Deltae Innovation Solutions B.V. in Zundert – einer Gemeinde in der niederländischen Provinz Brabant – versucht, kreativ mit Wasser umzugehen. Den Klimawandel im Blick steht im Mittelpunkt der Unternehmung ein kompakter unterirdischer Wassertank für den Agrarsektor, genannt Delta X. Es ist ein stabiler Wasserspeicher mit hohem Wirkungsgrad. Während starken Regens wird das Wasser gesammelt und für Trockenzeiten gespeichert. Die Komponenten sind recycelbar und die Konstruktion verbraucht relativ wenig Energie. Ein weiterer wichtiger Vorteil ist, dass der innovative Stauraum unter der Erde Platz spart.

Der Gründer, der kunstbegabte Bauingenieur Tijmen Dekkers (23) aus Zundert, dem Geburtsort Van Goghs, erklärt die Aktivitäten seines Unternehmens.

Was war die Motivation, Deltae zu gründen?

Es begann mit einem Wettbewerb, den ich gewonnen habe. Sein Titel lautete “Die Zukunft des niederländischen Deltalandes” und er wurde ausgeschrieben vom Museums Cruquius. Ich reichte den Entwurf eines Betonbeckens ein, das Wasser sammelt und verteilt. Die Idee war, besser mit Überschwemmungen und Dürren umzugehen. Als ich gewonnen hatte dachte ich, ich sollte mehr damit machen. Und so entstand die Idee für das Unternehmen.

Was macht das Unternehmen?

Im Mittelpunkt steht der unterirdische Wasserspeicher Delta X. Damit beschäftigen wir uns die meiste Zeit. Das System besteht jetzt aus einem Wassertank aus Aluminiumstangen, der wie ein IKEA-Paket zusammengesteckt werden kann.

Er wurde entwickelt, um eine Vielzahl von Zielen zu erreichen. Die unterirdische Konstruktion macht es möglich, dass man den Raum darüber nutzen kann. Regenwasser wird bei Niederschlägen gesammelt und kann bei Dürren genutzt werden. Die Konstruktion ist leicht und stabil, so dass sie stark belastet werden kann.

Einer der Vorteile des leichten Materials ist, dass die gesamte Konstruktion einfach zu transportieren ist. Dies wiederum spart Energie und CO2. Die Anwendung eignet sich gut für die Baumschule, wo sie jetzt getestet wird, oder den Anbau von Erdbeeren und Tomaten. Es gibt verschiedene Arten von Wasser für die Landwirtschaft, aber das beste ist Regenwasser. Es schafft eine stabile Basis, während es z.B. im Quellwasser schädliche Stoffe geben kann.

Da Aluminium mit Wasser reagiert und Ionen produziert, die in das Wasser gelangen (was gesundheitsschädlich sein kann, Hrsg.), werden wir Delta X modifizieren. Das Material wird ein Verbundwerkstoff mit den gleichen Eigenschaften sein: leicht und stark. Es kommt jedoch nicht zu einer Reaktion mit dem Wasser.

Darüber hinaus beraten und helfen wir bei der Ausarbeitung von Entwürfen hier und da. Deltae ist an einem Wasserspielplatz der Eisenbahnzone hier in Brabant, in Tilburg, beteiligt und hat auch den Corsospuwer entwickelt. Letzteres ist eine kreative Antwort auf Überschwemmungen. Der Corsopuwer sorgt dafür, dass das Regenwasser nicht in die Kanalisation gelangt, sondern in ihren Garten. Es ist geplant, dies bundesweit umzusetzen.

Gibt es ähnliche Start-ups, die das Gleiche versuchen?

Es gibt Alternativen zur unterirdischen Wasserspeicherung. Das Problem ist oft das Gleichgewicht zwischen Kosten, Strukturfestigkeit und Wartung. In der Regel werden Infiltrationskisten zur besseren Wasserbewirtschaftung eingesetzt, bei hohen Belastungen sind sie jedoch weniger widerstandsfähig. Und unser größter Vorteil ist, dass wir billiger sind. Wir haben niedrigere Kosten für Bau oder Transport.

Welche Reaktionen bekommen Sie auf Ihr Delta X-Produkt und die anderen Angebote?

Gerade lernen wir viel aus dem Versuch in der Baumschule Bömer. Wir erhalten auch genug Aufmerksamkeit. Allerdings hören wir oft die Frage: Wird es funktionieren? Wir können flexibel auf Anregungen reagieren. Wir müssen beweisen, dass es funktioniert.

Was ist bisher das größte Hindernis?

In der Branche gibt es manchmal eine Unterkapazität an Ingenieuren, die alternativ denken. Oder sie denken zu spezialisiert, nur innerhalb ihres eigenen Fachgebietes. Dann wird dem Ganzen zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Ich denke gerne “out of the box”. Vielleicht bin ich deshalb auch künstlerisch tätig. So habe ich mit meiner ‘Nachtwache aus Tee’ für Aufsehen gesorgt.

Was ist das Highlight bei Deltae?

Das war der Gewinn des ersten Preises des europäischen Wettbewerbs ‘Städte unserer Zukunft’ 2018. Wir haben gezeigt, wie man eine exemplarischen Stadt – ein Ort in Südafrika war vorgegeben – mit ausreichend Wasser versorgen kann.

Was erwarten Sie vom kommenden Jahr?

Neben der Verwendung von Komposit als neues Material für den Wassertank sind wir auch in der Teeplantage Zundert tätig. Sie könnte besseres Wasser gebrauchen. Wir arbeiten auch an einem Teekonzept für Saudi-Arabien. Und wir begeben uns auf eine Handelsreise von den Provinzen Noord-Brabant und Breda nach China.

Und was ist die langfristige Vision?

In vielen Städten gibt es Wasserprobleme, besonders bei Starkregen. Das Aufbereiten und Bereitstellen von gutem Wasser ist sehr wichtig. Wir hoffen, irgendwann ein solides Konsortium zu werden, weiter zu wachsen und möglicherweise einen Partner zu finden.

Möchten Sie mehr über Start-ups erfahren? Hier können Sie alle Episoden aus unserer Serie lesen.