Foto FAU

Die Suche nach einem Impfstoff gegen Covid-19 wird Monate, vielleicht sogar Jahre dauern. Ein Medikament, das bis dahin die schlimmsten Symptome des Virus bekämpfen kann, wäre daher Gold wert. Das Anti-Malaria-Medikament Hydroxychloroquin, das von Donald Trump propagiert wird, wird es wahrscheinlich nicht sein. Aber es wäre möglich, dass die Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) etwas hat, das funktioniert.

Ein Forscherteam der FAU hat in einer Studie gezeigt, dass Medikamente gegen Autoimmunkrankheiten Covid-19-Infektionen hemmen, noch bevor sich das Virus im Körper ausgebreitet hat.

Die FAU ist eine Autorität, wenn es um die Behandlung von Autoimmunkrankheiten wie Rheuma geht.

In der Studie, die in der wissenschaftlichen Zeitschrift Nature Reviews Immunology veröffentlicht wurde, werden so genannte Zytokinblocker oder Zytokininhibitoren eingesetzt. Diese werden normalerweise zur Behandlung von Patienten mit Autoimmunerkrankungen wie Rheuma, Magen-Darm-Entzündungen und Psoriasis eingesetzt.

Autoimmunkrankheiten

Eine Studie mit 1000 Testpersonen zeigte, dass die Testpersonen, die aufgrund ihrer Autoimmunerkrankungen Zytokinblocker einnahmen, besser vor Covid-19 geschützt waren als andere Testpersonen aus einer Gruppe freiwilliger Krankenschwestern und Ärzte, die das Medikament nicht eingenommen hatten.

“Es scheint, dass die Zytokin-Hemmer die Infektion mit SARS-COV-2-Viren von vornherein einschränken. Dadurch wird die Produktion von Antikörpern verhindert”, sagt Professor Georg Schett von der FAU.

Es ist bekannt, dass Covid-19 eine starke Immunreaktion hervorruft, die zu einer Entzündung der Lungenbläschen führt, was wiederum den Gasaustausch in der Lunge stört. Diese Entzündungsreaktion wird durch Zytokin verursacht, eine Substanz, die im Körper als Botenstoff dient. Bei Krankheiten wie Rheuma, Darmentzündungen und Psoriasis Mehrere spielen mehrere dieser Botenstoffe eine wichtige Rolle und können daher mit Zytokin-Hemmern bekämpft werden.

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Über den Autor

Author profile picture Maurits Kuypers schloss sein Studium der Makroökonomie an der Universität Amsterdam mit dem Schwerpunkt internationale Arbeit ab. Seit 1997 ist er als Journalist tätig, zunächst 10 Jahre lang in der Redaktion von Het Financieele Dagblad in Amsterdam, dann als freier Korrespondent in Berlin und Mitteleuropa. Wenn es um technologische Innovationen geht, hat er immer ein Auge auf die finanzielle Machbarkeit eines Projekts.