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2026 ist es soweit: Dann können Passagiere ein Lufttaxi zum und vom Groningen Airport Eelde nehmen. ELECTRON aviation wird die Lufttaxis bauen, in denen vier Passagiere Platz finden. Das Unternehmen hat kürzlich eine Absichtserklärung mit dem Flughafen Groningen unterzeichnet. „In zehn Jahren werden wir 30 Drehkreuze für Lufttaxis haben, die über ganz Europa verteilt sind“, sagt Firmengründer und Geschäftsführer Josef Mouris. Wie geht es mit den Plänen voran? Mouris hat uns auf den neuesten Stand gebracht.

Eine Städtereise nach London, Berlin oder Brüssel: Für viele Menschen ist das die ideale Freizeitbeschäftigung. Nimmt man jedoch den Zug oder das Auto, ist man oft einen halben Tag unterwegs. Der Flughafen Groningen Eelde wird der erste Flughafen sein, den ELECTRON aviation nutzen wird. Das Unternehmen wird Flüge innerhalb Europas mit einer Reichweite von 750 Kilometern völlig emissionsfrei ermöglichen.

Damit ist das Unternehmen ein Vorreiter auf dem Gebiet des nachhaltigen Fliegens. „Im August wurden bereits Demonstrationsflüge mit einem elektrischen Doppelsitzer des Niederländischen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (NLR) durchgeführt. Er flog eine Tour über verschiedene Flughäfen in den Niederlanden“, sagt Mouris. „Es handelte sich jedoch um einen Doppelsitzer für Schulungszwecke. Flüge auf Batteriebasis sind im Kommen, und wir gehören zu den ersten, die Flugzeuge entwickeln, die Passagierflüge ermöglichen werden.“

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Josef Mouris

Solarpark und Ladestationen

Bevor von Eelde aus elektrisch geflogen werden kann, muss noch viel getan werden, sowohl praktisch als auch auf dem Papier, erklärt Mouris. „Es ist eine Menge Arbeit, die Elektroflugzeuge zu zertifizieren. Wir haben bereits einen selbstentwickelten Doppelsitzer, der im Ausland fliegt. Jetzt arbeiten wir hart daran, die Finanzierung für die nächste Phase zu sichern. Sobald dieser Prozess abgeschlossen ist, kann der praktische Teil beginnen. „Wir müssen die Flugzeuge bauen und Ladestationen auf dem Flughafen installieren“, sagt er. Wir haben uns verpflichtet, zu 100 Prozent emissionsfrei zu reisen. Das bedeutet auch, dass die Passagiere die Möglichkeit haben müssen, mit Elektroautos von der Arbeit oder von zu Hause zum Flughafen gebracht zu werden und dass wir zu 100 Prozent Ökostrom verwenden.“

Seit einiger Zeit arbeitet Eelde an dem Ziel, bis 2030 der nachhaltigste Flughafen Europas zu werden. Es ist daher der ideale Standort für ein Start-up wie ELECTRON aviation. „Einer der Gründe, warum wir uns für Eelde entschieden haben, war der große Solarpark, der dort bereits vorhanden ist; mehr als groß genug, um alle Flugbewegungen mit Strom zu versorgen.“ Außerdem wird auf dem Flughafen bald Wasserstoff verfügbar sein.

Darüber hinaus bringt der Lufttaxidienst auch den Bewohnern des Nordens viel. „Jetzt müssen sie oft nach Schiphol fahren, um ein Flugzeug zu besteigen. Es handelt sich um ein dünn besiedeltes Gebiet, aber unsere Flugzeuge müssen nicht 190 Plätze besetzen. Ein bis vier Fahrgäste sind ausreichend. Eelde kann als Beispiel für den Rest der mehr als 2.700 Flughäfen in Europa dienen.“

Tickets ab 225 Euro

Ist ein solches Lufttaxi für den Durchschnittsbürger überhaupt erschwinglich? „Es wird etwa 900 Euro kosten, wenn man zu viert eine Strecke von etwa 400 Kilometern fliegt. Es ist also teuer“, räumt Mouris ein. „Aber wenn man den Preis mit den anderen Passagieren teilt, ist es machbar, vor allem für Geschäftsreisende, die jetzt noch mit Privatjets oder Business-Class-Tickets reisen. Denn zunächst sind die Lufttaxis für diese Reisenden besonders attraktiv.“

Außerdem verbringen Passagiere, die von Groningen aus in europäische Städte wie Kopenhagen reisen, einen Tag länger im Zug bei der Reise über Schiphol, was ebenfalls einen finanziellen Nachteil darstellt. „Vergessen Sie nicht: Zeit ist auch Geld. Mit dem Lufttaxi ist es möglich, innerhalb von zwei Stunden am Ziel zu sein.“

Langfristig, so prognostiziert Mouris, werden die Preise sinken. „Ich erwarte, dass wir irgendwann mit den Preisen von Billigfluglinien und sogar mit der Bahn konkurrieren werden. Bedenken Sie, dass Kerosin derzeit kaum besteuert wird, die Fluggesellschaften können für 35 Cent pro Liter tanken. Das wird sich hoffentlich ändern.“

Große Entfernungen

Die Entwicklung von Elektrobatterien schreitet derzeit in rasantem Tempo voran. In zehn Jahren sollte es daher möglich sein, die Reichweite von 750 km auf 1500 km zu erhöhen, prognostiziert Mouris. „Innerhalb von zehn Jahren werden batteriebetriebene Elektroflugzeuge weiter fliegen als wasserstoffbetriebene Flugzeuge“. Das Start-up schwört deshalb in absehbarer Zeit auf reine Elektroflüge. „Die Energieeffizienz des batterieelektrischen Fliegens ist um ein Vielfaches besser als die von Wasserstoff. Die Batterien sind leicht zu recyceln und außerdem ist das batterieelektrische Fliegen viel billiger, das zeigt der Automobilsektor. Doch egal auf welche Weise: Solange der Luftverkehr der Zukunft zu 100 % emissionsfrei und obendrein wirtschaftlich rentabel ist, bin ich dafür.“

Wirkung

Und wo wird ELECTRON aviation in zehn Jahren stehen? „Bis dahin werden wir etwa 30 Drehkreuze für Lufttaxis haben, die über ganz Europa verteilt sind. Wir werden dann 1.000 Flugzeuge in der Flotte haben. Das bedeutet, dass wir mit unseren Dienstleistungen bis zum Ende des Jahrhunderts rund 337.000 Tonnen CO2 aus dem Mobilitätssektor entfernen werden. Dabei wird von 155 Gramm CO2 pro Personenkilometer ausgegangen, die derzeit im Durchschnitt im Mobilitätssektor ausgestoßen werden“. Mouris weist aber darauf hin, dass es nicht nur um Emissionen aus dem Luftverkehr, sondern auch aus dem Straßenverkehr geht. „Es gibt mehr als eine Milliarde Autos auf der Welt, die wir ersetzen müssen, im Vergleich zu nur 30.000 Flugzeugen. Und es gibt einen großen Mangel an sauberer Energie. Die Luftfahrt kann also einen enormen Beitrag zur Beschleunigung der Energiewende leisten. Ich denke, das ist ein wirklich lohnendes Ziel, das es wert ist, verfolgt zu werden!“

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