‚Your sneak preview of the future‘ ist der Slogan von Innovation Origins und darum geht es auch in der Kolumne Start-up of the Week. In den letzten Tagen wurden fünf Start-ups des Tages vorgestellt und am Samstag wählen wir einen Wochensieger.

Innovation Origins präsentiert an jedem Werktag ein Start-up of The Day.

Wir betrachten verschiedene Aspekte wie Nachhaltigkeit, Entwicklungsphase, praktische Anwendung, Einfachheit, Originalität und die Übereinstimmung mit den Zielen der UNESCO für nachhaltige Entwicklung. Unsere Wochensieger können Preise gewinnen. Darüber hinaus können unsere Wochengewinner einen weiteren Preis erhalten. Denn am Ende eines jeden Kalendermonats wählen unsere Leser zusammen mit den Redakteuren von IO den Start-up des Monats!

Vialytics – Marktlücke für Schlaglöcher?

Den Zustand von Straßen zu überprüfen ist nicht gerade eine einfache Aufgabe. In einer durchschnittlichen Stadt gibt es in der Regel Hunderte von Kilometern Asphalt. Sie ständig im Auge zu behalten, ist also eine ziemlich intensive Arbeit. Bei Innovationen geht es manchmal nicht unbedingt darum, ein völlig neues Konzept zu entwickeln; sie können auch aus einer Kombination bestehender Techniken bestehen. Es gibt bereits Tools zur Beurteilung der Fahrbahnqualität, aber wie plant man genau, sie einzusetzen? Indem man die Servicefahrzeuge nutzt, die bereits auf der Straße sind?

Servicefahrzeuge, wie z.B. Straßenkehrmaschinen, legen im Rahmen ihrer Arbeit viele Kilometer zurück. Sie fahren während eines Tages in alle Teile der Stadt. Sie sind die perfekten Kandidaten, um mit den Geräten des deutschen Start-ups Vialytics ausgerüstet zu werden, das die Straßenkehrmaschine in eine intelligente Straßenkehrmaschine verwandelt. Mängel zu erkennen wird zur Routine, so dass Schlaglöcher im Handumdrehen erkannt und behoben werden können. Hat Innovation Origins zufällig Leser aus Belgien?

Sinn Power – Wasserkraft

Wasserkraftwerke gelten als eine relativ umweltfreundliche und effiziente Energiequelle. In Norwegen werden beispielsweise nicht weniger als 99% des Stroms aus Wasser erzeugt. Sie ist auch in Bergländern wie Kanada, Neuseeland, Österreich und der Schweiz eine sehr willkommene Energiequelle. Allerdings braucht man für die Wasserkraft nicht unbedingt Flüsse und Berge. Sinn Power hat ein schwimmendes Wellenkraftwerk entworfen, das überall auf dem Meer installiert werden kann.

Der Vorteil dieser Methode besteht darin, dass sie erstens effizienter ist und zweitens auch die Meeresbewohner nicht stört, wie dies bei Gezeitenkraftwerken auf dem Meeresboden oft der Fall ist. Diese sind bekanntlich problematisch. Auch eine Verschandlung der Landschaft ist kein Thema, im Gegensatz zu hohen Windkraftanlagen auf See. Das Kraftwerk ist nicht viel größer als ein Boot. Und durch den modularen Aufbau des Systems kann das Sinnpower-Kraftwerk im Handumdrehen überall und in jeder Größe gebaut werden.

MIWA – Schluss mit Einweg-Kunststoff

In der kommenden dritten Dekade des 21. Jahrhunderts scheint es kaum noch Platz für Einweg-Kunststoffe zu geben. Eine Welt ohne umweltschädliche Verpackungen ist jedoch leichter gesagt als getan. Dennoch bedeutet die Möglichkeit für die Verbraucher, beim Lebensmitteleinkauf ihre eigenen Verpackungen mitzubringen, ein ziemliches Chaos. Das funktioniert nämlich nur in sehr geringem Umfang und ist ein Alptraum für die Hersteller.

