Für viele ist der Verzehr von Insekten keine angenehme Vorstellung. Aber wenn es nach dem Studententeam von Printec Bites geht, wird ihr Produkt Insekten um einiges attraktiver machen. Schließlich entwickelt Printec Bites insektenbasierte, gedruckte 3D-Lebensmittel, die nicht nur nachhaltig und gesund sind, sondern auch lecker aussehen.

Luuk van Duin, Jason Heinrichs, Demi Jansen und Margarita Kuzina sind Studierende der Technischen Universität Einhoven in den Niederlanden. Als Team nehmen sie am Innovationswettbewerb TU/e Contest teil. Dies ist eine Initiative der TU/e Innovation Space, bei der Studierende die Möglichkeit erhalten, eigene Konzepte zu entwickeln und schließlich vor einer Jury einen Businessplan zu präsentieren.

Warum haben Sie sich für dieses Konzept entschieden?

Margarita Kuzina stellte die Idee beim TU/e Innovation Space vor. Das Team von Printec Bites entstand, als sechs Monate später drei Kommilitonen hinzukamen, um am TU/e-Wettbewerb teilzunehmen. Der Grund, warum wir uns für dieses Produkt entschieden haben, ist, dass es durch den Einsatz von Insekten einen guten Beitrag für die Welt in Bezug auf Hungersnöte, CO2-Reduktion und Gesundheit leisten kann.

Was ist der Vorteil von in 3D gedruckten Lebensmitteln?

Durch den Einsatz der 3D-Drucktechnologie können Lebensmittel auf unterschiedliche Weise verarbeitet werden. So können beispielsweise neue Fleischersatztexturen entwickelt werden und Gerichte können in interessanten und dekorativen Formen gedruckt werden. Und es ist auch möglich, Lebensmittel durch genaue Dosierung von Nährstoffen zu personalisieren.

Warum verwenden Sie Insekten?

Insekten sind eine nachhaltige Nahrungsquelle. Es gibt Tausende von Insektenarten, die in asiatischen und afrikanischen Ländern verzehrt werden. In Europa ist dies jedoch noch nicht der Fall. Würden wir im Westen öfter Insekten essen, könnten wir die durch die Bioindustrie verursachten Kohlendioxidemissionen reduzieren. Darüber hinaus haben Insekten einen hohen Nährwert. Mehlwürmer haben zum Beispiel mehr Nährstoffe als Rindfleisch.

Printec Bites erhält den Best Pitch Award der TU/e Innovation Space

Wie funktioniert das?

Wir verwenden Mehlwürmer als Grundlage für die Paste, die wir z.B. in Form von Riegeln oder Keksen drucken können. Wir machen also keine vollständigen Mahlzeiten. Die Würmer werden gefriergetrocknet, gemahlen und in Wasser in Proteine und Fette getrennt. Nach einem Filtrationsprozess bleibt die Paste übrig, der Aromen wie Vanille oder Schokolade zugesetzt werden können. Die Insekten sind im Endprodukt nicht mehr zu sehen. So spielt der visuelle Aspekt, der Menschen hier normalerweise davon abhält, Insekten zu essen, keine Rolle mehr.

Was ist Ihre größte Herausforderung?

Der Prozess der Trennung der Proteine und Fette der Insekten. Wir brauchen eine Paste, die reich an Proteinen und Fetten ist. Eine hohe Konzentration davon beeinflusst die Konsistenz der Paste, die den Strahl des Druckers beschädigen und ihn instabil machen kann. Wir suchen gerne selbst nach Lösungen, aber es hat sich als schwierig erwiesen, die Insekten ohne chemische Wirkstoffe zu verarbeiten. Vielleicht sollten wir diesen Prozess in Zukunft auslagern.

Werden wir die Produkte von Printec bald im Supermarkt sehen?

Das Drucken von Lebensmitteln ist ein eher langsames Verfahren, das sich vorerst nicht für die Massenproduktion eignet. Um in großem Maßstab 3D-gedruckte Lebensmittel herstellen zu können, muss die Drucktechnologie weiter entwickelt werden. Vorerst konzentrieren wir uns auf Nischenmärkte. Unsere Produkte sind hauptsächlich für Berufsgruppen wie Spitzensportler, Militärpersonal oder Astronauten bestimmt, da wir die Nährstoffe und Aromen unserer Produkte genau auf eine bestimmte Ernährung abstimmen können.

Zur Zeit befinden sich die Produkte von Printec Bites in der Entwicklungsphase, und die Arbeit des Teams ist auf die TU/e beschränkt. Es ist daher nicht sicher, ob die Insektensnacks auf den Markt kommen werden. Nach der Coronakrise werden die Studenten die Arbeit fortsetzen, um Printec Bites zu einem Erfolg zu machen.

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