CO2-neutrale Mobilität (c) Empa

Fossile Brennstoffe belasten die Umwelt. Der Wille für eine CO2-neutrale Mobilität ist vielfach vorhanden. Die Umsetzung scheitert aber mitunter noch an praktikablen Lösungen. Eine große Herausforderung ist etwa die Versorgungslücke im Winter.

Überschüssige Sonnenenergie aus der Sommerzeit ganzjährig verfügbar machen – das ist das der Schlüssel für eine CO2-neutrale Zukunft, vor allem in der Mobilität, sagt Martin Neukom, der Vorsteher der Baudirektion des Kanton Zürich. Um diesem Ziel näher zu rücken, unterstützt der Kanton Zürich das Projekt Power-to-Gas.

Power-to-Gas

In dem Projekt verbinden Forschende an der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) drei drängende Probleme:

  • Versorgungslücke mit erneuerbarer Energie im Winter;
  • Umstellung des Langstrecken-, Schwer- und Flugverkehrs auf erneuerbare Brennstoffe;
  • Produktion von synthetischem Methan;

Synthetisches Methan

Synthetisches Methan ist eine der wenigen Möglichkeiten, die Schweiz im Winter mit erneuerbarer Energie zu versorgen. Es kann aus erneuerbarer Elektrizität und Kohlendioxid (CO2) hergestellt werden. Die notwendige Infrastruktur ist vorhanden: Synthetisches Methan kann leicht über das Gasnetz transportiert werden. Handelsmechanismen, Standards und Fachwissen könnten ebenfalls übernommen werden.

CO2-neutrale Mobilität

In flüssiger Form ermöglicht synthetisches Methan die Verknüpfung von Strom, Wärme und Verkehr. Im Güterfernverkehr kann es als Alternative zu Diesel eingesetzt werden. Außerdem dient die Forschung zur Herstellung von synthetischem Methan auch als Grundlage für die Entwicklung von synthetischem Kerosin. Dieses soll in Zukunft einen CO2-neutralen Flugverkehr ermöglichen soll.

Ökonomische Modelle

Synthetisches Methan kann schon länger aus erneuerbarer Energie gewonnen werden. Ein Schwerpunkt des Projekts ist deshalb die Erarbeitung energie- und wirtschaftswissenschaftlicher Daten. Diese sollen vergleichende Bewertungen möglicher Energieversorgungs- und Mobilitätskonzepte ermöglichen.

Weiters soll bis 2021 eine Produktionsanlage für synthetisches Methan entstehen. Diese soll in move, integriert werden – den zukünftigen Mobilitätsdemonstrator der Empa, auf dem schon verschiedene Projekte zur Elektro- und Wasserstoffmobilität laufen. An der angeschlossenen Tankstelle können Lastwagen mit CO2-neutralem, synthetischem Methan betankt werden. Diese werden von einem Projektpartner bereitgestellt.

Synthetisches Methan soll in einem an der Empa entwickelten Verfahren hergestellt werden. Parallel dazu untersuchen die Forschenden die Kostenstrukturen und entwickeln ökonomische Modelle. Diese sollen den Entscheidungsträgern als Grundlage für die Gestaltung der Rahmenbedingungen für die post-fossile Mobilität dienen.

Das Forschungskonsortium

Die Partner im Projekt Power-to-Gas decken die gesamte Wertschöpfungskette ab. Neben den Empa-Forschenden sind dies Energieversorger, Tankstellen- und Flottenbetreiber sowie Technologie-Unternehmen. Der Kanton Zürich unterstützt das Projekt mit 500.000 Franken aus dem Rahmenkredit zur Förderung von Pilotprojekten im Energiebereich.

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Über den Autor

Author profile picture Hildegard Suntinger lebt als freie Journalistin in Wien und schreibt über alle Aspekte der Modeproduktion. Sie verfolgt neue Trends in Gesellschaft, Design, Technologie und Wirtschaft findet es spannend, interdisziplinäre Tendenzen zwischen den verschiedenen Bereichen zu beobachten. Das Schlüsselelement ist die Technologie, die alle Lebens- und Arbeitsbereiche verändert.