Nach Städten wie Rio de Janeiro, Vilnius, Prag, Djakarta und Berlin wird nun auch München mit dem Start-up Trafi kooperieren, um „Münchens Mobilität in einer App zu bündeln“. Am vergangenen Freitag kündigten die MVG, das wichtigste öffentliche Verkehrsunternehmen in München, die Einführung einer Mobility-as-a-Service-Lösung an.

Die App wird bereits im Laufe des Jahres 2020 zur Verfügung stehen und das gesamte öffentliche Verkehrsnetz sowie neue private Anbieter umfassen. So sollen traditionelle und neue Mobilität mit einander verbunden werden. Neben den klassischen öffentlichen Verkehrsmitteln U-Bahn, Trambahn und Bus will die MVG neben verschiedenen Kooperationen vor allem das Mietradsystem MVG Rad und den Ridepooling-Service MVG IsarTiger fördern.

M-Login inklusive

Die Fahrgäste können dann mit nur einer App alle Fahrten bequem planen, buchen und bezahlen und, je nach Wunsch, zwischen privater und gemeinsamer Mobilität und öffentlichen Nahverkehr wechseln. Die mehr als 530.000 aktuellen Nutzer des M-Login müssen laut Angabe der MVG einfach ihre bestehenden Anmeldedaten eingeben und können dann sofort loslegen.

Die Integration der Sharing-Partner in die App – „grundsätzlich alle Anbieter, die moderne Mobilität jenseits des eigenen Autos bieten“ – soll sukzessive geschehen. Potentielle Partner sind unter anderem Bird, BOND Mobility, Circ, CleverShuttle, door2door, Dott, emmy, IsarFunk Taxizentrale, mtz – münchner taxi zentrum, SHARE NOW, Sixt, STATT-AUTO München, Taxi München eG, TIER Mobility und Voi. Sie alle haben nun bis Mitte März Zeit, um zu entscheiden, ob sie dabeisein wollen.

Sarah Göhler, Martin Sauer und Claudia Sagmeister aus dem Sharing-Team der MVG (vorne von links nach rechts) und Christof Schminke, Managing Director Commercial bei Trafi (hinten) © MVG

Alles unter einem Dach

„Wir vernetzen die verschiedenen Anbieter unter einem Dach, um den ÖPNV als Rückgrat der Mobilität sinnvoll zu ergänzen und um Sharing mit Fahrzeugen aller Größenordnungen noch besser und einfacher nutzbar zu machen“, sagt Oberbürgermeister Dieter Reiter und MVG-Chef Ingo Wortmann erklärt, dass Sharing „Teil unserer DNA als ÖPNV-Betreiber“ sei. „Mit neuen Partnern und Angeboten wollen wir die erste und letzte Meile abdecken. Unsere Kundinnen und Kunden möchten von der Haustür direkt ans Ziel und nicht nur von Haltestelle zu Haltestelle.“

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Auf diese Art will München für seine Bewohner und mehr als acht Millionen Touristen im Jahr mehr Mobilität mit weniger Autoverkehr. „Diese neue Partnerschaft zwischen Trafi und der MVG ist ein ermutigendes Signal, dass immer mehr Städte ihre Mobilität verbinden wollen, um ein nahtloses Erlebnis für ihre Nutzer zu schaffen“, sagt Christof Schminke, Managing Director Commercial bei Trafi. „Nachdem wir in Berlin die größte Mobility as a Service-Lösung der Welt eingeführt haben, freuen wir uns sehr, nun in München an Bord zu sein.“

Über Trafi

Das Start-up Trafi mit Büros in Berlin, Vilnius und London wurde 2007 gegründet und arbeitet mit einigen der größten Städte der Welt wie Berlin, Rio de Janeiro und Jakarta zusammen. Mithilfe einer individuell zugeschnittenen App wollen die Gründer nachhaltige Mobilität für alle Bürger einer Stadt zu einer Gewohnheit machen. In der App können die Nutzer sowohl öffentliche Verkehrsmittel als auch private Mobilitätsdienste unter einem Dach finden. Für die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) hat Trafi die weltweit größte Mobility-as-a-Service Plattform umgesetzt. Außerdem nutzen auch führende Unternehmen wie Apple, Google, Lyft und Gojek die Technologie von Trafi.