Schiffe gehören – was ihre relativen Emissionen anbelangt – immer noch zu den übelsten Dreckschleudern die es im Transportwesen gibt. Sie verwenden Schweröl als Treibstoff. Messungen des Naturschutzbunds Deutschland an Hafenterminals ergaben Schadstoffbelastungen, die selbst die Luftverschmutzung an stark befahrenen Straßen und großen Verkehrsachsen um das Fünfzig- bis Achzigfache übersteigt. Selbst unter Kreuzfahrtschiffen gibt es genau eines weltweit, dass auf das weniger schadstoffbelastete Flüssiggas setzt. Über aufwendige Systeme zur Abgasnachbehandlung wird seit Jahren diskutiert.

Siemens setzt mit der geplante Zusammenarbeit mit einem schwedischen Hersteller auf eine Null-Emissions-Strategie auf See. Ziel der Zusammenarbeit mit PowerCell, einem Hersteller von Brennstoffzellenmodulen, ist es, ein Energieversorgungssystem für Schiffe zu entwickeln, das auf Brennstoffzellen basiert.

Prinzip einer Brennstoffzelle: Aus Wasserstoff und Luft wird Strom.

Hierfür liefert Siemens mit SISHIP BlueDrive ein integriertes Energie- und Antriebssystem, in das PowerCell seine Brennstoffzellenmodule installiert. Mögliche gemeinsame Projekte könnten Energieversorgungssysteme für Fähren, Yachten, Kreuzfahrt- und Forschungsschiffe sein.

Vorreiter dieser Entwicklung sind die in den letzten Jahren vermehrt auf Fähren eingesetzten Batteriespeicher. Nächster Schritt ist nun die Erweiterung des Energieversorgungskonzeptes um die Brennstoffzelle. Brennstoffzellen zeichnen sich durch einen hohen Wirkungsgrad aus und sind in ihrem Betrieb frei von Schadstoffemissionen. Sie weisen eine geringe Lärmbelastung auf, beruhen auf dem fast unbegrenzt verfügbaren Rohstoff Wasserstoff und hinten kommt einfach nur Wasser raus.