Die niederländische Automobilindustrie sollte sich bei ihren Entwicklungen auf mehr als nur elektrisches Fahren konzentrieren. „Es wäre schön, wenn ich auch im Urlaub in den Niederlanden in der Nähe von Rotterdam mit Wasserstoff auftanken könnte“, wünscht sich Franz Loogen, Geschäftsführer der Landesagentur für neue Mobilitätslösungen e-Mobil in Baden-Württemberg.

Franz Loogen

Franz Loogen, Geschäftsführer e-Mobil

Loogen, eine Autorität in der deutschen Automobilindustrie, sieht, dass die Niederlande in den letzten Jahren einen starken Fokus auf das elektrische Fahren gelegt haben. „Das ist ein Unterschied zu Baden-Württemberg, wo auch andere Antriebsmöglichkeiten, wie Brennstoffzellen und E-Kraftstoffe (Kraftstoff aus regenerativer Energie) entwickelt wurden.“ Laut Loogen kann E-Mobilität kein Selbstzweck sein. „Das Ziel ist eine emissionsfreie Mobilität, und der Weg dahin muss für Technologien offen sein. Das wünsche ich mir auch für die Niederlande.“

Edwin Bestebreurtje, Koordinator des Dutch Partners for International Business Programme (PIB), an dem sich Regierung und Wirtschaft kürzlich beteiligt haben: „In einer Fortsetzung des Programms werden neben dem Strom natürlich auch andere intelligente Energiequellen einbezogen.“

Äquivalente Regionen

Vielleicht liegt es daran, dass seine Schwiegermutter Holländerin ist, oder weil er täglich sieht, wie gut sich niederländische und baden-württembergische Unternehmen finden können. Aber Loogen betont es immer wieder: „Noord-Brabant und Baden-Württemberg sind zwei sehr ähnliche Regionen. Unsere Regionen wissen aus der Vergangenheit, wie es ist, weniger gut zu sein: Denken Sie an die Kartoffelesser von Vincent van Gogh. So war es in den Niederlanden, und hier auch. Nun, da wir durch harte Arbeit ein hohes Maß an Wohlstand erreicht haben, haben wir die vorherige Zeit nicht vergessen. Diese Vereinbarung schafft eine Verbindung.“

Großes Handelsvolumen

Die große Ähnlichkeit zwischen den Regionen, die beide einen starken Fokus auf Automotive, Hightech, Medtech und Life Sciences haben, führt zu einem großen Handelsvolumen. Nach Nordrhein-Westfalen ist Baden-Württemberg mit mehr als 25 Milliarden Euro der wichtigste deutsche Handelspartner für die Niederländer.

Obwohl die niederländischen Automobilunternehmen im Allgemeinen kleiner sind als ihre deutschen Partner, haben sie sicherlich ihren Mehrwert. Loogen: „Gerade wegen ihrer Größe können niederländische Unternehmen schneller arbeiten als ihre deutschen Kollegen. Darüber hinaus haben sie sich als sehr stabile und sehr effiziente Partner erwiesen.“

Handelsmission

Während Großunternehmen wie VDL, ASML und NXP im Süden Deutschlands seit einiger Zeit gute Geschäfte machen, hilft die Provinz Nord-Brabant auch kleineren Unternehmern, Kontakte zu deutschen Partnern aufzubauen. Die Brabantse Ontwikkelings Maatschappij (BOM) organisiert jedes Jahr verschiedene Reisen nach Süddeutschland. Diese Woche gab es eine weitere Mission, die den Teilnehmer den Zugang zu großen Unternehmen etwas erleichtert.

Die Bedürfnisse der Unternehmen – die Innovation Origins folgte – sind unterschiedlich. Für die einen ist die Reise ein wichtiger Weg zum Networking, für die anderen eine echte Chance, um potenzielle Kunden zu finden.

 

Edwin Bestebreurtje, FIER

Edwin Bestebreurtje, FIER

‚Beschleuning eröffnet Möglichkeiten‘

Edwin Bestebreurtje, FIER automotive, Helmond

„Ich bin schon seit einiger Zeit in Deutschland unterwegs, aber dieses Mal war ich sehr überrascht von der großen Elektromotorenfertigung in Ziehl-Abegg. So etwas hatte ich noch nie zuvor gesehen. Es ist das erste Mal, dass ich sehe, wie ernsthaft ein deutsches Unternehmen an E-Mobilität arbeitet. Für uns als Unternehmen, das sich auf elektrisches und intelligentes Fahren konzentriert, eröffnet diese Beschleunigung durchaus Möglichkeiten.“

 

 

 

Richard Bijlard, PRE

Richard Bijlard, PRE

‚Suche nach Wohnprojekt für Power-to-Grid Lösung‘

Richard Bijlard, PRE, Breda
„Wir arbeiten sehr hart an einem Weg mit Technologien im Bereich der erneuerbaren Energien in Europa. PRE hat viel Erfahrung mit verschiedenen Projekten gesammelt. In Deutschland sind wir auf der Suche nach einem Wohnprojekt, bei dem wir ein Power-to-Grid-Sytem installieren können. Bei einem solchen Projekt werden Elektroautos am Haus aufgeladen, aber die volle Batterie des Autos kann auch das Haus wieder versorgen. Das Haus wird mit Solarzellen ausgestattet, wodurch ein vollständig energieneutrales Projekt entsteht.“

 

 

Pieter Rahusen, Automotive Campus Helmond

Pieter Rahusen, Automotive Campus

‚Einladung an innovative deutsche Unternehmer‘

Pieter Rahusen, Automotive Campus, Helmond.
„Ich bin sehr beeindruckt von der Art und Weise, wie die Arena2036 zusammenarbeitet. So etwas wie eine flexible Gemeinschaftshalle lädt zu viel Kreativität ein und auch wir sollten bei uns etwas damit machen können. Ich denke auch, dass viele kleinere Unternehmen, die derzeit keinen Zugang zu dieser prestigeträchtigen Initiative haben, bei uns gut aufgehoben wären. Also, hier ist die Einladung an innovative deutsche Unternehmer: Kommen Sie zum Automotive Campus!“

 

 

 

 

Gerard Maesen, Proven Concepts

Gerard Maesen, Proven Concepts

‚Aus Ideen sichtbare Lösungen machen‘

Gerard Maesen, Proven Concepts, Valkenswaard
„Wir machen aus Ideen sichtbare Lösungen. Dafür steht Proven Concepts. Wir arbeiten seit vielen Jahren für große deutsche Automarken und fertigen in enger Zusammenarbeit mit dem Kunden Prototypen für die Exterieur-Teile von Autos. Für Porsche haben wir den klappbaren Frontspoiler der Stoßstange des 911 entwickelt und auch für den Cayenne hat unser Unternehmen die notwendige Ausstattung entwickelt.“

 

 

 

 

 

Bas Driesen, VDM

Bas Driesen, VDM

‚Kontakte knüpfen mit deutschen Unternehmen und Behörden‘

Bas Driesen, VDM Tube Forming Technology, Rottenburg-Ergenzingen
„Ich bin vor einem Jahr nach Deutschland gekommen, um ein mittelständisches Unternehmen zu leiten, das Rohre für die Automobilindustrie biegt. Nach einem Konkurs wegen schlechter Verwaltung und einer Übernahme durch die niederländische VDM sind die Finanzen nun in Ordnung und ich kann mit dem Aufbau beginnen. Diese Reise ist dafür sehr nützlich, da ich neue Kontakte knüpfen kann. Sowohl mit niederländischen Unternehmern, die bei uns sind, als auch mit deutschen Unternehmen und Behörden.“