Siemens erweitert die Funktionalität seiner Cloud-Plattform für die Fernsteuerung von Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen (HLK). Für kleine und mittelgroße Gebäude ermöglicht sie damit auch die Fernerfassung von Abrechnungsdaten.

Wenn es nach der EU-Kommission geht, sollten Haushalte mit einem Stromverbrauch von mehr als 10.000 Kilowattstunden im Jahr und Betreiber von Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von mehr als sieben Kilowatt schon seit 2017 intelligente Messsysteme erhalten haben. Ab einem Jahresverbrauch von 6000 Kilowattstunden ist ein Pflichteinbau in der EU von 2020 an vorgesehen. In Deutschland allerdings stockt bislang die Verbreitung. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat die Geräte, die als Schlüsselkomponenten die Zählerdaten zusammenführen und dritten neutralisiert, sicher und über Standardschnittstellen zur Verfügung stellen sollen, noch nicht zertifiziert.

Für Anbieter von Unternehmenslösungen wie Siemens ist das kein Thema. Sie kontrollieren in ihrem Netz den kompletten Datenstrom und unterstützen damit Gebäudebetreiber und -manager. Eine ihrer wichtigsten Aufgaben: Energieverbrauch und CO2-Ausstoß in ihrem Immobilienportfolio permanent optimieren. Synco IC bietet dafür Funktionen zur Überwachung aller Steuer- und Zählerdaten von HLK-Anlagen. Es zeigt Verbrauchstendenzen und ermöglicht den Vergleich von Energiekennzahlen in mehreren Gebäuden oder Mietbereichen, beispielsweise den Verbrauch pro Quadratmeter für unterschiedliche Energiearten wie Heizung, Kühlung, Heiß- und Kaltwasser oder Strom. Der Fernzugriff auf die Anlageneinstellungen macht es dem Betreiber einfach, die optimale Energieeffizienz der HLK-Anlagen zu erreichen und aufrechtzuerhalten. Damit lassen sich die Kosten für den Gebäudebetrieb deutlich reduzieren.

Bis Mieter von Privatwohnungen ihren Energieverbrauch gerätebezogen auf die Minute genau im Internet kontrollieren und entsprechend aus der Ferne korrigierend eingreifen können, wird es wohl noch ein bisschen dauern.