ToF- oder Lidar-Systeme nutzen Laser, um ein dreidimensionales Bild ihrer Umgebung zu konstruieren. Dazu leuchten sie ihr Sehfeld mit dem Laserlicht aus und messen die Zeit, die das Laserlicht braucht, um die Strecke vom Laser zum Objekt und wieder zurück zum Sensor zurück zu legen (Time of Flight, ToF).

Das 2017 gegründete österreichische Start-up tofmotion hat für die tofguard-Kameras „Software-Pakete für unterschiedliche Anwendungen entwickelt“, sagt Franz Duregger, Director Sales & Marketing bei tofmotion. Das macht den Einsatz der Kameras zum Beispiel in Produktionsumgebungen, in denen Roboter eingesetzt werden, in Logistikbereichen mit intensivem Staplerverkehr oder in automatisierten Lägern möglich.

Präziser als die üblichen Sensoren

In allen Fällen sollen die Kameras höchste Sicherheit für Mensch und Maschine bieten. Während etwa einstrahlige Sensoren Hindernisse immer nur punktuell erkennen, erfassen die 3D-Kameras über ihre für Augen unbedenkliche Infrarot-Laser einen Arbeitsbereich von 0.05 bis 10 Metern in einem Bild. Kontrastreiche Schatten oder Dunkelheit stören die Bilderfassung der ToF-Kameras nicht. Gleichzeitig ist die Genauigkeit der Messung und die Bildrate von bis zu 100 Frames per Second (fps) vergleichsweise hoch. So lassen sich auch schnell eindringende Objekte erkennen oder die Kameras zur Gestenerkennung für die Steuerung von Maschinen nutzen.

Einer der drei tofmotion-Gründer Christian Neufeld, CEO (rechts).

Einer der einfachsten Anwendungsfälle: Das Kamerasystem überwacht einen definierten Raum, etwa einen Schutzbereich rund um einen Roboter. Nähert sich ein Mensch diesem Bereich an, wird automatisch ein Signal an den Maschinencontroller gesendet und eine entsprechende Reaktion eingeleitet. Aber auch autonome Fahrzeuge können mit solchen Kameras ausgestattet und bei Unterschreitung eines definierten Mindestabstands etwa automatisch zum Stehen gebracht oder entsprechend gelenkt werden.

 

@Bilder: tofmotion