Das tschechische Start-up-Unternehmen Spaceflow führt Technologie in einen der altmodischsten Branchen ein – die Vermietung von Wohn- und Büroräumen. „Unser Ziel ist es, in Gebäuden das Leben für die Bewohner zu digitalisieren, indem wir ihnen einen einfachen Zugang zu allen Dienstleistungen, gemeinsamen Ressourcen und dem Kommunikationsfluss in der Umgebung ermöglichen“, sagt Lukas Balik, Mitbegründer und CEO des Unternehmens. Spaceflow wurde vor drei Jahren von einem ehemaligen Wirtschaftsstudenten und zwei Experten aus der Immobilienbranche gegründet. „Sie wussten, dass der Wandel vor der Tür stand. Gemeinsam haben wir gesehen, dass wir mit einer technologischen Plattform für Mieter etwas bewegen können“, sagt Lukas. Es scheint, dass sie Recht hatten. Heute ist das Start-up in 12 Ländern tätig, darunter den USA, Großbritannien, Dänemark, Deutschland und Japan. Vor kurzem hat es 1,6 Millionen Euro an Finanzmitteln aufgenommen.

Was genau ist Spaceflow?

Lukas Balik: Wir sind ein Immobilientechnologieunternehmen. Spaceflow ist eine App, die Gebäude mit ihren Mietern verbindet. Es ermöglicht die Kommunikation zwischen einem Mieter und Gebäudeeigentümern oder Verwaltern sowie mit anderen Mietern. Die App kann ihnen helfen, Gemeinschaftsräume wie Besprechungsräume, Parkplätze oder Einrichtungen wie einen Grill zu reservieren oder Wartungsprobleme an die Hausverwaltung zu melden. Es kann die Verbindung zu Dienstleistungen in der Region erleichtern, z.B. chemische Reinigung, Lebensmittellieferung. Außerdem ist es eine Drehscheibe für weitere Smart Building Integrationen wie Smart Access.

Sind diese Dinge wirklich so ein Problem für die Mieter, dass sie eine spezielle App benötigen, um einen Parkplatz zu reservieren oder einen Leckenden Wasserhahn zu melden?

Erstens, wenn Sie als Vermieter Mieter gewinnen und halten wollen, müssen Sie auf aktuelle Trends reagieren, wenn Mieter zunehmend exzellente Services wünschen und alle möglichen Annehmlichkeiten haben möchten. Als Vermieter können Sie ihnen verschiedene Annehmlichkeiten wie Fitness, Wellness, Verpflegung und so weiter anbieten. Die Technologie kann Ihnen dabei helfen. Noch wichtiger ist, dass die Vermieter auf diese Weise neue Einnahmequellen erschließen können. Mit der App können Hausverwalter die Zahlungen für Dienstleistungen rationalisieren und die Margen im Auge behalten.

Was für eine Innovation unterscheidet Sie von Ihren Mitbewerbern?

Die App verfügt über eine Reihe von Komponenten und Modulen. Beispielsweise verbinden wir unsere Plattform mit anderen Smart Building-Lösungen. Um ein Beispiel zu nennen, können wir es mit digitalen Schließfächern, einem Parksystem oder einem Zugangssystem verbinden, so dass man keine physischen Karten zum Öffnen der Tür braucht. Stattdessen machst man das mit seinem Handy. Außerdem haben wir ein internes Team von Community-Managern. Das ist entscheidend, denn manchmal haben die Vermieter nicht die Fähigkeiten oder die Zeit, sich mit neuen Technologien auseinanderzusetzen. So können unsere Community-Manager ihnen helfen, das Projekt zu installieren und vorzustellen und die richtigen Inhalte und Dienste für die Nutzer zu erwerben. Sie helfen auch, zu bewerten, was gut funktioniert, die richtigen Daten von der Plattform zu erhalten und die bestmöglichen Erfahrungen für die Mieter zu kuratieren.

Was war der beste Moment in der Geschichte des Unternehmens?

Die letzte Zeit. Das bezieht sich auf unsere jüngste Investitionsrunde mit zuverlässigen Partnern, die uns geholfen haben, unsere Plattform für die neuen Märkte zu erweitern. Eine weitere große Sache für uns ist, dass wir gerade unser erstes Projekt mit der Allianz gestartet haben. Das ist nicht nur eine große Versicherungsgesellschaft, sondern auch einer der größten Immobilieneigentümer weltweit. Das Unternehmen verwaltet mehr als 60 Milliarden verwaltetes Vermögen. Unser erstes Projekt für die Allianz ist das Flaggschiffgebäude The Icon in Wien.

Und was war der schwierigste Moment?

Ich denke, der war, als das Unternehmen gerade erst angefangen hat, als einen jeder Fehler, den man macht, ziemlich hart treffen kann. Als wir mit dem ersten Pilotprojekt begannen, wählten wir ein externes IT-Unternehmen, anstatt ein eigenes IT-Team aufzubauen. Eine externe Agentur ist aber immer ein Schritt zu weit. Wir mussten herausfinden, wie wir unser eigenes IT-Team zusammenstellen können. Wenn man langfristig und für einen globalen Markt etwas aufbauen will, muss man nahe bei den Entwicklern sein, um die besten Features und das beste Produkt entwickeln zu können.

Was sind deine Pläne für das kommende Jahr?

Das Wichtigste ist natürlich, so viele zufriedene Kunden und Nutzer wie möglich auf dem gesamten Markt zu haben. Dazu verstärken wir unsere Business Development Teams an mehreren Standorten. Unser Fokus in dieser Runde liegt auf der Erschließung des europäischen Marktes, und wir wollen auch unsere ersten Großprojekte in den USA. Ich würde mich freuen, wenn wir innerhalb eines Jahres viele Fortschritte machen könnten. In der nächsten Investitionsrunde könnten wir möglicherweise Partner in den USA finden.

Wo willst du in fnf Jahren sein?

Unser oberstes Ziel ist es, dass Spaceflow zum Standard für jedes Geschäfts- und Wohngebäude wird.

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