© IAV
Author profile picture

„Eine smarte Lösung für die letzte Meile in der Logistik“ soll es werden, das intelligente und vernetzte E-Lastenrad, das seinen Fahrer erkennt und ihm selbständig folgt. An einem solchen smarten Rad arbeitet das Berliner Engineering-Unternehmens IAV gemeinsam mit dem Forschungszentrum Informatik (FZI). Beide Firmen starten nun mit ihren Projektpartnern und mit Unterstützung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur in die nächste Phase der Entwicklung des Cargobikes. Dies sei ein wichtiger Schritt zur angestrebten Serienreife des E-Bikes, das Lieferdiensten und Logistikdienstleistern die Arbeit erleichtern soll, sagen die Entwickler.

In dieser zweiten Phase des Projekts wollen die Erfinder die Lenk- und Bremssysteme, die bisher noch von anderen Firmen gefertigt werden, durch entwickelte Komponenten ersetzen. So wollen sie Gesamtgewicht des Fahrrads deutlich reduzieren und seine Fahreigenschaften verbessern. Durch die neuen Komponenten soll außerdem der Wechsel zwischen autonomem und normalem Betrieb fließender gestaltet werden. Darüber hinaus wird auch die Software des Cargobikes weiterentwickelt.

Kein Auf- und Absteigen und Schieben mehr

„Mit dem Cargobike entwickeln wir eine nachhaltige und vernetzte Lösung für die Zustellung auf der letzten Meile im urbanen Umfeld“, sagt Simon Heine, Senior Vice President Chassis and Suspension bei IAV. „Wir freuen uns sehr über die Förderung durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, die der Weiterentwicklung des Cargobikes als neues Element einer vernetzten und intelligenten Flotte einen wichtigen Schub geben wird.”

Das Fahrrad ist mit einem Elektromotor ausgestattet und erkennt über eine Follow-me-Kamerafunktion einen vorregistrierten Fahrer, dem es selbstständig im Schritttempo folgt. So muss der Postbote künftig nicht mehr ständig auf- und absteigen oder das Rad schieben. Der Digitale Service Assistent (DiSA) ermöglicht zudem ein vernetztes Flottenmanagement mit intelligenter Routen- und Einsatzplanung. Damit ließen sich auch die wichtigsten Betriebs- und Wartungsparameter einsehen und auswerten – jederzeit und überall auf der Welt, betonen die Erfinder.

Ein Prototyp des Bikes wurde erstmals auf der CES 2020 vorgestellt. Logistikunternehmen und Postzusteller könnten es für ihre tägliche Arbeit nutzen und Briefe und Pakete in der zugangsgesicherten Box des Bikes verstauen. Anbieten würde es sich auch auf Werksgeländen, wo logistische Aufgaben mit Unterstützung des Cargobikes automatisiert werden könnten. Das würde wiederum Arbeitsabläufe zu erleichtern und Kosten sparen.