Toogethr ist ein schnell wachsendes Start-up aus Utrecht. Es bietet intelligente Technologie für Fahrgemeinschaften und Parken auf dem Geschäftskundenmarkt an und will mit einer Investition von AutoBinck im restlichen Europa Fuß fassen.

Toogethr nutzt Algorithmen, um Kollegen, die unterwegs sind, miteinander zu verbinden und ihnen die Parkplatzsuche zu erleichtern. Das Start-up hat bereits zehntausende von Geschäftskunden in den Benelux-Ländern und ist ständiger Mobilitätspartner mehrerer großer Arbeitgeber in den Niederlanden. So half Toogethr kürzlich dem Molkereiunternehmen Danone, das Mobilitätsproblem seiner Mitarbeiter zu lösen, nachdem der globale Hauptsitz mit 1.800 Mitarbeitern vom Flughafen Schiphol nach Hoofddorp umgezogen war. Der neue Standort verfügt über 180 Parkplätze, während am bisherigen Standort mehr als 350 Parkplätze vorhanden waren. Toogethr bot eine Lösung mit Fahrgemeinschaften, Parkplätzen und Shuttlebussen.

Grund genug für Innovation Origins, sich für Toogethr als erstes Start-up im neuen Jahr zu entscheiden. Wir haben uns mit CEO Joost Bijlsma unterhalten.

Was ist Ihr Produkt und welches Problem lösen Sie?

Toogethr ist aus einem Unternehmen entstanden, das bereits 2013 von zwei Studenten gegründet wurde, die die Idee hatten, eine Fahrgemeinschafts-App zu lancieren. Zu dieser Zeit gab es immer mehr Staus und Fahrgemeinschaften schienen eine gute Lösung zu sein. Es war damals nicht einfach, solch ein Unternehmen erfolgreich zu führen, wahrscheinlich weil die Technologie noch nicht so weit entwickelt war und das mobile Internet viel langsamer war. Das heutige Management hat vor 3,5 Jahren begonnen und seitdem läuft es wie ein Uhrwerk.

Können Sie uns ein paar Zahlen nennen?

Wir haben heute insgesamt 25.000 Nutzer für unsere Mitfahrplattform, die wöchentlich von 10.000 Menschen genutzt wird. Das bedeutet, dass 6.000-7.000 Autos pro Woche weniger im Berufsverkehr unterwegs sind. Unser Modell ist lizenzbasiert, das heißt, dass Unternehmen ein Abonnement für ihre Mitarbeiter abschließen und zwischen 1,50 und 2 Euro pro Monat zahlen.

Was war das größte Hindernis, das Sie zu überwinden hatten?

Fahrgemeinschaften sind natürlich eine gute Lösung, um die Anzahl der Autos auf der Straße zu reduzieren. Allerdings wollen viele Menschen ihr Auto nicht mit irgendjemandem teilen. Angenommen, Sie treffen auf einen Junkie oder einen Sexualstraftäter. Vertrauen ist sehr wichtig, wenn es darum geht, Fahrgemeinschaften zu einem Erfolg zu machen. Ein Auto mit einem Kollegen zu teilen, ist dagegen sicher und praktisch. Außerdem macht es Spaß und bietet durch unser Punktesystem auch einige Vorteile. Die Mitfahrer werden beispielsweise mit einem kostenlosen Parkplatz belohnt. Bei den Treffen, die wir bei den Unternehmen, mit denen wir zusammenarbeiten, organisieren, werden oft innerhalb von fünf Minuten Kontakte zwischen Menschen hergestellt, die die gleichen Arbeitszeiten haben und in derselben Gegend wohnen. Das aktuelle Toogethr ist im Vergleich zu unseren Vorgängern wesentlich datenbestimmter. Unsere App verbindet die Kollegen untereinander auf Basis von Daten aus dem Toogethr-Netzwerk (‚Match & Ride’). Toogethr löst Parkplatzprobleme mit einer Online-Parkplatzverwaltungsplattform, die ebenfalls mit der App verknüpft ist.

Man hört oft, dass die Leute ihr Auto als verlängertes Wohnzimmer sehen und bereit sind, dafür etwas zusätzliche Reisezeit zu investieren.

Diese Erfahrung haben wir nicht gemacht. Die Sharing Economy ist heutzutage sehr en vogue. Wobei Fahrgemeinschaften nicht einmal unbedingt etwas für junge Leute sind. Das Durchschnittsalter unserer Nutzer liegt zwischen 35 und 45 Jahren.

Was sind Ihre Ambitionen, worauf wollen Sie in den kommenden Jahren hinarbeiten?

Die Investition der AutoBinck Gruppe – ein Familienunternehmen, das sich zu einem europäischen Player mit mehr als 1600 Mitarbeitern in acht europäischen Ländern entwickelt hat – ist für uns sehr wichtig. Sie wird uns mehr Schlagkraft bei der Umsetzung unserer Wachstumspläne und -ambitionen verleihen und uns in die Lage versetzen, ein wichtiger europäischer Akteur in diesem Bereich zu werden. Darüber hinaus hat AutoBinck viel Erfahrung mit Smart Mobility, was uns einen großen Mehrwert verschafft.

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