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Werden Güter zwischen Rotterdam und Amsterdam bald völlig emissionsfrei im Hyperloop transportiert? Die Möglichkeit, das größte städtische Gebiet der Niederlande auf diese Weise zu verbinden, wird aktuell zumindest untersucht. Ziel der Studie verschiedener Regionalregierungen, nationaler und internationaler Unternehmen und Netzwerkorganisationen sei es, „Herausforderungen zu identifizieren und Lösungen zu finden, mit denen urbane Gebiete in anderen Teilen Europas konfrontiert sind, um so den Weg für Investitionen in Hyperloop-Infrastruktur auf dem gesamten Kontinent zu ebnen“, meldet Hardt Hyperloop. „Ein solches Netzwerk würde es ermöglichen, Waren innerhalb von Stunden statt Tagen quer durch Europa zu schicken, während ein globales Netzwerk die Transportzeiten auf wenige Tage reduzieren würde.“

Gamechanger für den Transport

Im Mittelpunkt der Studie steht die meistbefahrene, nationale Frachtroute zwischen den Städten Rotterdam und Amsterdam. Produktionsstätten, Händler und Käufer mit einem Hyperloop zu verbinden, hätte den Vorteil, dass sowohl der LKW-Verkehr auf der Straße reduziert würde als auch die Transportzeiten erheblich verkürzt würden. Dazu kämen geringere Wartungskosten der Infrastruktur und eine Verbesserung der Luftqualität durch weniger Abgase. Letzteres wäre ein wichtiger Schritt für den Verkehrssektor, um seine Ambitionen zur Erreichung der Ziele des Klimaabkommens zu verwirklichen, betonen die Parteien.

„Hyperloop ist ein ‘Gamechanger’ für das Transportwesen, genau wie der Container in den 1960er Jahren“, sagt Walther Ploos van Amstel, Wirtschaftswissenschaftler und Lektor für Stadtlogistik an der Universität für angewandte Wissenschaften in Amsterdam. „.Die Wettbewerbskraft der Regionen wird sich ändern. Die Niederlande, als der logistische Haupthafen Europas, müssen jetzt darauf reagieren.”

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Aufgrund der kürzeren Transportzeiten könnte ein Cargo-Hyperloop große Vorteile für die Frischwarenindustrie bieten, die einen bedeutenden Teil der niederländischen Exporte ausmacht. „Diese Zusammenarbeit ist ein wichtiger Schritt in der Entwicklung dieser neuen Modalität für Waren, mit der wir in der Lage sein werden, schneller und mit höherer Kapazität zu einem niedrigeren Tarif zu liefern“, betont Rik Roeske, Projektleiter des Cargo-Hyperloop. „Wir können Waren mit einer Geschwindigkeit transportieren, die sehr wettbewerbsfähig mit LKWs ist, mit häufigeren und kleineren Sendungen.“ Da das System autonom und ganzheitlich arbeite, könne die Kapazität bei Bedarf mit Platooning angepasst werden. „Das gilt natürlich nicht nur für die niederländische Industrie, auch viele andere Märkte, wie E-Commerce und Pharma weltweit, profitieren von einem solchen Netzwerk.”

Erste kommerzielle Hyperloop-Anwendung

In der Studie geht es in erster Linie um Themen wie Produktanforderungen, Integration, sozioökonomische Kosten/Nutzen sowie Betrieb und Wartung und die Entscheidungsfindung für mögliche nächste Schritte. Bis Mitte 2022 sollen die Ergebnisse vorliegen und die Studie abgeschlossen sein. Die teilnehmenden Parteien würden alle wertvolle Erfahrungen, Kenntnisse und Daten einbringen, die notwendig seien, um die Machbarkeit eines Hyperloop-Systems für Fracht zu beurteilen.

Die Studie wird im Rahmen des Hyperloop Development Program (HDP) durchgeführt, einer öffentlich-privaten Partnerschaft für die Entwicklung des Hyperloop, die Ende 2020 angekündigt wurde und von der niederländischen Regierung finanziell unterstützt wird. Dabei steht die Entwicklung des Hyperloop als neue nachhaltige Transportart, sowohl für Passagiere als auch für Fracht, im Mittelpunkt.

Als erste Aktivität geht es darum, die ersten Frachtstrecken zu indentifiziere und deren Potenzial zu erkunden. Ein Cargo-Hyperloop-System erfordere eine kleinere Infrastruktur als das Passagiersystem und werde demnächst im European Hyperloop Center in der niederländischen Provinz Groningen getestet, heißt es in Delft. Nach Abschluss dieser Tests sei das System bereit für den kommerziellen Betrieb.

Unterzeichnende Parteien sind: Agora Flores Holland, Air Cargo Netherlands, Amsterdam Airport Area, Amsterdam Logistics, APMT (Maersk), Baas, Berg Roses, ABC Logistics (Best Fresh), De Wintertuin, Dümmen Orange, Dutch Flower Group, Europool Systems, evofenedex, Gemeinde Haarlemmermeer, Gemeinde Rotterdam, Gemeinde Westland, Greenport Duin- en Bollenstreek, The Greenery, GroentEnFruithuis, InnovationQuarter, Port of Amsterdam, Niederländische Provinz Noord-Holland, Niederländische Provinz Zuid-Holland, SADC, Royal Schiphol Group, TLN.

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Über den Autor

Author profile picture Petra Wiesmayer ist seit mehr als 25 Jahren als Journalistin und Autorin tätig. Sie hat bis heute hunderte Interviews mit Prominenten aus Entertainment, Sport und Politik geführt und zahllose Artikel über Entertainment und Motorsport für internationale Medien recherchiert und verfasst. Als großer Science-Fiction-Fan ist sie fasziniert von Technologien, die die Zukunft der Menschheit mitbestimmen könnten und liest und schreibt gerne darüber.