Das weltweite Interesse an autonomem Reisen, sei es im Auto oder im Flugzeug, wird immer größer. Noch haben die meisten Menschen allerdings auch gewisse Zweifel, ob die Technologien, die einen ohne menschliches Zutun sicher von A nach B befördern sollen, zuverlässig sind. Vor zwei Tagen befasste sich Innovation Origins mit einer Studie des Softwareunternehmens ANSYS zum Thema autonome Autos. Da gaben 50% der Befragten weltweit an, dass sie in einem autonomen Auto mitfahren würden. Heute werfen wir einen Blick auf das Ergebnis dieser Studie bezüglich autonomer Flugzeuge.

Schon jetzt hat der Autopilot während des größten Teils eines Fluges das Steuer in der Hand. Aber es sind trotzdem immer mindestens zwei menschliche Piloten in Cockpit, die jederzeit eingreifen können. Außerdem muss ein Flugzeug auf jeden Fall manuell gestartet werden, erst in der Luft übernimmt der Autopilot. Ganz anders bei der Landung. Auch wenn die im Normalfall ebenfalls manuell durchgeführt wird, kann der Autopilot ebenfalls sicher landen. Bei schlechtem Wetter und schlechter Sicht ist es sogar bereits der Normalfall, dass der Autopilot auch die Landung übernimmt.

Im Rahmen der ANSYS-Studie, bei der 22.000 Menschen aus Benelux, China, Frankreich, Deutschland, Indien, Italien, Japan, Spanien, Schweden, Großbritannien und den USA zu ihren Einstellungen und Erwartungen bezüglich autonomen Fahrens und Fliegens befragt wurden, zeigte sich, dass die Bedenken gegenüber autonomen Fliegens sehr unterschiedlich sind. Die Ergebnisse der Studie wurden im Oktober 2019 im ANSYS Global Autonomous Vehicle Report veröffentlicht und zeigen auch detailliert die unterschiedlichen Meinungen zwischen Altersgruppen und Märkten.

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Skepsis bei der älteren Generation größer

Etwas mehr als 40% der Befragten gaben an, sie würden im Laufe ihres Lebens in ein autonomes Flugzeug einsteigen. In China sagten das sogar 97% der An der Teilnehmer an der Studie, während die Zahl in Großbritannien bei nur 46% lag. Deutschland schnitt im guten Mittelfeld mit 67% ab.

Nachdem die 18- bis 34-Jährigen das größte Vertrauen in autonome Autos hatten, zeigte sich bezüglich autonomer Flugzeuge das gleiche Ergebnis. 83% würden jederzeit in ein Flugzeug ohne menschliche Piloten einsteigen, unter den 55- bis 64-Jährigen waren es noch 50%, bei den über 65-Jährigen lediglich 45%.

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Angst vor Technikversagen

Der Ausfall der In-flight-Technologie stellte sich als die größte Sorge unter den Befragten heraus. 65% hätten Angst, dass das Flugzeug ohne menschlichen Piloten außer Kontrolle geraten würde, 57% der Befragten glaubten, dass nur ein Mensch angemessen auf Probleme in der Luft wie Turbulenzen oder schlechtes Wetter reagieren könnte. Start und Landung stellten nur für weniger als 30% ein Sicherheitsrisiko dar.

Auf die Frage, bei welcher Gesellschaft sie sich in einem autonomen Flugzeug am sichersten fühlten würden, antworteten 34% der Befragten weltweit eine Standardfluggesellschaft wie British Airways, KLM, Virgin Atlantic oder Emirates. In Billigflieger wie Ryan Air, Easyjet, Air Asia oder Indigo zeigten nur 11% Vertrauen. 15% glaubten, dass Technologieunternehmen wie Google, Uber oder Tesla eines Tages autonome Flugzeuge anbieten würden.

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Überraschung bei den Befragten

Die Umfrageteilnehmer wurden außerdem gebeten, einen Fragebogen auszufüllen, wie viel Prozent ihres letzten Fluges automatisiert war. 0% bis 25%, 26% bis 50%, 51% bis 75% und 76% bis 100%. Dabei zeigte sich, dass Passagiere den Anteil des Autopiloten an einem Flug weit unterschätzen. 23 glaubten, dass maximal 25% eines Fluges automatisiert ist, 30% der entschieden sich für 26% bis 50%, 28% für die Möglichkeit 51% bis 75% und nur 7% wählten die letzte Option.

Nachdem die Teilnehmer darüber informiert worden waren, dass im Allgemeinen nur die ersten und die letzten zehn Minuten eines Fluges von einem Piloten kontrolliert werden und der Rest schon heute automatisiert ist, gaben 36% der Befragten an, dass sie sich im Hinblick auf autonome Flugzeuge viel sicherer fühlten, nachdem sie wüssten, dass die Technologie bereits funktioniert. 31% fühlten sich sicherer, waren aber auch dass es weitgehend unbekannt ist, dass die Automatisierung schon so weit fortgeschritten ist. 15% gaben an, dass sie sich bezüglich Start und Landung die größten Sorgen machen würden und der Technologie nicht trauten.

Die größte Veränderung der Wahrnehmung gab es nach diesen Informationen bei den Teilnehmer in Indien. Dort fühlten sich 65% der Menschen viel sicherer, 22 % fühlten sich sicherer und waren überrascht, nur 5% machten sich weiter Sorgen. In Deutschland, den USA und Großbritannien war der Unterschied geringer. 31% der deutschen Befragten (USA und GB 30%) fühlten sich viel sicherer, 26% fühlten sich sicherer und waren überrascht von den Informationen, 21% hatten immer noch Bedenken wegen eines Technologieversagens.

Hier geht es zu Artikel 1 über die Studie

Die gesamte Studie können Sie HIER sehen