„Das wird nicht funktionieren!“ „Es ist wie ein Harry-Potter-Zauber!” – So in der Art waren die Reaktionen, als er sich zum ersten Mal auf eines der Beschleunigerprogramme bewarb. Es stimmt, die Idee klingt ein wenig wie ein Zaubertrick, denn DAC will die Kühltechnologien revolutionieren und die Luft mit Luft kühlen. Doch hinter dieser Idee stehen nicht die Zauberer von Hogwarts, sondern ein Team ukrainischer Ingenieure und Wissenschaftler. Jeder von ihnen hat zahlreiche wissenschaftliche Publikationen und mehrere Patente. Der Urheber und Leiter des Projekts ist Oleksandr Razumtsev, Inhaber von sechs Patenten und Autor von 25 wissenschaftlichen Arbeiten. Pavel Panasjuk (aus der Tschechischen Republik) ist verantwortlich für die Entwicklung des Geschäfts. Und sie haben das Unternehmen in Polen registriert, denn dort gab es einen Risikokapitalgeber, der an die Idee der Wissenschaftler glaubte.

CEO & Gründer Pavel Konecny

Was ist das von Ihnen erfundene dynamische Luftkühlungssystem genau?

Pavel Panasjuk, COO: Es ist eine Kühltechnologie, die ohne Chemie und Wasser auskommt. Es geht darum, Energie, die sich in der Luft befindet, in kinetische Energie umzuwandeln. So strömt warme Luft unter niedrigem Druck durch unsere Anlagen. Dabei wird ein Teil der Wärmeenergie abgeführt und die Luft wird dann kälter. Kurz gesagt, wir kühlen die Luft mit Luft. Es klingt irgendwie wie ein Perpetuum Mobile. Aber es funktioniert. Im Mai dieses Jahres haben wir einen Prototyp gebaut, nur um zu beweisen, dass es machbar ist. Derzeit sind wir in der Lage, die Luft um 60°C zu kühlen. Zum Beispiel können wir drei Quadratmeter 30° C Luft auf -30°C herunterkühlen und dafür benötigen wir nur 60 Sekunden.

Was ist der Grund für diese Technologie? Gibt es ein Problem mit den derzeit auf dem Markt befindlichen Kühlgeräten?

Die derzeit verwendeten Technologien sind schädlich, weil sie Chemikalien zur Kühlung verwenden, die 4.000-mal umweltschädlicher sind als CO2. Nur 250 Gramm Chemikalien, die in Kälteanlagen verwendet werden, haben die gleiche Klimawirkung wie eine Tonne CO2-Emissionen. Es gibt bereits Technologien, die Wasser zur Kühlung verwenden. Aber in Ländern mit extrem hohen Temperaturen gibt es immer ein Problem mit dem Zugang zu Wasser. Es ist aber nicht so, dass wir ein Problem lösen, indem wir ein anderes Problem verschlimmern. Einige Länder, wie die Europäische Union und die G7, haben dieses Problem verstanden und inzwischen die Kigali-Änderung des Montrealer Protokolls ratifiziert, die sie verpflichtet, die Verwendung chemischer Stoffe in Kühlprozessen zu begrenzen. Deshalb müssen wir eine völlig neue Technologie entwickeln, die umweltfreundlich ist und keine Chemikalien oder Wasser verwendet.

Welche Hindernisse müssen Sie überwinden?

In erster Linie die Finanzierung. Bisher haben wir etwa 90% der Kosten für die Forschung und Produktion des Prototypen mit eigenen Mitteln gedeckt. 10% bekamen wir von Investoren und einem Investmentfonds. Aber jetzt brauchen wir weitere Mittel, um Fortschritte machen zu können. Wir schätzen, dass wir etwa 700.000 Euro benötigen, um das Produkt in die Phase zu bringen, in der wir es auf dem Markt anbieten können. Das zweite Problem sind Leute. Unser Team ist auf den technischen Prozess vorbereitet. Aber die Anpassung unserer Geräte an die verschiedenen Märkte und Branchen ist eine große Herausforderung. Deshalb brauchen wie neue Mitarbeiter im Team, die sich mit Marketing, Patentschutz, Produktdesign und Kommunikation mit Investoren auskennen.

Was war die schlimmste Zeit für das Unternehmen?

Als wir den Prototyp zum ersten Mal einschalteten. Wir haben fast alles abgebrannt. Wir bauten das Gerät aus marktgängigen Teilen und kauften einen elektrischen Turbolader. Leider wurde der Turbolader für Autos und nicht für Kühlgeräte entwickelt. Als wir den Prototyp an die Stromversorgung anschlossen, war es ein Fiasko. Aus dem Turbolader spritzte Öl. Es war sogar an der Decke. Nach Rücksprache mit dem Hersteller haben wir ihn modifiziert. Das war eine der besten Zeiten für das Unternehmen.

Was passierte dann?

Oleksandr rief mich an und sagte mir, dass alles funktioniert. Nach vier Jahren Forschung und Vorbereitung zeigte sich, dass unsere Annahmen bezüglich unserer Theorien richtig waren.

Was Ihre deine Pläne für das kommende Jahr?

Erstens, die Sicherung eines Patents und die Vorbereitung einer kompletten Patentstrategie sowie die Erweiterung unseres Teams. Wir haben bereits ukrainische und tschechische Patente, jetzt wollen wir unseren Patentschutz erweitern. Das zweite ist die Herstellung eines Prototypen für einen unserer Kunden. Im Moment ist unsere Ausrüstung bei TLR4.

Wir haben einen Vertrag über den Bau von Kühlanlagen für einen Geschäftsraum unterzeichnet, den der Kunde testen wird.

Wo wollen Sie in fünf Jahren sein?

Nach unserem Plan werden wir in 2 ½ Jahren ein fertiges Produkt haben, mit dem auf den Markt gehen werden. Und in fünf Jahren möchten wir, dass unsere Technologie von anderen Herstellern anerkannt und in deren Anlagen eingesetzt wird. Weil wir nicht nur unsere Geräte verkaufen wollen. Wir wollen Technologien verkaufen, die diese Welt zumindest ein wenig besser machen.

Sie interessieren sich für Start-ups? Eine Übersicht über alle unsere Artikel zu diesem Thema finden Sie hier.

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Über den Autor

Author profile picture Katarzyna ist eine polnische Wirtschafts- und Technikjournalistin. In polnischen Medien erklärt sie die Europäische Union, Unternehmertum und die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. Bei Innovation Origins versucht sie, interessante Innovationen aus Mitteleuropa zu zeigen. Katarzyna ist fasziniert vom Lösungsjournalismus und davon, wie Technologien helfen können, zeitgenössische Probleme zu lösen. Sie betreibt auch InnovateCEE (www.innovatecee.com) - einen Blog über Innovationen aus Mitteleuropa.