Nein, Kommissarin Mirjam Wulfse wird sicher nicht sagen, dass dieser Hyperloop-Terminal in Groningen gebaut wird, nachdem es der Provinz und der Gemeinde gelungen ist, den begehrten Standort für das Testzentrum der aufgeschobenen U-Bahn des Delfter Start-ups Hardt zu sichern. „Aber wenn es tatsächlich geschehen würde, wäre das natürlich absolut fantastisch”, so die VVD-Politikerin. Denn dann würde Groningen plötzlich zum Zentrum Europas, und es wäre nicht mehr eine weit entfernte Ecke der Niederlande, in die man nicht so gerne fährt.

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Warum wollten Sie das Hyperloop-Testzentrum unbedingt in Groningen ansiedeln?

Weil wir an allen Fronten mit der Ökologisierung der Mobilität und der Mobilität der Zukunft beschäftigt sind. Das geht ziemlich weit. Es geht auch um unser Energieprogramm. Als Provinz arbeiten wir an einem substanziellen Angebot für einen Windpark auf See, am Wattenmeer. Wir wollen diese Windenergie nach Eemshaven leiten, wo sie durch Elektrolyse in Wasserstoff umgewandelt wird. Wir wollen eine Schlüsselprovinz werden, die den Wasserstoff im großen Stil im Verkehrssektor einführt. Und wir führen auch Versuche mit autonomem Fahren durch. Denn wir haben mehrere Gebiete, i denen es bergab geht.

Kommissarin Mirjam Wulfse (VVD) sieht in der Zusammenarbeit mit dem Hyperloop-Testzentrum Chancen für die Industrie in Groningen.

Weil einige bemannte Buslinien auf einigen Strecken nicht mehr rentabel sind?

Unter anderem. Obwohl die Menschen sie brauchen. Gestern wurde zum Beispiel von meinem Kollegen Fleur Gräper [D66, d.Red.] der Versuch mit dem ersten selbstfahrenden Zug gestartet. Und wir haben zwanzig neue Elektrobusse angeschafft. Wir arbeiten also auf vielfältige Weise an den Verkehrsmitteln der Zukunft. Wir wollen dabei wirklich eine Vorreiterrolle übernehmen. Wir haben das Hive.Mobility Zentrum. Dem Zentrum angeschlossen sind innovative Unternehmen wie Holthausen in Hoogezand, ein kleines Unternehmen, das ebenfalls mit Wasserstoff arbeitet und Fahrzeuge so umrüstet, dass sie mit Wasserstoff betrieben werden können.

Können sie auch einen alten VW mit Wasserstoff betreiben?

Ja, das haben sie gemacht. Es gibt in ihrer Firma immer noch einen dieser umgebauten VWs. Aber sie haben zum Beispiel auch einen wasserstoffbetriebenen Straßenkehrer gebaut, der in Amsterdam herumfährt.

Welche Beziehung genau hat das Hyperloop-Testzentrum zu diesen Unternehmen?

In Groningen wollen wir auf verschiedenste Weise am Transport der Zukunft beteiligt sein. Der Bau des neuen Hyperloop-Testzentrums passt perfekt dazu.

Welche Erwartungen für Groningen knüpfen Sie an den Bau des Hyperloop-Testzentrums?

Wir haben hier einige sehr interessante Firmen, die Tests mit dem Hyperloop durchführen wollen. Bei den Auswahlgesprächen wurden wir auch gefragt, welche Firmen hier sind, die mit Hardt zusammenarbeiten möchten. Damals konnten eine Reihe von Unternehmen wir vor Ort nennen.

Könnten Sie sie jetzt nennen?

Zum Beispiel Unternehmen wie Koopman Logistics in Leek und Heiploeg. Letzteres ist ein Unternehmen, das Garnelen, die von Fischern in Zoutkamp in der Nähe des Wattenmeeres gefangen wurden, nach Marokko transportiert, damit sie dort geschält werden können.

Wenn Sie diese Garnelen mit Hyperloop nach Marokko transportieren wollen, muss ein Tunnel nach Marokko gebaut werden …

Sie könnten einige Tests durchführen, um zu sehen, ob es funktioniert. Und dann könnten sie das System im großen Maßstab umsetzen. Aber es könnte auch in eine andere Richtung gehen. Diese offene Entwicklung und moderne Betriebsführung ist für uns sehr attraktiv.

Wie stehen Ihrer Meinung nach die Chancen, dass es in Groningen ein Boarding-Terminal geben könnte?

Es sind bald zehn Jahre, dass man mit dem Hyperloop experimentiert hat, und dann werden wir viel mehr wissen als jetzt. Aber um ehrlich zu sein, habe ich keine Ahnung, ob es wahrscheinlich ist, dass das passieren wird. Natürlich wäre es fantastisch.

Eine Hyperloop-Station in Groningen wäre eine gute Lösung für Dörfer, in denen immer weniger Menschen leben. Dann würden sich vielleicht mehr Menschen in Groningen niederlassen, die derzeit in der Randstad leben und arbeiten [Amsterdam/Flevoland/Utrecht/Rotterdam/Den Haag, wo die Mehrheit der Einwohner lebt und arbeitet, d.Red.]. Auch wenn sie überbevölkert und extrem teuer ist.

Deshalb steht die Verbindung hier so weit oben auf der Tagesordnung.

Sie hatten das Geld für die Zuiderzee-Linie, die am Ende nicht zustande kam, oder? Die brauchen Sie nicht mehr, da Sie dann die Hyperloop-Verbindung nutzen können.

Ja. Allerdings haben wir dafür eine saftige Entschädigung bekommen. Übrigens werden drei Millionen Euro von der Provinz an Hardt Hyperloop gezahlt [im Gegensatz zu der einen Million Euro vom Gemeinderat, d.Red.]. Das kommt aus einem Fonds, der für strukturelle Verbesserungen für die Zukunft und die wirtschaftliche Entwicklung von Groningen bestimmt ist. Der Bau des Hyperloop-Testzentrums passt sehr gut dazu.