„Giving food waste a second taste.” Das ist die Mission von Elzelinde van Doleweerd und Vita Broeken. Mit ihrem Unternehmen Upprinting Food verwenden die Industriedesignstudenten der Technischen Universität Eindhoven (TU/e) Lebensmittel wieder, die normalerweise weggeworfen werden. Mit einem 3D-Drucker stellen sie dekorative und essbare Elemente für die Verwendung in Gerichten her. „Wir werfen ein Drittel der von uns produzierten Lebensmittel weg. Wir wollen das auf diese Weise reduzieren“, sagt Van Doleweerd.

In den Niederlanden wird viel Brot weggeworfen. Deshalb nutzen die Schüler dies als Grundlage für ihr Püree. Hiermit macht ein 3D-Drucker schließlich essbare Formen. „Des Weiteren gebrauchen wir auch viel (Knollen-)Gemüse oder Obst“, sagt Van Doleweerd. Das verschwindet allzu oft im Müll, weil es „nicht mehr gut aussieht“, obwohl es noch essbar ist. „Wir trocknen das Brot, wodurch eine Art Pulver übrigbleibt. Das macht das Püree von Gemüse oder Obst fest“, erklärt sie. „Sobald die Formen gedruckt sind, werden sie gebacken und getrocknet. So sind sie länger haltbar.“

Das Püree wird in eine Spritze im 3D-Drucker gegeben. Mit einer kleinen Nadel baut die Maschine Schicht für Schicht eine Figur auf. Daher sollte das Püree nicht zu dick, aber auch nicht zu dünn sein. Die Frauen experimentieren viel mit den Zutaten. Zu diesem Zweck sammeln sie Abfälle vom Albert Heijn in Eindhoven. „Wir wissen nie im Voraus, was wir bekommen werden, aber es gibt so viele Möglichkeiten, sodass wir immer etwas daraus machen können.“

Restaurants als Ausgangspunkt

Obwohl Supermärkte viele Lebensmittelabfälle haben, konzentrieren sich die Studentinnen derzeit ausschließlich auf Restaurants. Gastronomiebetriebe können einen 3D-Drucker mieten oder kaufen. So können sie ihre eigenen Abfälle zu Gerichten verarbeiten. Letzte Woche haben die Studentinnen im Hubble Community Café eine Präsentation vor Restaurantbesitzern und anderen Interessenten gehalten. Die Resonanz war positiv. Die Teilnehmer gaben an, dass viel Essen im Müll landet, obwohl es immer noch auf diese Weise verwendet werden kann. Auch wenn es viele praktische Anforderungen an die Benutzerfreundlichkeit der Drucker gab.

Um zu sehen, wie der Drucker in einem Restaurant funktioniert, testeten die Studentinnen den Prozess im Karperdonkse Hoeve in Eindhoven. „Die Kunden haben sehr positiv reagiert“, sagt Ingrid van Eeghem, Inhaberin der Karperdonkse Hoeve. „Eine Firma, die bei uns essen ging, wollte sogar ihr eigenes Logo drucken lassen.“ Neben neuen Formen probierten die Köche laut ihr ständig neue Rezepte aus. „Es ist sehr interessant zu sehen, wie viele der eigenen Essensreste man noch nutzen kann“, sagt sie. „Wir haben wirklich deutlich weniger weggeworfen.“ Darüber hinaus wurde eine gute Atmosphäre zwischen den Mitarbeitern und ihren Kunden geschaffen. „Es waren nicht nur die Leute in der Küche, die an dem Drucker arbeiteten. Auch die Bedienung“, erklärt sie. „Sie haben den Drucker gewartet oder den Kunden erklärt, wie er funktioniert.“

Globales Interesse

Wenn Restaurants mit dem Drucker so umgehen, ist das Ziel von Upprinting Food erreicht. „Das Wichtigste für uns ist, dass die Restaurants sehen, was sie aus ihren eigenen Abfällen machen können.“ Die Designerinnen schauen nicht nur nach den Niederlanden, sondern auch nach anderen Ländern. „Wir waren auf der Design Week in Peking. Dort haben wir mit Reis als Basis gearbeitet, weil das dort die meisten Überreste ausmacht“, sagt Van Doleweerd. „Auch die Restaurantbesitzer dort reagierten sehr begeistert.“

Der Beitrag zur Reduzierung der Verschwendung von Lebensmitteln ist auch ein wichtiges persönliches Ziel der Studentinnen. „Die Kombination von Nachhaltigkeit mit neuer Technologie bietet interessante Lösungen“, sagt Van Doleweerd. Dieses Konzept begann als Projekt in der Uni, hat sich aber in sechs Monaten zu einem Unternehmen entwickelt. „Wir haben uns über das Design Forum an einem Projekt teilgenommen, um die Idee tatsächlich auf den Markt zu bringen“, sagt Broeken. Darüber hinaus können die Studentinnen das Unternehmen durch das TU/e innovation Space weiterentwickeln, eine Community, in der die Universität Start-ups und Studententeams in der Anfangsphase ihres Konzepts unterstützt.

Sensibilisierung wichtig

In Zukunft werden die Studentinnen über die Gastronomie hinausschauen wollen. „Zum Beispiel gibt es in Supermärkten auch sehr große Abfallmengen“, sagt Van Doleweerd. Wenn die Studentinnen dies reduzieren können, wird dies zu großen Veränderungen in den Niederlanden führen. „Wir müssen uns zuerst die Entwicklung von 3D-Druckern ansehen.“ Auch wenn ihrer Meinung nach die Sensibilisierung das Wichtigste ist. „Die Menschen zu Hause müssen sich auch genau ansehen, wie viel Essen sie wegwerfen und was sie bei Bedarf damit machen können. Unsere 3D-Drucker helfen, darüber nachzudenken.“