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Wie erklärt man kleinen Kindern komplexe Zusammenhänge? An der TU Graz nehmen sich Experten dieser Herausforderung an. Pädagogisch und fachlich geschultes Personal entwickelt Technik-Workshops für Kindergartenkinder und vermittelt Wissen auf spielerische Art.

Die Digitalisierung fordert technische Fähigkeiten von den Bürgern. Die Regierungen wollen dies mit der Adaption von Lehrplänen gewährleisten. Anknüpfend daran, startet man in der Landesregierung des österreichischen Bundeslands Steiermark das Projekt IT-Talenteschmiede – um das Interesse an Technik schon bei den Jüngsten zu wecken.

Vermittlung digitaler Fähigkeiten

In Graz, der Hauptstadt der Steiermark, beteiligt sich das Büro für Gleichstellung und Frauenförderung an der Technischen Universität an diesem Projekt. Die sogenannten TUit Workshops wurden schon 2018 initiiert. Darin sollen Kindern und Jugendlichen die Grundlagen digitaler Technologien vermittelt werden. Gleichzeitig sollen sie die Möglichkeit bekommen, sich mit diesen kreativ zu entfalten. Das Angebot ist kostenlos und ganzjährig buchbar. Die Kurse dauern zwischen zwei und vier Schulstunden und werden entweder in den Räumen der TU Graz durchgeführt, oder an den Schulen.

Im ersten Jahr wurden Schüler und Schülerinnen der dritten bis zwölften Schulstufe angesprochen. Der inhaltliche Fokus lag auf dem Umgang mit IT-Anwendungen und digitalen Medien sowie den Grundlagen der Elektronik und des Programmierens. Bisher nahmen rund 2200 Schüler an den Workshops teil.

Technikwissen für Kindergartenkinder

Jetzt wurden drei neue Kurse vorgestellt, die schon Kindergartenkindern ab vier Jahren Zugang zur Welt der Technik und der Naturwissenschaft ermöglichen. Die Workshops vermitteln Wissen über Naturgesetze, Physik sowie Informatik in Zusammenhang mit Logik, Mathematik und Physik.

  • Im Workshop Naturgesetze werden physikalische Naturphänomene sowie deren Nutzen für die Energiegewinnung auf spielerische Art vermittelt.
  • Im Workshop Osmo – Informatik, Logik, Mathematik & Physik – ermöglichen spielerische Elemente erste Programmierversuche. Weiters werden Mathematik- und Logikaufgaben gelöst und physikalische Gesetze besprochen.
  • Im Workshop Physik werden die Grundlagen der Physik vermittelt – vom Basiswissen bis zur Spektroskopie.

Lissa Reithofer aus dem Büro für Gleichstellung und Frauenförderung im Interview:

Nach welchen Aspekten werden die Workshop-Themen auf die Altersgruppen abgestimmt?

Die Themen der TUit-Workshops wurden mit den Kompetenzen, die in den Lehrplänen verankert sind, abgestimmt. Vor Abhaltung wurden diese von Lehrenden, einer Psychologin und Kindern in verschiedenen Altersgruppen getestet. Danach wurden die TUit Workshops entsprechend der verschiedenen Altersgruppen konzipiert.

Wie werden die Inhalte vermittelt?

Im TUit-Workshop Naturgesetze für Kindergarten und Vorschulkinder lernen die Kinder spielerisch unterschiedliche Naturgesetze und deren Entstehung kennen. Zum Beispiel können sie in einem Stationenbetrieb den Wasserkreislauf als Wassertropfen mitmachen! Weiters wird die Frage behandelt, warum es verschiedene Jahreszeiten gibt.

Im Ozobot-Workshop, der an Schüler und Schülerinnen der dritten bis 12. Schulstufe gerichtet ist, dürfen die Kinder Ozobot programmieren. Ozobot ist ein kleiner Farbroboter mit eingebautem Akku. Die Programmierung erfolgt online und offline. Bei der Offline-Programmierung zeichnen die Kinder mittels eines Farbalgorithmus in einer gewissen Farbkombination eine Strecke mit Filzstift auf Papier – und steuern so den kleinen Ozobot übers Papier. Darauf aufbauend, wird der Ozobot online am Computer programmiert.

Dann bieten wir natürlich noch viele weitere TUit-Workshops in den unterschiedlichsten Bereichen wie Elektronik, Mathematik und Physik an. Eines aber haben alle TUit-Workshops gemeinsam: Im Fokus steht das spielerische Erlernen durch selbständiges Mitarbeiten!

Die Workshops für ältere Kinder von der fünften bis zur zwölften Schulstufe haben schon im Vorjahr begonnen. Wie war das Feedback?

Richtig, den ersten Workshop durften wir im April 2018 abhalten. Wir haben immer Begeisterung und positives Feedback von den Lehrenden und den Schülern und Schülerinnen bekommen. Dies zeigt sich auch in den zahlreichen Buchungen für das kommende Schuljahr ab.

Welche Kurse sind begehrt?

Besonders der Ozobot-Workshop ist sehr beliebt, da er für mehrere Altersgruppen einen sehr guten Einstieg in das Programmieren darstellt.

Danke für das Gespräch.

 

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Über den Autor

Author profile picture Hildegard Suntinger lebt als freie Journalistin in Wien und schreibt über alle Aspekte der Modeproduktion. Sie verfolgt neue Trends in Gesellschaft, Design, Technologie und Wirtschaft findet es spannend, interdisziplinäre Tendenzen zwischen den verschiedenen Bereichen zu beobachten. Das Schlüsselelement ist die Technologie, die alle Lebens- und Arbeitsbereiche verändert.