Mit einem speziell auf medizintechnische Anforderungen ausgerichteten 3D-Drucker hat das Start-up Kumovis den Münchener Businessplan-Wettbewerb 2018 gewonnen. Das junge Unternehmen aus München hat einen 3D-Drucker entwickelt, der das Hochleistungspolymer PEEK verarbeiten kann. Es wird bereits in der Medizintechnik verwendet und ist für die Herstellung von Implantaten zugelassen.
Das Besondere an dem neuen Produktions-Verfahren von Kumovis: Durch einen temperierbaren Luftkreislauf und speziellen Filtereinhalten wird eine Reinraumumgebung innerhalb des Bauraums geschaffen. Damit wird vermieden, dass sich im Innern Bauteile wie beispielsweise Schädelplatten- oder Wirbelsäulenimplantate mit Fremdpartikeln kontaminieren. Gerade in der Medizintechnik ist die absolute Reinhaltung eine essentiell wichtige Voraussetzung für die Herstellung von Implantaten. Gewöhnliche Partikel, wie sie etwa in der Luft vorkommen, würden das Implantat verunreinigen und unbrauchbar machen. Dank der Prozessüberwachung kann der 3-D-Drucker von Kumovis individuelle Produkte für Patienten reproduzieren und auf höchster Qualität herstellen.

Versuche an der TU München

Das Start-up wurde 2015 gegründet, als ihre medizinischen Versuche mit PEEK-Bauteilen an der TU München keine zufriedenstellenden Ergebnisse zeigten. Deshalb fing das Team an, einen PEEK-Drucker sowie einen Businessplan zu entwickeln. Inzwischen besteht das Unternehmen aus den beiden Geschäftsführern Dr.-Ing. Miriam Haerst und Stefan Leonhardt sowie Stefan Fischer, Sebastian Pammer und Alexander Henhammer, die die Bereiche Mechanik und Prozess, Mechatronik und Business Development betreuen.

Mit dem von Kumovis entwickelten 3-D-Druckverfahren auf Basis der FFF-Technologie (Fused Filament Fabrication) will das Startup die Behandlung von Patienten mit individuellen Fertigungslösungen verbessern. Dabei setzt das Unternehmen auf den medizinischen Kunststoff PEEK. Kernelement beim Herstellungsprozess sind das Temperaturmanagement, Prozessüberwachung sowie die partikelfreie Umgebung.

Foto: BayStartup-Widmann

 

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Über den Autor

Author profile picture Christiane Manow-Le Ruyet ist Journalistin. Stets neugierig und immer bereit Neues zu erfahren. Neben IT und Architektur ist sie auch in den Bereichen Nachhaltigkeit und Food zu Hause. Und wenn sie mal nicht schreibt, zeichnet sie. Am liebsten Sketchnotes. Das ist ihr zweites Steckpferd - als ausgebildete Innenarchitektin vielleicht auch kein Wunder.