Am 7. September hat Innovation Origins die Nachricht „Synthetische Kraftstoffe für emissionsfreie Verbrennungsmotoren“ veröffentlicht. Der Artikel hat sehr viele Reaktionen hervorgerufen und ist eine der meistgelesenen Nachrichten auf unserer Plattform. Manche Leser sehen in synthetischen Kraftstoffen einen sinnvollen Ansatz, anderen nennen sie „Augenwischerei“. Eine Reaktion auf Facebook ist uns besonders aufgefallen und wird – mit Genehmigung des Autors – anbei veröffentlicht.

Das ist Physik!

Autor ist Marcin Nowacki, Entwicklungsingenieur bei Bosch und als Informatiker im Bereich Autonomes Fahren tätig. Nowacki: „Zwar enthält der Artikel einen Absatz “Hohe Kosten” aber dann nichts mehr darüber. Und die Wahrheit ist, die Energiekosten sind durch sehr niedrige Effizienz mehrfach höher als bei einem Elektroauto und keine weitere Forschung wird das ändern – das ist Physik. Also IC Motoren (Verbrennungsmotoren – Red.) bleiben nur solange da, bis der Sprit konkurrenzfähig ist (die Preise werden fallen müssen und der Kampf wird sich dadurch ziehen) und solange die Gesetze es erlauben. Synthetische Kraftstoffe werden die IC Motoren nicht retten können. Eventuell bleibt noch der Sound eines V8 Motors als einziges Kaufargument (für alle, die gerne dreimal bis fünfmal so viel per Kilometer bezahlen wollen). Der Motor wird aber auch irgendwann, wenn nicht wegen der Luftverschmutzung, dann wegen dem Lärm aus den Städten verbannt.“

Standortbedingungen?

In der Nachricht heißt es: “Voraussetzung dafür sind jedoch optimale Standortbedingungen.“ Und was bedeutet das? Ein Standort, wo es tagsüber keine Wolken gibt und es nachts regnet, um die Photovoltaik-Panel vom Staub zu befreien. Selbst wenn es so einen Standort gibt, wo man Strom so billig produzieren kann, dass die E-Fuels für nur 70 Cent pro Liter zu haben sind, ist derselbe Strom, der auch in E-Autos verwendet werden kann, viel günstiger. Das hat der Autor nicht berücksichtigt und deswegen werden E-Fuels bei den Autos nie konkurrenzfähig. Das bedeutet nicht, dass die E-Fuels nicht produziert werden. E-Fuels werden aus überschüssigem Strom im Sommer produziert, werden aber verwendet, um im Winter die fehlenden Kapazitäten auszugleichen, vorausgesetzt, dass nichts Besseres da ist.

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Foto: Moritz Ermert / TUM

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Über den Autor

Author profile picture Arjan Paans ist Chefredakteur von Innovation Origins DE. Von 2003 bis 2008 lebte er als Deutschland-Korrespondent in Berlin und hat danach in leitenden Positionen bei mehreren niederländischen Tageszeitungen gearbeitet. Arjan ist verheiratet und hat einen Sohn.