Das erste E-Bike mit einem mit Wasserstoff betriebenen Elektromotor ist auf dem Markt. Das Fahrrad kostet etwa 5.000 Euro. Der Motor erreicht eine Geschwindigkeit von 25 Kilometern pro Stunde und muss erst nach 150 Kilometern aufgeladen werden. Laut dem Hersteller, Pragma Industries of France, ist das eine wesentliche Verbesserung gegenüber bestehenden Pedelecs.

Aktuelle Pedelecs können in der Regel mit der gleichen Geschwindigkeit fahren, schaffen aber nur eine Distanz von 50 bis 75 Kilometern zurück. Dann ist der Akku leer.

Größere Reichweite

Der Vorteil eines wasserstoffbetriebenen Fahrradmotors besteht nicht nur darin, dass er eine größere Reichweite hat als herkömmliche Batterien, die viel früher aufgeladen werden müssen. Auch das Laden geht viel schneller, so der technische Experte Kees Bakker vom niederländischen Fahrradclub Fietsersbond. „Es dauert Stunden, bis die Batterie auf einem Elektrofahrrad wieder voll ist.“ Pragma erklärt, dass es nur zwei Minuten dauert, den Tank eines Wasserstofffahrrads zu füllen.

Die Frage ist jedoch, ob viele Verbraucher dieses neueste Gadget auf dem E-Bike-Markt schätzen werden. Erstens ist das Pragma-Bike doppelt so teuer wie ein durchschnittliches Pedelec, sagt Bakker. „Es kostet etwa 2.300 Euro.“

Zweitens stellt sich die Frage, welche Gruppe von Radfahrern auf eine Reichweite von 150 Kilometern wartet. Wenn Sie 75 Kilometer von der Arbeit entfernt wohnen, können Sie mit einer Tankfüllung hin und zurück kommen. „Aber ich erwarte nicht, dass jemand diese Strecke mit dem Fahrrad fährt, um zur Arbeit zu kommen“, sagt Bakker. „Das ist viel zu weit.“

Aber: Wo kann man Wasserstoff tanken?

Das größte Hindernis ist derzeit der Mangel an Tankstellen, an denen es Wasserstoff gibt. In den Niederlanden gibt es momentan zum Beispiel drei: in Helmond, Rhoon und Arnheim. Und von Wasserstoff in einem Kanister in einem Baumarkt zu kaufen, ist auch keine Option, sagt Bakker. „Wasserstoff durchdringt Materialien leicht und wird unter hohem Druck gespeichert. Es ist also nicht einfach, ihn im Laden lose zu verkaufen.“

Aber das kann sich natürlich alles ändern, sagt Bakker. „In der Automobilindustrie sieht man im Moment einen Kampf zwischen Unternehmen, die wasserstoffbetriebene Autos entwickeln, und Autos, die mit einer Batterie laufen, die zu Hause aufgeladen werden kann. Das Problem mit diesen Batterien ist, dass man mit ihnen nicht sehr weit fahren kann. Du kannst nicht mit ihnen in den Urlaub fahren, weil du zwischendurch immer wieder anhalten musst, um an einer Ladestation aufzuladen. Angenommen, das Wasserstoffauto gewinnt und wir fahren in Zukunft damit: Dann wird es auch mehr Waserstoff-Tankstellen geben. Aber dann besteht immer noch der Nachteil, dass man ein Wasserstoff-E-Bike nicht zu Hause aufladen kann. Mit den klassischen E-Bikes ist das möglich.“