Foto Koen Greven

In der spanischen Provinz Murcia hat das niederländische Unternehmen Bejo am Ende einer ausgetrockneten Strecke verheerender Murenabgängen zwei riesige Becken gebaut. An den wenigen Tagen, an denen es regnet, wird Wasser Trockenzeiten gesammelt. Spezielle Pflanzen und einige algenfressende Fische halten das Wasser auf natürliche Weise sauber. Eine scheinbar einfache Lösung gegen Wasserknappheit. Aber man muss darauf kommen, es finanzieren und dann erfolgreich umsetzen können.

Ein schönes Beispiel der niederländischen Wasserwirtschaft, wie man die innovative Erfindung der Saatgutzüchter nennen könnte. Auf dem Land des Modellbauernhofs Bejo wurden vor kurzem einige Dutzend Kilometer von El Mar Menor entfernt riesige Becken errichtet. Diese fassen rund 80.000 Kubikmeter Wasser. Eine 20 Hektar große Zuchtanlage produziert Saatgut, das in dieser Region entlang der A30 zwischen Murcia und Cartagena gedeiht. Dieses wüstenartige Gebiet wird auch als der Gemüsegarten Europas bezeichnet. Dort werden im Winter Spinat, Salat und Blumenkohl für Nordeuropa produziert.

Sehr teurer Rohstoff

Die Region Murcia ist traditionell bekannt für ihre vielen Sonnenstunden und wenige Regentage. Dazu kommen die milde, stabile Temperatur und der trockene Boden. Das alles scheint ideal zu sein, aber ein wichtiger Rohstoff fehlt in Murcia: Wasser. Die Landwirte in der Region haben verschiedene Möglichkeiten, während der Trockenzeit Wasser zu gewinnen. Brunnen, Vorräte von anderswo und Entsalzung von Meerwasser. Diese Alternativen sind in Zeiten schwerer Dürre meist unzureichend. Und dann wird plötzlich Wasser zu einem sehr teuren Rohstoff.

Übrigens ist es nicht so, dass nie regnet. Im Zuge des Klimawandels werden Trockenperioden immer häufiger durch kurze, schwere Stürme unterbrochen. Das führt in der Regel zu so viel Regen, dass eine Spur der Zerstörung von den Bergen über das Land bis zur Küste zieht. Auch wenn es für kurze Zeit reichlich Wasser gibt, verschwindet es wie Schnee in der Sonne, wenn es nicht gespeichert wird. Deshalb hat das Management von Bejo eine clevere Lösung gefunden.

Spanische Nachbarn sind neidisch

Das niederländische Familienunternehmen investiert 10 % seines Jahresumsatzes (275 Mio. €) in Forschung und Entwicklung, auch im Hinblick auf Änderungen im Klima und der Wirtschaft. Der Bau der Stauseen steht im Einklang mit dieser Strategie. Bejo ließ 2018 eine neue 230.000 Euro teure Wassersammelanlage in der Nähe des alten, mit Regenwasser gefüllten Hochwasserbeckens errichten. Sie wurde in dem Bett errichtet, in dem bei schlechtem Wetter Wasser fließt, so dass sich das Becken bei Sintflutartigem Rehen automatisch füllt. Es wurde auch ein Filtersystem installiert, das jegliche Verschmutzung im Wasser herausfiltert.

Dann ging es nur darum, auf den Regen zu warten. Es dauerte nicht lange. Im vergangenen Jahr sind alle möglichen Stürme über das Unternehmen hinweggefegt. Der Stausee ist in diesem Winter gut gefüllt. Viele spanische Nachbarn sind neidisch darauf, dass sie nicht selbst auf diese Idee gekommen sind.

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