SCALINGS, ein Forschungsprojekt, das co-kreative Innovationspraktiken in 10 europäischen Ländern vergleicht, hat einen europäischen Zuschuss von 4 Millionen Euro erhalten. Laut Professorin Isabelle Reymen von der TU/e ist das Projekt, an dem unter anderem die Technischen Universitäten München und Eindhoven beteiligt sind, sehr ambitioniert und einzigartig in seiner Art.
Reymen, die Anfang des Jahres für ihr Engagement im Innovationsraum TU/e als Professorin für Design von Innovationsökosystemen an der TU mit dem High Tech Peak Award ausgezeichnet wurde, untersucht unter anderem, wie Regierungen Innovationen fördern. Durch Ausschreibungen spielt der Staat eine wichtige Rolle bei innovativen Projekten. Für SCALINGS, das europäische Projekt, an dem Universitäten in zehn Ländern zusammenarbeiten, wollen wir untersuchen, inwieweit die Gesellschaft an innovativen Projekten beteiligt ist. Ein Beispiel ist die Entwicklung des Stadtteils der Zukunft in Helmond (im Süden der Niederlande). Zukünftige Bewohner konnten sich anmelden, um zu diskutieren, welche innovativen Techniken zum Einsatz kommen: von der Hausautomation bis zum Internet der Dinge. In unserem Projekt werden wir untersuchen, ob alle Stakeholder tatsächlich beteiligt waren.

Silicon Valley gilt in unserer Welt sehr oft als Paradebeispiel für ein innovatives Umfeld. Aber die bloße Übertragung von Beispielen aus Amerika in einen europäischen Kontext macht nicht viel Sinn

Das ultimative Ziel, so Reymen, sei es, zu beschreiben, wie sich co-kreative Innovationspraktiken in Europa vielversprechend ausbauen lassen. Diese Forschung ist einzigartig in ihrer Art. Einfach ausgedrückt: Silicon Valley gilt in unserer Welt sehr oft als Paradebeispiel für ein innovatives Umfeld. Aber die bloße Übertragung von Beispielen aus Amerika in einen europäischen Kontext macht nicht viel Sinn. Unser Projekt stellt erfolgreiche Beispiele aus zehn Regionen in den Kontext, sodass Sie am Ende viel besser vergleichen und beurteilen können, ob es sinnvoll ist, ein bestimmtes Projekt auf andere Länder auszudehnen.
Das Kick-off-Meeting für SCALINGS fand kürzlich in München statt. Reymen bewundert, was die TU hier mit dem Unternehmertum macht. Ein großes Programm, das schon viel erreicht hat. An der TU/e geht es mehr darum, unternehmerisches Denken in der Hochschule zu verankern und zu fördern. Unternehmertum ist sehr kommerziell und sehr extern ausgerichtet.

Werden Sie Mitglied!

Auf Innovation Origins können Sie täglich die neuesten Nachrichten über die Welt der Innovation lesen. Wir wollen, dass es so bleibt, aber wir können es nicht allein tun! Gefallen Ihnen unsere Artikel und möchten Sie den unabhängigen Journalismus unterstützen? Dann werden Sie Mitglied und lesen Sie unsere Geschichten garantiert werbefrei.

Über den Autor

Author profile picture Arjan Paans ist Chefredakteur von Innovation Origins. Von 2003 bis 2008 lebte er als Deutschland-Korrespondent in Berlin und hat danach in leitenden Positionen bei mehreren niederländischen Tageszeitungen gearbeitet. Arjan ist verheiratet und hat einen Sohn.