins. Bei einer Lesezeit von 50% bekommt IO 1,75 Dollar. Nutzer können die tatsächliche Verteilung in persönlichen Übersichten sehen. Das sieht so aus:

Scroll erklärt, dass dieses System es einem Verleger ermöglicht, mehr zu verdienen als durch traditionelle Werbung. Ob dies auch für Innovation Origins gilt, werden wir natürlich genau im Auge behalten.