Holo Stylus (c) Holo Light

Mit Holo Stylus werden Luftschlösser in die Realität geholt. Das 3D-Eingabegerät für Augmented Reality zeichnet in der Luft und ist auch für jene sichtbar, die keine Datenbrille tragen. Neu sind die einfache Handhabung und die Präzision. Die Erfinder sehen darin die Maus der Zukunft.

Eigentlich sind die Forscher im Startup Holo Light auf die Entwicklung von Software für Datenbrillen für industrielle Anwendungen spezialisiert. Es war die Unzufriedenheit mit bestehenden Interaktionsmethoden, die sie auf die Hartware brachte. Die Interaktion mit virtuellen Inhalten ist entscheidend für einen reibungslosen Umgang mit der Technologie. Aber auch die neuesten Methoden waren ihnen noch zu kompliziert. Die Eingabe basiert auf Gesten, Sprachen und Kopfbewegungen, ist schwer zu lernen und unpräzise. Auch gibt es keinen einheitlichen Standard.

Intuitiv

2015 starteten die Forscher gemeinsam mit dem Management Center Innsbruck (MCI) das Projekt Holo Stylus 3D und entwickelten ein einfach zu bedienendes, stiftartiges Eingabegerät für Augmented- Mixed- und Virtual Reality. Dieses dient als Werkzeug für Interaktion und Kreation und deckt ein breites Anwendungsspektrum ab. Zielgruppe sind Konstrukteure, Designer, Architekten und Chirurgen.

Das intuitiv zu nutzende Eingabegerät eignet sich zum Schreiben, Malen, Zeichnen und Messen. So können voll interaktive 3D-Hologramme in der Luft gezeichnet und mit der realen Umwelt zusammengeführt werden. Neben der Einfachheit ist es die submillimetergenaue Präzision, die das Gerät auszeichnet: Diese resultiert aus der Holo Light-eigenen Tracking-Technologie, die auf künstlicher Intelligenz basiert.

Präzise

Eben diese Präzision ist es, die neue Kontrollmöglichkeiten eröffnet. So können etwa

  • sensible Details chirurgischer Eingriffe simuliert werden und feine Handbewegungen wie Schweißen oder Löten trainiert werden;
  • Konstrukteure mit dem Stift unter anderem kleinste Teile bewegen;
  • genaue Messungen durchgeführt, Robotik gesteuert und intuitiv Noten erstellt werden;
  • digitale Inhalte präziser gestaltet oder sogar vollständig im virtuellen Raum erstellt werden, ohne dass Details verloren gehen;

Holo Stylus ist in allen Funktionen kompatibel mit head-mounted devices (HMD) wie Microsoft HoloLens 1. Die Tracking Technologie kann an allen Bluetooth-Geräten eingesetzt werden.

Ein Video zur Anwendung von Holo Stylus finden Sie hier

2018 wurde die Innovation mit bedeutenden Preisen ausgezeichnet: dem German Innovation Award 2018 und den 2018 Auggie Awards in Santa Clara in Silicon Valley. Das Eingabegerät, das eine neue Art von Interaktion und Kreation für virtuelle Inhalte und millimetergenaue Präzision ermöglicht, überzeugte die Jury-Mitglieder.

Neue Anwendungen

Holo Stylus ist in der Lage, alle Arten von Augmented Reality-Anwendungen zu verbessern, ermöglicht aber auch neue Anwendungsfälle. Ideen für Anwendungen zu generieren, war mit ein Grund, im November 2018 eine erste Testphase zu starten, erklärt Holo Light Co-Gründer Luis Bollinger. Die ausgewählten Unternehmen – darunter Microsoft und Festos – erhielten zusätzlich ein Software Development Kit (SDK), das den eigenständigen Einbau in die eigene App ermöglichte.

Jetzt wird Holo Stylus für HoloLens 2 vorbereitet. Dabei flossen die Ergebnisse der Testphase ein und das Gewicht wurde auf dreißig Gramm reduziert. Der Launch soll voraussichtlich im September 2019 erfolgen – wenn HoloLens 2 verfügbar ist. Unternehmen, die das Eingabegerät zuvor auf HoloLens 1 genutzt haben, müssen dann geringfügige Anpassungen vornehmen.

Software

Holo Light wurde 2015 von Luis Bollinger, Florian Haspinger, Susanne Haspinger und Alexander Werlberger gegründet und hat Büros in München und Innsbruck. Mission ist es, intelligente Augmented Reality Lösungen für Unternehmen zu entwickeln, um deren Prozesse zu vereinfachen und optimieren.

Ein anderes Projekt des Startup entstand unlängst in Kooperation mit der Technischen Universität München, Fritzmeier Cabs, MTS und Vemcon. Dabei wurden die komplexen Datenmengen, die in Betriebssystemen von Baggern erfasst werden, in eine Augmented Reality Anwendung eingespeist und in anschauliche und leicht verständliche Hologramme umgewandelt. Die Hologramme werden da angezeigt, wo sie in der realen Umgebung benötigt werden. Dies ist möglich, weil die intelligenten Systeme in Baggern satellitengestützt arbeiten und Position und Drehung aller beweglichen Teile bestimmen können. So kann der Baggerfahrer zum Beispiel genau sehen, wie tief und wie breit er noch graben muss.

 

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Über den Autor

Author profile picture Hildegard Suntinger lebt als freie Journalistin in Wien und schreibt über alle Aspekte der Modeproduktion. Sie verfolgt neue Trends in Gesellschaft, Design, Technologie und Wirtschaft findet es spannend, interdisziplinäre Tendenzen zwischen den verschiedenen Bereichen zu beobachten. Das Schlüsselelement ist die Technologie, die alle Lebens- und Arbeitsbereiche verändert.