Wenn Start-up-Awards, wie der von der TU München verliehen werden, lohnt es sich genau hinzuschauen. Der IdeAward geht in diesem Jahr an Orbem Genus, m-Bee und Woodchicken. Mit dem Preis sollen Wissenschaftler dazu angeregt werden, markttaugliche Produkte zu entwickeln.

Orbem Genus

Den ersten Preis des TU-Awards ergatterte das Unternehmen Orbem Genus. Das Start-up hat ein Bildgebungsverfahren auf Basis Künstlicher Intelligenz entwickelt. Mit ihm kann das Geschlecht von Geflügelembryonen im Ei bestimmt werden. Für die berührungsfreie Untersuchung der Eier setzt das junge Unternehmen auf Magnetresonanztomographie. Damit können der Befruchtungsstatus oder das Geschlecht der Küken bestimmt werden. Hintergrund: Da männliche Küken in der Ei- und Fleischindustrie nahezu nutzlos sind, werden jedes Jahr rund 50 Millionen Tiere geschreddert oder vergast. Bisher gibt es nur einige Inititiven, die das Töten männlicher Küken verhindern, wie etwa Bruderhahn Initiative Deutschland (BID), basic Bruderherz-Initiative oder die Bruderküken-Initiative. Mit dem von Orbem Genus entwickelten Verfahren könnten männliche Eier noch vor dem Schlüpfen aussortiert werden. In Zukunft wäre es möglich, dem Küken-Sterben ein Ende zu bereiten.

m-Bee

Mit der Lösung von m-Bee lassen sich Batteriespeichersysteme effizienter betreiben. Die Gesamtkosten für Installation und Wartung können minimiert werden. Das Unternehmen hat dazu eine neue Leistungselektronik entwickelt, die durch hochdynamische Schaltungen echte Wechselspannung erzeugt. Bis jetzt sind Batteriespeichersysteme fest miteinander verschachtelt. Sie bestehen aus passiven Batteriemodulen. Mit der Technologie von m-Bee lässt sich zudem die volle Kapazität von Batteriespeichersystemen nutzen. Auch in Punkto Ausfallsicherheit bietet das System Vorteile. Es muss nicht mehr das komplette Batteriespeichersystem gewechselt werden, sondern nur einzelne Module. Das spart Zeit und Kosten. Zudem verringert es Ausfallzeiten.

Woodchicken

Das Start-up Woodchicken belegt beim IdeAward der TUM den dritten Platz. Es hat einen neuartigen, veganen Fleischersatz auf Pilzbases entwickelt. Eingesetzt wird dazu der Pilz „Schwefelporling“. Woodchicken nutzte für die Entwicklung des Lebensmittels eine Eigenschaft des Pilzes. Denn im gegarten Zustand schmecken junge Gewächse nach Hühnchen. Im englischen Sprachraum ist der Pilz deshalb unter dem Namen „Chicken of the Woods“ bekannt. Daher leitet sich auch der Name des Start-ups ab.

Mit dem Verfahren, das es entwickelt hat, kann der Fleischersatz nun auch in Lebensmittelqualität hergestellt werden. Selbst wenn laut einer aktuellen Studie der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) der Fleischverbrauch in Deutschland rückläufig ist, steigt die Nachfrage nach Geflügelfleisch. Das zeigt sichan den Zahlen der Geflügelfleischerzeugung. In diesem Bereich stieg der Anteil an der gesamten Fleischproduktion von 17,0 Prozent auf 20,3 Prozent. Der vegane Fleischersatz von Woodchicken könnte deshalb eine interessante Alternative sein.

TUM IdeAward

Seit 2012 zeichnen die UnternehmerTUM GmbH, das Zentrum für Innovation und Gründung, und die Zeidler-Forschungs-Stiftung vielversprechende Start-up-Konzepte mit dem IdeAward aus. Das Ziel: Mit dem Preis sollen Wissenschaftler motiviert werden, markttaugliche Produkte zu entwickeln. Den Gewinnern winkt ein Preisgeld von insgesamt 37.500 Euro. Die diesjährige Veranstaltung wurde gemeinsam mit der TUM Speakers Series organisiert. Insgesamt präsentierten 50 Teams ihre Konzepte.

Foto: Die Siegerteams beim TUM IdeAward 2018: ORBEM, m-Bee und Woodchicken. (Bild: U. Benz /TUM)

 

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Über den Autor

Author profile picture Christiane Manow-Le Ruyet ist Journalistin. Stets neugierig und immer bereit Neues zu erfahren. Neben IT und Architektur ist sie auch in den Bereichen Nachhaltigkeit und Food zu Hause. Und wenn sie mal nicht schreibt, zeichnet sie. Am liebsten Sketchnotes. Das ist ihr zweites Steckpferd - als ausgebildete Innenarchitektin vielleicht auch kein Wunder.