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Studie untersucht Einfluss von öffentlicher Ladeinfrastruktur in Norwegen

Eine gute öffentliche Infrastruktur zum Laden von Elektrofahrzeugen kann ein Anreiz für Menschen sein, elektrisch betriebene Autos anzuschaffen, so Technische Universität Darmstadt in einer Pressemeldung. Das ergab eine Studie von Felix Schulz und Dr. Johannes Rode, Fachgebiet Internationale Wirtschaft am Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften der TU, die im Journal „Energy Policy“ veröffentlicht wurde.

Schulz und Rode untersuchten das Beispiel Norwegen. Das skandinavische Land hat den höchsten Anteil an Elektrofahrzeugen weltweit. Die Autoren vergleichen den Anteil von Elektrofahrzeugen in Regionen mit und ohne öffentliche Ladeinfrastruktur. Die Analyse zeigt, dass ein erster öffentlicher Ladepunkt den Anteil der Elektrofahrzeuge in einer Region im Durchschnitt um 200 Prozent innerhalb von fünf Jahren erhöht. Öffentliche Ladeinfrastruktur dient also als Anreiz für die Verbreitung von Elektrofahrzeugen.

Die Studie nutzt Informationen über den Standort öffentlicher Ladeinfrastruktur und den Anteil von Elektrofahrzeugen in 356 norwegischen Kommunen zwischen 2009 und 2019. Dabei konzentriert sie sich auf Gemeinden, in denen während dieses Zeitraums erstmals Möglichkeiten zum öffentlichen Laden von Elektrofahrzeugen geschaffen wurden. Es zeigte sich: In diesen meist ländlichen Gebieten hat die Einrichtung einer ersten öffentlichen Ladestation die Verbreitung von Elektrofahrzeugen verstärkt. Die Ergebnisse seien unter Anderem robust gegenüber Antizipationseffekten, so die Autoren.

Obwohl die Ergebnisse der Studie robust sind, müsse man vorsichtig dabei sein, sie auf andere Länder zu übertragen, so Schulz und Rode. Norwegen verfüge über optimale Voraussetzungen für die Verbreitung von Elektrofahrzeugen: Die Bevölkerung des Landes sei wohlhabend, und starke Subventionen hätten die Menschen bei der Anschaffung in den letzten Jahrzehnten unterstützt. Außerdem sei die Stromerzeugung in Norwegen durch einen hohen Wasserkraftanteil günstig und umweltfreundlich. Andererseits gehöre Norwegen zu den Ländern, in denen es weltweit die meisten privaten Ladestationen gebe. So sei der positive Effekt des Ausbaus öffentlicher Ladestationen in Ländern, in denen weniger Menschen die Möglichkeit hätten, ihr Fahrzeug zu Hause aufzuladen, wahrscheinlich noch stärker.

Auch wenn eine statistische Untersuchung Deutschlands nicht Teil der Studie war, könnten auch hierzulande ähnliche Effekte wirken wie in Norwegen: „Zum einen wurden auch in Deutschland Anreize geschaffen, um Elektroautos preislich konkurrenzfähiger zu machen“, so Felix Schulz. „Zum anderen gilt wahrscheinlich auch hier, dass Reichweite und der mangelnde Ausbau von Ladeinfrastruktur für Hemmungen bei potentiellen Käufern sorgen. Deshalb liegt die Vermutung nahe, dass der Ausbau öffentlicher Ladeinfrastruktur auch in Deutschland förderlich für die Verbreitung von Elektroautos wäre.“

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