WARSCHAU, 2. Dezember 2018 – „Habe ich heute Morgen die Tür abgeschlossen?“ Haben Sie sich diese Frage schon einmal gestellt? Oder vielleicht stellen Sie sich immer wieder andere Fragen wie: „Wo habe ich meinen Schlüssel hingelegt?“, oder „Habe ich meinen Schlüssel in der Tür stecken gelassen?“ Mit dem vom polnischen Start-up-Unternehmen Locky entwickeltem Gerät können Sie diese Fragen vergessen.

Das Unternehmen hat das gleichnamige Haussicherheitssystem, Locky, entwickelt. „Wir machen einen intelligenten Schlüssel“, sagt Dariusz Lipka, CEO und Mitbegründer von Locky.

Sensoren und Algorithmen

Tatsächlich handelt es sich bei dem Gerät um ein spezielles Key Overlay, das über Bluetooth mit einer mobilen App verbunden ist. Dazu ist nicht nötig, die Tür oder das Schloss zu modifizieren oder gar den Tagesablauf zu ändern. Sie legen einfach den Schlüssel, den Sie verwenden, in das Overlay, installieren die App und das Gerät ist betriebsbereit.

Wie geht das? Das Herzstück des Systems besteht aus einer Reihe von Sensoren. Sie sind im Overlay versteckt und arbeiten mit einem speziellen Algorithmus. „Die Sensoren sammeln Daten über die Schlüsseldrehung und Bewegung im Schloss. Der Algorithmus analysiert die Daten und ermittelt, ob das Schloss geschlossen oder geöffnet wurde. Dann werden die Informationen an die App gesendet“, erklärt Dariusz Lipka.

Wenn Sie vergessen, die Tür zu schließen oder den Schlüssel aus dem Schloss zu nehmen, warnt Sie die App. Sie hilft auch, verlorene Schlüssel zu finden und sendet eine Benachrichtigung, wenn jemand das Haus betritt.

Alternative zu Smart Locks

Locky lässt sich zwischen intelligentem Schloss und  Schlüssel-Tracker einordnen – Lösungen, die derzeit auf dem Markt erhältlich sind. Ein Key Tracker, der in der Regel auf GPS-Daten basiert, kann nur verlorene Schlüssel lokalisieren. Smart Locks sind viel weiter entwickelt. Es sind digitale Schlösser, die ferngesteuert geöffnet und geschlossen werden können. Sie geben dem Besitzer die Kontrolle darüber, wer das Haus betreten darf. Zudem können sie Sicherheits-Warnmeldungen senden. Damit bieten sie mehr Funktionen als Locky. Aber wie der CEO des Start-ups betont, sind Smart Locks keine direkten Konkurrenten.

„Smart Lock-Benutzer und unsere Benutzer haben unterschiedliche Bedürfnisse. Wir wollen die Smart Locks nicht ersetzen. Wir wollen eine Alternative zu ihnen sein“, sagt Lipka.

Wie er betont, ist ein Smart Lock die beste Lösung für Menschen, die ihre haustechnischen Anlagen fernsteuern wollen. Locky ist jedoch für diejenigen geeignet, die Angst haben, etwa gehackt zu werden oder einfach ihre Schlösser nicht digitalisieren wollen.

Universal Overlay

Die Arbeiten an Locky dauerten über ein Jahr. Der schwierigste Teil war nicht, Sensoren oder Algorithmus zu programmieren, sondern die Mechanik auszutüfteln. „Wir wollten kein Produkt entwickeln, das für einen Markt oder eine Art von Schlüssel entwickelt wurde. Wir wollten ein Produkt mit Massenanwendungen herstellen, das alle Märkte und alle wichtigen Typen abdeckt“, sagt Lipka.

Sie haben es fast geschafft: Das Locky-Overlay ist mit 90 Prozent der auf dem Markt erhältlichen Schlüssel kompatibel. Da es über ein universelles Andocksystem verfügt, sind Dinge wie die Größe des Schlüsselbogens (das Teil, das mit den Fingern gedreht wird) oder die Position des Lochs nicht wichtig. Es gibt nur zwei Grenzen. Der Bogen des Schlüssels darf nicht dicker als 30 Millimeter sein, und der Schlüssel darf nicht zu lang sein.

Markterschließung

In den vergangenen Monaten hat das Start-up sein Gerät auf internationalen Baumessen, unter anderem in Bologna und Dubai, ausgestellt. Der CEO berichtet, dass ein erhebliches Interesse vor allem von Bauunternehmen und Türenherstellern aus Westeuropa und Asien bestand.

Jetzt steht das Unternehmen kurz vor dem Start in die Serienproduktion. Um es zu finanzieren, führten sie bei Kickstarter eine Crowdfunding-Kampagne durch. Innerhalb von zwei Stunden hatten sie die dafür notwendige Summe zusammen. Dennoch sind sie auf der Suche nach einem Investor, der im größeren Umfang agieren kann. Es ist geplant, Locky im März 2019 auf den Markt zu bringen.

Wie alles begann

Wie kam es zur Entwicklung von Locky? Eines Morgens kam einer der Mitbegründer zu spät zur Arbeit. Denn er musste während der mogendlichen Rush-Hour wieder umdrehen und nach Hause fahren. Und warum? Das alles, nur weil er sich auf dem Weg zur Arbeit ständig eine Frage stellte: Habe ich heute Morgen die Tür abgeschlossen?“