(c) Johan Brouwer

Corien Oenema, CEO und Gründerin von Coobly, konzentrierte sich mit ihrem Unternehmen bereits vor dem Ausbruch der Corona-Krise auf Online-Unternehmertum. Doch jetzt sieht sie ihre (potenziellen) Kunden vielleicht mehr denn je damit kämpfen, diesen Schritt zu tun. Vor allem, um angesichts all der physischen Einschränkungen, die diese Krise mit sich bringt, auch weiter Dienstleistungen für bestehende Kunden anbieten oder sogar neue Kunden gewinnen zu können. Mit Coobly stellt Oenema ihren Kunden, bei denen es sich überwiegend um Wissensprofis handelt, eine Online-Plattform zur Verfügung, die es ihnen ermöglicht, ihre Dienstleistungen auch ohne persönlichen Kontakt zu vermarkten. Oenema: „Ich denke, wir werden in Zukunft ohnehin viel mehr online aktiv sein. Durch mein Unternehmen möchte ich die Menschen so weit wie möglich von ihren Sorgen entlasten.“

Wie kamen Sie auf die Idee, Coobly zu gründen?

Ich komme aus einer echten Unternehmerfamilie. Eltern, Onkel und Tanten, alle sind in diesem Geschäft tätig. Das Unternehmertum liegt mir im Blut, ich wurde hineingeboren. Mein erstes Unternehmen war ein Medienunternehmen, das ich mit meinem Mann im Jahr 2000 gegründet habe. Es war ursprünglich ein traditionelles Medienunternehmen. Wir habenBroschüren und andere Offline-Ressourcen für unsere Kunden erstellt. An einem bestimmten Punkt wurde die Rolle dieser Broschüren von Websites übernommen. Diese Online-Seite hat mir auch sehr gut gefallen. In der Zwischenzeit ging es dem Unternehmen auch sehr gut. Leider klappte meine Beziehung nicht so gut. Nach der Scheidung dachte ich, wie geht es weiter? Was werde ich jetzt tun – als alleinerziehende Mutter mit vier Kindern? Da ich meinen Hintergrund im Online-Marketing und -Vertrieb hatte, dachte ich: Das ist der naheliegendste Weg, um zu beginnen, mein eigenes Geld zu verdienen. Das führte zur Gründung von Coobly.

Was genau ist Ihr Produkt?

Am Anfang war ich das. Mit meiner Marketing- und Verkaufserfahrung wollte ich andere Unternehmer beraten. Mit der Zeit merkte ich jedoch, dass meine Kunden neben Wissen auch technisches Know-how benötigten. Denn mit einer Website allein ist man noch nicht am Ziel. Deshalb bietet Coobly komplette All-in-One-Pakete für Unternehmen, die bereit sind, online zu gehen. Das heißt, die Website und die dazugehörigen Online-Elemente. Wie z.B. Blogs, einen Webshop sowie Managementschulungssysteme, die es ihnen ermöglichen, ihr Wissen an ihre Kunden weiterzugeben, sowie ihre eigene Online-Community.

Wer sind Ihre Kunden? Und welchen Nutzen hat Ihr Produkt für sie?

Es sind Fachleute, in erster Linie Wissensexperten. Zum Beispiel Designer, Fotografen, Ausbilder, Gesundheitscoaches und Finanzberater. Es sind Menschen, die alle sehr gut in dem sind, was sie tun. Sie haben ein großartiges Produkt, aber sie haben oft nicht wirklich eine Ahnung, wie sie ihre Kunden erreichen können. Das ist wirklich schade. Deshalb helfen wir ihnen dabei, indem wir ihnen helfen, eine Online-Plattform einzurichten. Die Nachfrage danach war so groß, dass das schließlich zu unserem Produkt wurde.

Was war für Sie am schwierigsten bei der Gründung Ihres Unternehmens?

Ich war bereits Unternehmerin. Beim Unternehmertum geht es ständig um Höhen und Tiefen, um Versuch und Irrtum. Was aber gerade für einen angehenden Unternehmer eine Herausforderung bleibt: Man muss immer wieder aus seiner Komfortzone herauskommen und etwas Neues machen.

Was ich vielleicht am schwierigsten fand: mein eigenes Team aufzubauen. Ab einem bestimmten Punkt kann man nicht mehr alles alleine bewältigen. Und man muss Leute einstellen und mit ihnen ein Team bilden. Als Unternehmer ist man selbst sehr ehrgeizig. Aber wie stellt man sicher, dass man sein Team mit diesen Ambitionen ins Boot holt? Man muss sich vollkommen klar darüber sein, was man will, um seinem Team seinen Traum zu vermitteln.

Wie „Coronafest“ ist Ihr Unternehmen?

Wegen der Corona-Krise haben viele Unternehmer mit dem Verlust ihrer regulären Arbeit und dem Verlust von Kunden zu kämpfen, die sie nicht mehr in der gewohnten Weise bedienen können.

Um ein Beispiel zu nennen: Wir haben einen Gruppencoach als Kunden, der normalerweise immer Unternehmen besucht, um Coaching-Sitzungen anzubieten. Das ist aufgrund der Corona-Krise nicht möglich. Während ihre Klienten, jetzt, da die Spannung innerhalb einer solchen Gruppe vielleicht noch größer ist als zu der Zeit, als sie physisch noch zusammen waren, ihre Dienste definitiv benötigen. Daher stellt sich die Frage: Wie kann man diese Dienste online anbieten?

Deshalb haben wir mit Coobly ein „Corona-Paket” entwickelt: ein Produkt, das Unternehmern nicht nur jetzt, sondern auch in Zukunft hilft, wenn die Krise hinter uns liegt. Dabei handelt es sich um einen 30-tägigen Trajekt, bei dem wir ihnen nicht nur etwas über digitales Unternehmertum beibringen, sondern ihnen auch dabei helfen, ein digitales Produkt zusammenzustellen, wie zum Beispiel einen Online-Schulungskurs. Außerdem entwickeln wir eine Strategie für die Gegenwart, aber auch für die Zukunft. Dieser Service hat sich als echter Hit erwiesen. Viele Menschen, die seit etwa einem Jahr an der Idee gezweifelt haben, online Geschäfte zu machen, kommen jetzt zu uns. Im Moment haben wir mehr zu tun denn je. Statt eines Abschwungs sehen wir tatsächlich eine Vervierfachung unseres Kundenstamms.

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