Can bees adapt to climate change quickly enough to survive? Photo David Hablützel/Pixabay

Regenwürmer, Eisbären, Bienen und Butterblumen. Welche Tiere und Pflanzen sind am besten für den Klimawandel gewappnet? Welche Arten können sich anpassen oder migrieren und welche Arten werden einfach verschwinden? Eine Frage, die die Forscher des Senckenberg und LOEWE-Zentrums für Translationale Biodiversitätsgenomik anhand des Genmaterials beantworten wollen. Eine Studie in der Zeitschrift “Evolution Letters” veranschaulicht dies.

Ausgangspunkt der Forscher ist, dass die globale Erwärmung die Lebensbedingungen für Mensch und Natur verändern wird. Tiere und Pflanzen, die damit nicht umgehen können, werden zwei Möglichkeiten haben: auszuwandern oder sich genetisch anzupassen. Einige Arten haben keine andere Wahl als Letzteres zu tun. Schließlich kann ein Vogel leicht von A nach B fliegen, aber ein Regenwurm oder eine Koralle ist nicht so flexibel.

Anpassen oder sterben

Die Forscher glauben, eine Methode entwickelt zu haben, um vorherzusagen, wie viel Spielraum eine bestimmte Art hat, um sich durch die genetische Evolution an neue Situationen anzupassen. Kombiniert man diese Informationen mit Klimamodellen, kann man sich ein besseres Bild davon machen, wie sich die Tier- und Pflanzenwelt in Zukunft entwickeln wird.

Die Anpassungsfähigkeit von Tieren und Pflanzen hängt zum Teil von ihrem genetischen Material ab. Foto Pixabay

“Tiere und Pflanzen entwickeln sich ständig weiter”, sagt Professor Markus Pfenninger, Leiter des internationalen Forschungsteams. “Deshalb können wir eine Art mit ihren aktuellen genetischen Merkmalen nicht einfach in die Zukunft projizieren, sondern müssen darüber nachdenken, inwieweit sie sich evolutionär anpassen oder verändern kann. Solange wir dieses Potenzial ignorieren, spiegeln Vorhersagen darüber, wie die Arten auf den Klimawandel reagieren werden, nicht wider, was tatsächlich passieren könnte.

Weitere Studien erforderlich

Pfenninger und sein Team werden sich zunächst auf Arten konzentrieren, die für das Ökosystem von besonderer Bedeutung sind. Zum Beispiel das Plankton in den Weltmeeren oder bestimmte Insekten wie die Bienen, die für die Bestäubung wichtig sind. Das wird nicht einfach sein, denn nur bei wenigen Arten ist etwas über ihr genetisches Anpassungspotenzial bekannt.

Pfenninger fordert daher Wissenschaftler und Unternehmen auf, sich auch diesem Thema mit mehr Aufmerksamkeit zu widmen, denn es sind noch viele weitere Studien notwendig, um der Politik bei Entscheidungen über Umweltschutzkonzepte zu helfen.

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Über den Autor

Author profile picture Maurits Kuypers schloss sein Studium der Makroökonomie an der Universität Amsterdam mit dem Schwerpunkt internationale Arbeit ab. Seit 1997 ist er als Journalist tätig, zunächst 10 Jahre lang in der Redaktion von Het Financieele Dagblad in Amsterdam, dann als freier Korrespondent in Berlin und Mitteleuropa. Wenn es um technologische Innovationen geht, hat er immer ein Auge auf die finanzielle Machbarkeit eines Projekts.