In Italien ist es aufgrund der Corona-Krise seit Wochen praktisch unmöglich, Mundschutzmasken zu bekommen. Außer über den Schwarzmarkt. Gestern beschlagnahmte der italienische FIOD 10.000 Stück. Die Masken werden illegal verkauft – mit 300 bis 6000 Prozent Gewinn. Was kann gegen diese Praktiken unternehmen werden? Ganz einfach, dachten einige italienische Designer. Sie haben Open Source Mask eingerichtet. Auf der Plattform, können kostenlose Vorlagen für 3D-Drucker heruntergeladen werden, um Mundschutzmasken drucken zu lassen.

Druckventile für Beatmungsgeräte

Die Corona-Krise mobilisiert aber auch andere Unternehmen. Eine Firma in Italien druckte auf ihren 3D-Druckern innerhalb von 24 Stunden 100 Ventile für Beatmungsgeräte. In den Krankenhäusern sind sie sehr knapp und müssen zudem regelmäßig ausgetauscht werden. Die Ventile sind für einen Einsatz von bis zu acht Stunden ausgelegt.

Der Prototyp des Mundschutzes stammt Vitantonio Vacca, Forscher am Consiglio Nazionale delle Ricerche (CNR) aus Bitonto. Die Vorlage basiert auf anderen, bereits online verfügbaren Modellen. Er überzeugte auch seine Kollegen, Giuseppe Occhipinti, Ambrogio Occhipinti (Grafikdesigner) und die Videomacher, Savino Carbone und Davide Saponieri, von seiner Idee. Kurz darauf stellten sei Open Source Mask online. Somit kann nun jeder  ein Mundschutzmodell mit einem Einwegfilter kostenlos herunterladen. Es wird im stl-Format für 3D-Drucker zur Verfügung gestellt.

Leicht herzustellen

Die Maske besteht aus drei Teilen. Sie lassen sich leicht zusammensetzen. Ein Video auf der Website zeigt, wie die ausgedruckten Teile zusammengefügt werden. “Wir wollen es jedem ermöglichen, seine eigene Maske zu drucken.” Das Projekt ist nicht gewinnorientiert. Damit wollen die Macher Aktivisten, Studenten, Forscher, Ärzte in den Risikogebieten der Welt, NGOs und alle, die Schutz benötigen, unterstützen.

Die Corona-Krise macht erfinderisch. Hier sind die Arbeitsgängen zu sehen, wie die 3D-Druck-Masken zusammengesetzt werden kann.

“Für unseren Teil ist es ein kleiner Dienst an der Gemeinschaft, aber es ist auch eine Gelegenheit für jeden, der einen 3D-Drucker besitzt, etwas beizutragen”, erklärt Vitantonio Vacca. “Die Ereignisse der letzten Tage haben unser Leben nachhaltig geprägt und sind tief in den Alltag aller eingedrungen. Ein großer Teil der Weltbevölkerung teilt die gleichen Ängste, Sorgen, Bedürfnisse und Hoffnungen. Waren, die früher wenig Wert hatten und leicht weggeworfen wurden, scheinen nun Symbole der Spekulation kollektiver Irrationalität geworden zu sein”.

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Über den Autor

Author profile picture Ailén ist eine erfahrene italienische Journalistin und Kommunikationsexpertin mit Sitz in Eindhoven, die nachweislich in der Verlagsbranche gearbeitet hat. Sie ist neugierig auf Innovation und Nachhaltigkeit und liebt es, Sie mit kraftvollen und inspirierenden Geschichten zu verzaubern.