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Die österreichische Regierung setzt im Kampf gegen das Coronavirus (SARS-CoV-2) auf Tests. Für eine Anpassung der Maßnahmen ist ein Antikörpertest gefordert. Jetzt soll ein in New York entwickelter Schnelltest in Österreich aufgesetzt und rasch in den Labors zur Anwendung kommen.

Etwa 30 bis 40 Prozent der Personen, die sich mit SARS-CoV-2 infizieren, entwickeln keine Symptome. Das heißt, die Betroffenen waren infiziert ohne die typischen Erkrankungserscheinungen zu zeigen. Mit dem bestehenden PCR-Test lässt sich nur eine aktive Erkrankung feststellen. Ob jemand die Krankheit bereits durchgemacht hat und immun gegen das Coronavirus ist, sagt dieser Test nicht.

„Diejenigen, die nicht mehr krank sind und Antikörper haben, können nicht mehr angesteckt werden und den Virus auch nicht mehr übertragen“, erklärt Reingard Grabherr, die Leiterin des Department für Biotechnologie an der Universität für Bodenkultur (BOKU) Wien. Das heißt, sie können wieder ins Berufsleben zurückkehren. Weshalb es besonders wichtig sei, Ärzte und Pflegepersonal zu testen.

Antikörpertest SARS-CoV-2

Während in Österreich die Entwicklung von Antikörpertests noch läuft, konnte der österreichische Virologe Florian Krammer an der Icahn School of Medicine at Mount Sinai in New York seine Arbeit kürzlich erfolgreich abschließen. Mit seinem Antikörpertest kann bestimmt werden, ob eine Person bereits eine Immunreaktion auf das SARS-CoV-2 Virus hatte.

Krammer war zuvor an der BOKU Wien und wird jetzt alle notwendigen Werkzeuge für die Herstellung des Tests nach Österreich senden. Hier will die Virologin Grabherr den neuen Antikörpertest gemeinsam mit anderen österreichischen Universitäten aufsetzen – und in kurzer Zeit in möglichst vielen Labors verfügbar machen.

Oberflächenproteine des Coronavirus

Das Uni-Team übernimmt die Aufgabe, die relevanten Oberflächenproteine des Coronavirus herzustellen. Diese Produktion kann sowohl auf tierischen und bakteriellen Zellsystemen aufgebaut werden, als auch auf pflanzlichen.

Im ersten Schritt soll eine skalierbare Produktionsplattform gebildet werden, um die Oberflächenproteine des Coronavirus in ausreichender Menge und in gleichbleibender Qualität zu liefern. Der Antikörpertest wird lange gebraucht werden und man denkt auch daran, diesen im Ausland verfügbar zu machen.

Das Uni-Team

Die BOKU wird von der Veterinärmedizinischen Universität Wien, dem IMP (Forschungsinstitut für Molekulare Pathologie), der Medizinischen Universität Wien und Forschenden der Universität Salzburg unterstützt.

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Über den Autor

Author profile picture Hildegard Suntinger lebt als freie Journalistin in Wien und schreibt über alle Aspekte der Modeproduktion. Sie verfolgt neue Trends in Gesellschaft, Design, Technologie und Wirtschaft findet es spannend, interdisziplinäre Tendenzen zwischen den verschiedenen Bereichen zu beobachten. Das Schlüsselelement ist die Technologie, die alle Lebens- und Arbeitsbereiche verändert.