„Your sneak preview of the future“ ist der Slogan von Innovation Origins und genau das steht bei unserer Kolumne Start-up of the Week im Vordergrund. In den letzten Tagen wurden fünf Start-ups of The Day vorgestellt und am Samstag wählen wir den Wochensieger.

Innovation Origins präsentiert an jedem Werktag ein Start-up of The Day.

Wir betrachten dabei verschiedene Themen wie Nachhaltigkeit, Entwicklungsphase, praktische Anwendung, Einfachheit, Originalität und inwieweit sie mit den Zielen der UNESCO für nachhaltige Entwicklung übereinstimmen. All das wird bei der Auswahl in Betracht gezogen und am Ende wird das Start-Up of The Week verkündet.

Psious: Angst in ein Computerspiel übetragen

Wie überwindet man eine Angststörung? Das geschieht oft, indem man sich seinen Ängsten stellt, eine Tarantel hält, durch einen gläsernen Aufzug nach unten schaut oder mit dem Flugzeug in den Urlaub fliegt. Trotzdem ist das leichter gesagt als getan. Durch die virtuellen Welten des spanischen Start-ups Psious können diese Situationen während der Behandlung simuliert werden, so dass die Patienten „proben“ können.

Diese Simulationssoftware wird nicht nur bei Angst und Phobien, sondern auch bei der Behandlung von Erkrankungen wie PTBS, OCD oder AD(H)S eingesetzt. Laut Erfinder Xavier Palomer könnte das zu einer Revolution in der Psychotherapie führen, bei der Patienten ihre eigene VR-Behandlung aus der Ferne durchführen können. Und das wiederum würde zu kürzeren Wartelisten und weniger Medikamenten führen. Wer würde es jetzt wagen, zu behaupten, dass Computerspiele für den Geist nutzlos sind?

Solitair Power: Vom muffigen Bürogeruch bis hin zu sauberer Energie

CO₂ ist sowohl ein Fluch als auch ein Segen. Einerseits ist es für das Leben auf der Erde von grundlegender Bedeutung, andererseits ist es verpönt, wenn es zu viel davon gibt. Und nein, es geht ausnahmsweise einmal nicht um den Treibhauseffekt und die globale Erwärmung. Solitair Power bleibt innerhalb von vier Wänden; die Menschen verbringen etwa 90 Prozent ihrer Zeit in Innenräumen, und deshalb atmen sie tatsächlich zu viel CO₂ ein.

Dieses finnische Filtersystem belüftet Räume so, dass mehr Sauerstoff eingeatmet werden kann. Eine bessere Luftqualität macht die Menschen produktiver und sorgt für eine bessere Stimmung. Aber es geht noch weiter! Das überschüssige Kohlendioxid wird gespeichert und in einen erneuerbaren Kraftstoff umgewandelt. Auf diese Weise wird verbrauchte Büroluft zu einer sauberen Energiequelle, so dass man weniger fossile Brennstoffe verbraucht und und am Ende geht es wieder um globale Nachhaltigkeit!

VarmX: Vom tödlichen Schlangengift zum lebensrettenden Geschenk

Bei Schlangengift denkt man an eine Krankheit und nicht an eine Heilung, denn seit prähistorischen Zeiten haben viele Menschen beim Gedanken an diese schlüpfrigen Reptilien ein unbehagliches Gefühl. Das Gift, das einige Arten, wie beispielsweise der australische Taipan, produzieren, ist eine sehr komplexe Substanz, die sehr unterschiedliche Reaktionen im Körper des „Opfers“ hervorruft.

Herz-Kreislauf-Erkrankungen stehen in den westlichen Ländern ganz oben auf der Liste der häufigsten Todesursachen. Ein Großteil davon ist auf die Auswirkungen von Blutgerinnseln zurückzuführen. Ein Blutgerinnsel ist eigentlich eine Ansammlung großer Mengen von Proteinen in den Blutgefäßen. Und wenn das Gift der australischen Giftschlange zu irgendetwas gut ist, dann ist es der Abbau von Proteinen. Und das Beste daran? VarmX reproduziert das Gift im Labor und macht physische Schlangenbisse im Operationssaal überflüssig. Das ist natürlich gut zu wissen.

Tenzir: die Blackbox für Online-Sicherheit

Bei Flugzegkatastrophen wird immer nach der Black Box gesucht, um die Ursache zu ermitteln. Die Informationen in dieser Blackbox werden nicht nur verwendet, um herauszufinden, was bei diesem speziellen Unfall schief gelaufen ist, sondern dienen auch als Grundlage, um solche Vorfälle in Zukunft hoffentlich zu verhindern. In der Online-Welt gibt es so etwas nicht, auch wenn Cyberangriffe durchaus Ähnlichkeiten mit Flugkatastrophen haben.

Das Problem bei „altmodischer“ Antivirensoftware und Firewalls ist jedoch, dass sie bei einem erfolgreichen Cyberangriff nicht funktionieren, so dass wesentliche Informationen über die Arbeitsweise des Hackers oder das Virus und die betroffenen Schwachstellen nicht gespeichert werden können. Tenzir arbeitet im Hintergrund und arbeitet weiter, unabhängig davon, ob es sich um einen erfolgreichen Angriff handelt oder nicht. Dadurch bekommt das Katz- und Mausspiel zwischen Viren und Cybersicherheit einen zusätzlichen Wachhund.

Mein Lagerraum³: ein zweites Leben für den ausgemusterten Seecontainer

Eine Welt ohne Seecontainer wäre ganz anders; diese Metallriesen sind ein wichtiges Glied in der Logistik des Welthandels. Durch einen weltweiten Standard ist das Be- und Entladen fast zum Kinderspiel geworden. Seecontainer haben jedoch keine ewige Lebensdauer und werden nach der Abschreibung meist nicht sehr umweltfreundlich verschrottet.

Aber es geht auch anders, wie bei Mein Lagerraum³; schließlich können die Container als hervorragendes Baumaterial verwendet werden. Dieses Start-up aus Dresden verwandelt sie in Lager- und Kühlhäuser, mobile Werkstätten, Bauhütten, Cocktailbars, Bühnen, mobile Labors, Pferdeboxen und so weiter. Nicht schlecht für den Müll anderer Leute! Die Möglichkeiten sind endlos, außerdem sind sie wirtschaftlich und nachhaltig!

Innovation kann sich in vielerlei Hinsicht manifestieren; die Deutschen zeigen, dass eine Idee und ein wenig Einfallsreichtum ausreichen. Es gibt keine konzeptionelle Zukunftsutopie, keine Hightech-Maschine oder jahrelange universitäre Forschung. Die Welt kann auch durch praktische und „altmodische“ Handwerkskunst etwas nachhaltiger gestaltet werden. Das ist etwas, das in unserer zunehmend digitalen Gesellschaft manchmal vergessen und unterbewertet wird. Deshalb kann sich Mein Lagerraum³ diese Woche als Start der Woche bezeichnen!