OceanOps reduziert die Anzahl von Verzögerungen beim Containertransport. Mit einer dynamischen Plattform für Routenänderungen ermöglicht das brandneue Unternehmen aus Rotterdam Spediteuren und Importeuren, ihre Fracht zu kontrollieren und die beste Route zu finden. Das internationale Start-up (britisch, serbisch und russisch) wird in Kürze im Silicon Valley pitchen

CEO Saif Khalaf gibt einige Hintergrundinformationen.

Aus welchem Grund haben Sie das Unternehmen gegründet?

Nach zwölf Jahren in der Containerschifffahrtsbranche auf verschiedenen Ebenen war ich frustriert über das Tempo des Fortschritts in diesem Sektor. Im Jahr 2018 kam ich zu Avantida, einem Frachttechnologie-Start-up, das für mehrere große Reedereien und Transportunternehmen arbeitet. Hier habe ich gelernt, wie man ein Konzept entwickelt und mit Softwareentwicklern zusammenarbeitet.Eine fantastische Erfahrung. Im Mai 2019 kündigte ich und trat dem Antler-Programm, einem Start-up-Generator, bei, um Mitbegründer für OceanOps zu finden.

Was macht OceanOps?

Bei einem Drittel der Seecontainer gibt es Verzögerungen, die unter anderem auf betriebliche Probleme zurückzuführen sind. OceanOps will für Kunden von Container-Reedereien durch dynamische Routenänderungen etwas dagegen tun. Wir bieten alternative Routen an, sobald die Gefahr einer Verspätung besteht, damit die Ladung pünktlich am Zielort eintrifft. Es ist ein ähnliches Konzept wie in Waze, aber statt ein Auto umzuleiten, wenn es im Verkehr feststeckt, machen wir das mit Containern. Die Plattform von OceanOps ist Software As a Service und einfach zu bedienen.

Was unterscheidet OceanOps von seinen Wettbewerbern?

Es gibt verschiedene Start-ups, die versuchen, diese Verzögerungen durch Vorhersagen oder Internet of Things (IoT) zu vermeiden, aber Vorhersagen haben ihre Grenzen. Zum Beispiel, wie sagt man einen Hafenstreik voraus? Dasselbe gilt für IoT. Was tun Sie, wenn Sie feststellen, dass Ihre Ladung sich verzögert hat, auch wenn Sie sie verfolgen können? Sie können auf Luftfracht umsteigen, die viel teurer ist als Seefracht. Es reicht also nicht aus, nur eine dieser Lösungen zu nutzen.

Hier kommt OceanOps ins Spiel. Wir können als die Echtzeitlösung zur Umleitung von Fracht gesehen werden, wenn Probleme auftreten. Im Moment sind wir das einzige Start-up, das Algorithmen für optimale Containerrouten vom Schiff zum Zielort nutzt.

Das geschieht durch die Kombination verschiedener Datenquellen und nicht nur von Hafen zu Hafen, sondern auch im Inland. Diese Daten beinhalten Planungsdaten für mehr als viertausend Schiffe von mehr als hundert Reedereien, zusammen mit den Inlandsrouten.

Die Gründer Julia Vlasova, Saif Khalaf und Vladimir Avramov von OceanOps

Wie hat die Branche reagiert?

Seit der Entwicklung unserer ersten Version der Plattform haben wir uns mit Spediteuren und Frachteignern auf Tests in weniger als einem Monat geeinigt. Und jetzt werden wir im Januar unseren ersten bezahlten Test mit einem niederländischen Spediteur starten. Das ist ziemlich schnell für einen B2B-Start in der konservativen Schifffahrtsbranche.

Auf welche Hindernisse sind Sie gestoßen?

Es ist eine aufregende Zeit in der Schifffahrt und Logistik, denn diese Branchen konzentrieren sich jetzt auf die Digitalisierung. Aufgrund ihrer alten IT-Systeme hinken diese Branchen anderen Branchen hinterher. Die Kunden haben zum Beispiel bei der Zustellung von kleinen Paketen eine große Auswahl, wie Track and Trace, Zustellort oder auch die Wahl, an welchem Tag ein Paket zugestellt werden soll. Für Container gibt es keine Garantien auf den Zustelltermin.

Das lässt Kunden von Reedereien zweifeln, zob sie den Weg ihrer Sendungen ändern können. Unser Ziel ist es, mit dem Mythos aufzuräumen, dass Reedereien ihren Kunden bei der Lösung von Verzögerungen nicht helfen wollen oder können. Es liegt im Interesse der Reedereien, ihren Kundenservice aus kommerzieller und betrieblicher Sicht zu verbessern. Aufgrund unserer praktischen Erfahrung in der Schifffahrtsbranche haben wir sichergestellt, dass unsere Plattform unseren Kunden alle Details zur Verfügung stellt, die eine Reederei wissen muss, um die Sendung schnell und effektiv umleiten zu können.

Was war das bisherige Highlight?

Es gab viele Highlights in so kurzer Zeit. Zum Beispiel war es eine Erfahrung, frühzeitig Venture Capital für einige Großinvestoren zu pitchen. Außerdem hätte ich nie gedacht, dass wir nach nur fünf Monaten im Geschäft zu einer Präsentation ins Silicon Valley eingeladen werden.

Was passiert als Nächstes?

Wir werden uns darauf konzentrieren, unser Produkt durch Versuche mit Kunden für den Markt bereit zu machen. Das wird uns helfen, die verschiedenen Probleme zu verstehen, die sie haben, die Routen für ihre Container festzulegen und die Logistik zu bewältigen. Außerdem erwarten wir den Abschluss einiger wichtiger Partnerschaftsverträge. Und natürlich werden wir uns darauf vorbereiten, durch große Mengen Kostenerspanisse zu ermöglichen.

Wo wird OceanOps in fünf Jahren stehen?

Wir werden in der Lage sein, unseren Kunden die umfangreichsten Möglichkeiten aller Routen zu zeigen, einschließlich intermodaler Inlandsverbindungen. Wir werden künstliche Intelligenz einsetzen, um das Ausnahmemanagement für den Containertransport vollständig zu automatisieren.

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Über den Autor

Author profile picture Paul Smits ist Politikwissenschaftler und arbeitet als Journalist. Die meiste Zeit arbeitete Paul als Reporter für eine Zeitung (Rotterdams Dagblad, AD). Heute arbeitet er als Freiberufler aus Südamerika (Ecuador).