Der Stuttgarter Autohersteller Porsche will einen neuen Weg in puncto Navigationssystem einschlagen und investiert beim Schweizer Startup WayRay. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Zürich entwickelt und produziert holographische Augmented Reality Head-up-Display-Technologien und arbeitet daran, „virtuelle Objekte nahtlos in das Fahrerlebnis zu integrieren“. Ein echtes AR-Erlebnis im Auto, ohne spezielle Brillen oder Headsets.

„Navion’s True AR“ ist eine virtuelle Welt rund um das Auto, die sich bewegt und sich, synchron mit der Route, ständig ändert. Die in True AR angezeigten Informationen sind nahtlos in die reale Welt integriert, so dass sich der Fahrer auf die Straße konzentrieren kann, ohne immer wieder auf das Display des Navigationssystems zu blicken, wodurch das Fahren sicherer wird.

Navion verfügt über eine integrierte Full-HD-Kamera, mit der die Umgebung kontinuierlich erfasst und gleichzeitig die Position des Fahrzeugs im Inneren verfolgt werden kann. Dieser Prozess wird SLAM genannt, simultane Lokalisierung und Mapping.

Herzstück des Systems ist das von WayRay erzeugte holographische optische Element, ein Photopolymerfilm, der die Eigenschaften einer periodischen Nanostruktur nach dem Aufzeichnungsprozess beibehält.WayRay

Steuerung der Navigation durch einfache Gesten

Navion reagiert auf einfache Gesten, so dass der Fahrer Befehle ausführen kann, ohne auf das Dashboard zu schauen. Mit der Gestensteuerung kann der Fahrer das Menü sicher durchblättern, Routen auswählen oder wechseln und relevante Orte wie Banken und dergleichen auswählen. Wie bei herkömmlichen Navigationssystemen kann man auch mit der mobilen Navion-App Routen festlegen, Lieblingsplätze speichern und die Fahrzeugposition verfolgen.

„Das Team von WayRay hat eine einzigartige technische Expertise mit fundierten Hintergründen aus der Raumfahrt, Hardware- und Softwareentwicklung“, sagt Lutz Meschke, stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Vorstand Finanzen und IT von Porsche. „Es hat sich gezeigt, dass die innovativen Ideen und Produkte von WayRay enormes Potential haben. Wir sind davon überzeugt, dass wir unseren Kunden auf dieser Basis künftig Porsche-typische Lösungen anbieten können. Deshalb haben wir uns für ein strategisches Investment entschieden.“

Porsche steigt in der aktuellen, fortgeschrittenen Finanzierungsrunde als strategischer Lead-Investor bei WayRay ein und übernimmt neben Hyundai Motor, JVC-Kenwood und verschiedenen Fonds Anteile an WayRay und stellt sich damit neben Investoren wie Alibaba. Die Zusammenarbeit zwischen WayRay und Porsche entstand im Rahmen der Innovationsplattform „Startup Autobahn“ und wird nun strategisch weitergeführt, „um die Zukunftstechnologie sowie ihre Anwendungsfälle aktiv für die Automobilindustrie voranzutreiben“, heißt es bei Porsche.WayRay

WayRay beschäftigt derzeit rund 250 Mitarbeiter, hat seinen Hauptsitz in Zürich und Büros inRussland, China und in den USA. Außerdem ist ab 2019 ein Produktionsstandort in Deutschland geplant. Im Vergleich zu konventionellen Head-up-Displays bietet WayRay ein deutlich kleineres Projektionssystem, das in jedem Fahrzeug installiert werden kann, unabhängig von der Gestaltung des Innenraums.

Aktuell wird die Technologie nicht nur für Fahrer, sondern auch für Beifahrer getestet. Sie hat damit auch für neue Konzepte im Kontext des hochautomatisierten Fahrens Potenzial. Die Technologie von WayRay bietet auch die Möglichkeit, diese Angebote visuell in der Windschutzscheibe anzeigen zu lassen.

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Über den Autor

Author profile picture Petra Wiesmayer ist seit mehr als 25 Jahren als Journalistin und Autorin tätig. Sie hat bis heute hunderte Interviews mit Prominenten aus Entertainment, Sport und Politik geführt und zahllose Artikel über Entertainment und Motorsport für internationale Medien recherchiert und verfasst. Als großer Science-Fiction-Fan ist sie fasziniert von Technologien, die die Zukunft der Menschheit mitbestimmen könnten und liest und schreibt gerne darüber.