Das tschechische Start-up MIWA geht in der Produktionskette einen Schritt zurück. Man sollte so etwas wie eine Verpackung überhaupt nicht dem Kunden überlassen. Der Hersteller sollte eigentlich ein Universal-Behältnis zur Verfügung stellen, in der alles verpackt werden kann. Der Kunde gibt über sein Smartphone in einer App genau das ein, was er will. Die stummen Verkäufer im Supermarkt registrieren das und geben einen nachhaltigen Behälter mit Mikrochip aus, der hunderte Male wiederverwendet werden kann. Das ultimative Ziel? Ein nachhaltiger Selbstbedienungs-Supermarkt, in dem entweder Einweg-Kunststoffe oder menschliche Ressourcen nicht mehr nötig sind.

Und was ist mit den gebrauchten Verpackungen? Die kann man an der Kasse abgeben, genau wie bei Festivals. Sie werden dann gereinigt und wiederverwendet.

GRDXKN – Vor Vandalismus geschützte 3D-Textilien

Die Drucktechnik von GRDXKN war eigentlich gar nicht für Kleidung gedacht. Dennoch gelang es dem Gründer, dank günstiger Rahmenbedingungen in der Modewelt zu landen. Was genau ist es? Es ist eine Kombination aus Textildruck und Beschichtung, die eine einzigartige neue Schicht bildet, die dazu verwendet werden kann, Kleidung widerstandsfähiger zu machen. Und nicht nur das – das Material ist absolut umweltfreundlich und wirkt zudem unglaublich futuristisch.

Vor allem aus dem Radsport besteht eine große Nachfrage nach einem Material, das leicht, luftig, bequem und schützend zugleich ist. Der deutsche Erfinder Bastian Müller nutzte das, um sein Material auf Messen unter dem Label Patronace bekannt zu machen. Das hat für ihn wirklich funktioniert. Die großen Sportmarken sind inzwischen völlig überzeugt. Das Gewebe ist unendlich langlebiger als Lycra und zudem völlig klimaneutral!

ECsens – Abschied von teuren CT/MRI-Scans?

Derzeit werden Tumore mit Hilfe von sehr teuren Scannern in Krankenhäusern überwacht. Diese CT- und MRT-Scans würden für Krebspatienten der Vergangenheit angehören, wenn es nach dem Start-up ECsens ginge. Sie haben sich eine kleine Kopie ausgedacht, das in der Lage ist, diese Arbeit zu übernehmen. Und sie macht das Ganze mindestens fünfmal billiger.

Anstatt sich unter einen extrem teuren und klaustrophobischen Scanner zu legen, genügt für diese Technik einfach nur ein kleiner Tropfen Blut. Ein Patient kann viel häufiger untersucht werden, da die Technik viel billiger ist. Und das ist sehr wichtig, wenn es um die Behandlung von Krebs geht. Außerdem kann die Krankheit viel früher erkannt werden. Das bedeutet, dass durch präventive Therapien viel Leid erspart werden kann.

Es gibt keine ideale Krebsbehandlung. Eine bestimmte Art der Behandlung ist für einen bestimmten Patienten effektiver als eine andere. So kostet die Immuntherapie beispielsweise rund 70.000 Euro pro Jahr. Auch wenn sie nur bei 20% der Patienten funktioniert. Ein Arzt kann jedoch anhand der Ergebnisse des ECsens-Chips im Voraus sehen, ob diese teure Behandlung für einen Patienten tatsächlich funktioniert.

Krebs zerstört viele Leben, und eine angemessene Behandlung ist angesichts einer immer älter werdenden Bevölkerung wichtiger denn je. ECsens bietet keine Heilung der Krankheit, aber sie gehen dennoch eindeutig einen Schritt in die richtige Richtung. Die enormen Kosteneinsparungen, der präventive Charakter und das Potenzial, die Technologie in Zukunft zu erweitern, sind sehr überzeugend.

Der Diagnose-Chip hat kürzlich die 4TU Impact Challenge gewonnen und bekommt nun auch den Titel Innovation Origins Start-Up of the Week!