Vom 29. Mai bis zum 6. Oktober 2019 wird die dritte Vienna Biennale abgehalten. In den Beiträgen von internationalen Kunst-, Design- und Architekturschaffenden geht es um die Realisierung einer Zukunft, die erstrebenswert ist.

Gründer und Leiter der Vienna Biennale ist Christoph Thun-Hohenstein, Generaldirektor des Museum für Angewandte Kunst in Wien. Ziel ist es, die Werte aufzuzeigen, welche die Utopie einer besseren Zukunft real werden lassen. Thun-Hohenstein kooperiert mit einer Reihe von Institutionen aus Kunst, Design, Bildung, Wirtschaft und Technologie, um ein umfangreiches Programm mit hochkarätigen Teilnehmern zu ermöglichen.

Über einen Zeitraum von vier Monaten erwarten das Publikum neun Ausstellungen, zahlreiche Projekte und eine übergreifende Konferenz. Zu sehen sind Visionen von Künstlern und Designer, die vom Umgang mit künstlicher Intelligenz und neuen Technologien in folgenden gesellschaftlichen Bereichen handeln:

  • Gestaltung innovativer (städtischer) Arbeitsmodelle;
  • neue Formen des (Zusammen-) Lebens;
  • verantwortungsvoller Konsum;

 

„Die Vienna Biennale trägt mit den Möglichkeiten von Kunst, Design und Architektur zur Gestaltung einer wertebasierten Zukunft bei.“ Christoph Thun-Hohenstein, Generaldirektor des MAK sowie Initiator und Leiter der Vienna Biennale

 

Werteorientierung im digitalen Zeitalter

Die Kuratoren erarbeiten neun Ausstellungen, welche die Utopie einer ökonomisch und sozial gerechten sowie ökologisch nachhaltigen Zukunft real werden lassen:

In der Ausstellung Uncanny Values. Künstliche Intelligenz & Du geht es um ein Thema, das sich auf alle Lebensbereiche auswirken wird: Künstliche Intelligenz. Zu sehen sind multimediale Installationen, die sich auf Szenarien aus aktuellen Anwendungsgebieten beziehen.

Hysterical Mining knüpft an radikale feministische und ökofeministische Theorien an – und deren Kritik an den patriarchalischen Strukturen in den neuen Technologien und technischen Wissenschaften. Die künstlerischen Beiträge zeigen Alternativen zur herkömmlichen Technologieproduktion auf – unter Einsatz neuer Formen von Wissen, Fähigkeiten und Körperpraktiken.

Im Projekt Change was our only chance wird eine mögliche Welt im Jahr 2047 dargestellt. Themen sind die Konsequenzen von Entscheidungen in 2020 und die Veränderungen unseres Ökosystems.

MAK Design Labor präsentiert Positionen und Projekte, welche die dynamische Funktion von Design im Wandel belegen. Zentral ist die Rolle von Design an den Schnittstellen zwischen Alltag, Gesellschaft, Digitalisierung und Klimawandel.

In Klimawandel! Vom Massenkonsum zur nachhaltigen Qualitätsgesellschaft setzt sich das Wiener Designstudio EOOS mit Transformationsdesign auseinander – und wie dieses zur notwendigen Trendwende im Klimawandel beitragen kann.

Future Factory. Urbane Produktion neu denken geht der Frage nach der Gestalt der Zukunftsfabrik in einer Zukunftsstadt nach. Kooperationspartner sind Ottakringer Brauerei und Wirtschaftsagentur Wien.

Space and Experience. Architektur für ein besseres Leben veranschaulicht den Mehrwert, den Architektur in der Gegenwart für ein besseres Leben zu leisten vermag. In der Skizzierung eines Zukunftsszenarios werden die Rolle der Architektur und die Definition von besserem Leben hinterfragt.

Zukunftsstadt führt in den Stadtteil Aspern, wo Experimente zur Zukunftsstadt laufen. Die Designerinnen Mia Meusburger und Johanna Pichlbauer untersuchen die Beziehung zwischen Mensch und intelligentem Haus. Im Lauf der Biennale entsteht eine Installation, in der mit neuen Formen der städtischen Interaktion experimentiert wird.

Die Ausstellung Human by Design führt in das Slovak Design Center nach Bratislava und ist vom dringenden Bedürfnis nach Veränderung geprägt. Eine junge Generation von Designern und Theoretikern zeigt Konzepte, Methoden, Modellsituationen, Fallstudien und innovative Lösungen.

 

Vienna Biennale 2019 (c) Lynn Hershman Leeson

Konferenz

In der Konferenz Changing Values (6.-7. September 2019) diskutieren Kunst-, Design- und Architekturschaffende sowie Wirtschaftstreibende. Es geht um alternative ökonomische Ansätze zu den Themen Wertvolle Daten, Innovative Materialien und Transformationsdesign. Gemeinsam will man mögliche Synergien in der Suche nach zukunftsfähigen Strategien, ethischen Produktionsverhältnissen und ökologischer Gerechtigkeit finden.

Für eine der zwei Keynotes konnte die pakistanische Architektin Yasmeen Lari gewonnen werden. Sie gründete 1980 die Heritage Foundation of Pakistan, in der sie sich für historische Restaurierungsprojekte mit traditionellen Bau- und Handwerkstechniken auseinandersetzte. Dieses Wissen nutzte sie später zur Entwicklung erdbeben- und überflutungsresistenter Bauten. Mit traditionellen Baumaterialien erfordern diese minimalen Ressourceneinsatz und können unter Anleitung mobiler Trainingsteams selbst gebaut werden.

Kooperationspartner

Die Mehrsparten-Biennale findet 2019 zum dritten Mal statt. Veranstalter sind das Museum für Angewandte Kunst (MAK), die Universität für Angewandte Kunst, die Kunsthalle Wien, die Wirtschaftsagentur Wien sowie das Slovak Design Center als Associate Partner und das Austrian Institute of Technology (AIT) als außeruniversitärer Forschungspartner.

Vienna Biennale for Change 2019: Schöne neue Werte. Unsere Digitale Welt gestalten (29. Mai bis 6. Oktober)

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