„Bitte warten – der nächste freie Platz ist für Sie…“ – wer kennt sie nicht, diese nervtötende Ansage, die uns – Statistiken zufolge – zusammengerechnet knapp 43 Tage unseres Lebens in der Warteschleife verbringen lässt? Durch e-bot7 soll der langatmige Kundenservice zukünftig Vergangenheit sein: Denn mithilfe selbstlernender KI möchte das junge Unternehmen den Prozess effizienter gestalten. Zudem werden auch Mitarbeiter sowie bots direkt mit den richtigen Infos versorgt, so dass sie Kundenanfragen innerhalb kürzester Zeit beantworten können. Entstanden ist das Münchener Start-up übrigens im Jahre 2016, als die Gründer Fabian Beringer (CEO, Sales & Marketing), Xaver Lehmann (CEO, Strategie & Finanzen) und Maximilian Gerer (CTO, IT & Data Science) selbst genervt vom Kundenservice feststellten, dass sich hier etwas ändern muss.

Fabian Beringer & Xaver Lehmann im Interview mit der Innovation Origins.   

Erzählt unseren Lesern doch bitte einmal kurz die Entstehungsgeschichte von e-bot7:

Fabian: Als wir einmal frustriert nach einer Wartezeit von mehr als 37 Minuten aus einer Customer Service Hotline geschmissen wurden, war uns klar, dass dieses Problem gelöst werden muss. Genau deshalb tüftelten wird drei Gründer an einer Idee, welche durch die Hilfe von künstlicher Intelligenz nicht nur Agenten dabei unterstützen sollte schnell arbeiten zu können, sondern wiederkehrende Fragen zu automatisieren, damit Kunden schneller an Ihre Antwort kommen.

Was macht euer Produkt im Vergleich zu anderen Produkten besonders?

Xaver: Wir bieten eine hybride Agent+KI-Lösung an, bei der Agenten das KI-System nicht manuell trainieren müssen, sondern es während des operativen Geschäfts automatisch geschult wird. Wir nennen es auch „automated supervised real-time learning“. Mit unserer Lösung können wir die Effizienz im Kundenservice um bis zu 80% steigern. Die Integration ist einfach und schnell – weniger als zwei bis vier Wochen – sowie flexibel, also vor on-premise oder in der Cloud einsetzbar. Darüber hinaus können Sie durch unseren Contextual Dialog Editor komplexe Prozesse einrichten, in den Backend Systeme integrieren und dann voll automatisieren. Außerdem haben wir den stärksten mehrsprachigen Algorithmus und wichtige strategische Partnerschaften wie zum Beispiel mit EY, Sopra Steria, Roland Berger, McKinsey, Muuuh! und so weiter. Zusätzlich ist die Lösung flexibel in bestehende CRM Systeme integrierbar.

Fabian: Während die meisten in der Branche sich dafür entscheiden, neuronale Netze von Drittanbietern zu nutzen, bieten wir mit unseren eigenen KI Entwicklern und Technologien eine einfache Schnittstelle für Endkunden, die es uns ermöglicht, unsere Modelle ständig zu erneuern und zu verbessern, während wir jedem unserer Kunden eine umfassende, maßgeschneiderte Lösung anbieten, damit er seine Möglichkeiten optimal nutzen kann.

Welche große Herausforderung hattet ihr zu meistern?

Xaver: Innerhalb des letzten Jahres hat sich unser Team mehr als verdoppelt und wird auch weiterhin wachsen. Eine große Herausforderung in dieser Wachstumsphase ist der Aufbau von Strukturen und der Erhalt der Identität von e-bot7. Deshalb ist es sehr wichtig, die richtigen Leute einzustellen.

Team: e-bot7 @e-bot7

Erinnert ihr euch an einen besonders guten Moment in Bezug auf die Gründung?

Fabian: Es ist sehr schwierig einen besten Moment zu nennen, da das Leben als Gründer ständig aufregend ist. Uns macht es sehr glücklich zu sehen, dass wir unseren Teammitgliedern die Möglichkeiten geben können ihr volles Potenzial auszuschöpfen. Gleichzeit freuen wir uns ständig über das großartige Feedback, welches wir von unseren Kunden erhalten.

Was plant ihr für die Zukunft von e-bot7?

Xaver: Wir haben einiges auf unserer Roadmap. Einer unserer Meilensteine für die nächsten Jahre ist unsere internationale Expansion in Europa, USA und Asien. Wir wollen der führende Anbieter von künstlicher Intelligenz für den Kundenservice werden. Mit der Eröffnung neuer Büros in London und Paris sowie einer bestehenden Niederlassung in den Vereinigten Arabischen Emiraten könnten im nächsten Jahr bis zu 100 Mitarbeiter bei E-bot7 beschäftigt sein.

Fabian: Darüber hinaus wollen wir weitere Sprachen mit Internationalisierung entwickeln. In Zukunft müssen sich die Unternehmen verstärkt auf den Ausbau des Kundenservice konzentrieren, um den direkten Kontakt zum Kunden herzustellen. Unterstützt wird dieser Trend durch neue KI-Technologien wie die e-bot7-Lösung. Derzeit ist es technologisch möglich, bis zu 80% der Textabfragen zu automatisieren. Unserer Meinung nach wird die Vollautomatisierung 100% länger dauern. Dies würde eine enorme Menge an Daten, Rechenleistung und neuen Technologien erfordern. Sobald dies möglich ist, wird e-bot7 der erste Anbieter dieser KI-Technologie sein.

Selbstständig wird meist mit selbst und ständig gleichgesetzt – Wie haltet ihr das?

Fabian: Unseres Erachtens leben wir nach der Devise der ‚Life-Balance‘ nicht ‚Work-Life-Balance‘. E-bot7 ist ein substantieller Bestandteil unseres Lebens und man denkt eigentlich pausenlos daran. Dies macht enorm Spaß. Trotzdem ist es wichtig sich auch einmal Zeit für Familie, Freunde und andere Themen zu nehmen!

Xaver: Für uns war von Anfang an klar, dass man alles geben muss und es immer eine Lösung gibt. Mit genug Durchhaltevermögen und Ehrgeiz, harter Arbeit sowie der Offenheit, Dinge ständig aus verschiedenen Blickwinkeln zu sehen, gelingt es, ein Unternehmen nach vorne zu bringen. Genau das ist es, was uns Spaß macht.

Welchen Tipp habt Ihr zum Abschluss für andere Gründer?

Xaver: Habt Vertrauen in euch selbst und gebt niemals auf. Viele Leute werden die Idee runterreden und sagen, dass das nie etwas wird. Zieht euer Ding durch und verwirklicht eure Vision! Es gibt einige Leute, die an euch glauben und euch helfen werden, das ganze nach vorne zu bringen.