© DESY, DFZ Architekten

Im April 2019 fiel in Hamburg der symbolische erste Spatenstich für ein neues Innovationszentrum, die Science City Bahrenfeld. Das Zentrum auf dem Forschungscampus ist ein Gemeinschaftsprojekt von DESY, der Universität Hamburg und der Stadt Hamburg und soll als neuer Hochtechnologiestandort im Hamburger Westen zukunftsträchtige Unternehmen anziehen. Es wird neben dem Centre for Free-Electron Laser Science (CFEL) errichtet und über die Luruper Chaussee auf der Höhe der Stadionstraße zu erreichen sein.

„Die Idee ist im Jahr 2014 entstanden und von der Bürgerschaft beschlossen worden“, sagt DESY-COO, Dipl.-Ing. Denny Droßmann. Nach der Fertigstellung Anfang 2021 wird das Zentrum auf dem gut 5.000 Quadratmeter großen Grundstück rund 1.000 Quadratmeter Labor- und 1.000 Quadratmeter Bürofläche umfassen und soll in erster Linie Existenzgründer und Startups anlocken. Die Anzahl der Firmen hängt laut Droßmann von der Größe der einzelnen Unternehmen ab. „Wir rechnen am Anfang mit ca. acht Nutzereinheiten, perspektivisch werden es wohl eher zwölf sein.“

Betrieben wird das Innovationszentrum von der Innovationszentrum Forschungscampus Hamburg-Bahrenfeld GmbH. „Der Senat setzt sich dafür ein, dass Wissenschaft und innovative Unternehmen zueinander finden und sich erfolgreiche Innovationsketten bilden“, erklärte Bürgermeister Peter Tschentscher bei Baubeginn. „Das Innovationszentrum bei DESY ist ein Teil der künftigen Science City Bahrenfeld und ein wichtiges Projekt unserer Wissenschaftsstrategie. Kluge Köpfe aus Startups und innovativen Unternehmen können hier mit exzellenten Wissenschaftlern zusammenarbeiten und neue Ideen entwickeln.“

Innovationszentrum
Erster Spatenstich für das Innovationszentrum: DESY-Direktor Helmut Dosch, Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank, Bürgermeister Peter Tschentscher, der Geschäftsführer der Innovationszentrum Forschungscampus Hamburg-Bahrenfeld GmbH, Arik Willner und Universitätspräsident Dieter Lenzen (v.l.n.r.). © DESY, Daniel Reinhardt

Perfekte Infrastruktur für kluge Köpfe

Katharina Fegebank, Senatorin für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung sieht das Innovationszentrum als einen wichtigen Bestandteil einer Vision eines neuen Wissenschaftsquartiers. „Es bietet klugen Köpfen die Infrastruktur, um wissenschaftliche Erkenntnisse in Ausgründungsideen und Produkte umzuwandeln“, betonte sie. „Hiervon profitieren der Wissenschaftsstandort Hamburg sowie die Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen. Denn: Die Zukunft eines Standortes liegt im erfolgreichem Austausch zwischen Wissenschaft, Gesellschaft und Wirtschaft und dem Transfer neuer Ideen in konkrete Produkte und Dienstleistungen.“

Auf dem DESY-Gelände in unmittelbarer Nachbarschaft des neuen Gründerzentrums gebe es schon jetzt mehrere junge Unternehmen im Hochtechnologiesektor, die bereits als künftige Mieter feststehen, betonte Helmut Dosch, der Vorsitzende des DESY-Direktoriums und Vorsitzende der Gesellschafterversammlung der Innovationszentrum-GmbH. „Es ist unser Ziel, dass bis zum Einzug weitere Startups mit Wurzeln auf dem Forschungscampus hinzukommen, ob diese nun von DESY, der Universität oder einem der anderen Institute sind.“

Das Betätigungsfeld dieser DESY-Ausgründungen – Cycle GmbH, suna precision GmbH, X-Spectrum GmbH und Class 5 Photonics GmbH – liegt genau in den Bereichen, die im neuen Zentrum vertreten sein sollen. „Es gibt einen klaren Fokus auf Hightech-Gründer aus dem Bereich der Physik und der Nanotechnologie“, erklärt Droßman. „Sprich, die Firmen die thematisch eine Nähe zur Forschungstätigkeit am DESY haben. Derzeit sind wir im Bereich der Lasertechnologien und der Detektoren stark aufgestellt.“

Das Innovationszentrum ist vorwiegend ein Ort für Gründer

Laut DESY gibt es für die Mieter des neuen Zentrums zudem zahlreiche Vorteile – von einer perfekten Infrastruktur über gründerfreundliche Mieten, flexible Büroflächen, Co-Working Bereiche, Seminar- und Meetingräume, Labore sowie eine Cafeteria. Dadurch würde auch Networking und ein Wissensaustausch zwischen den Unternehmen gefördert; ein Plus insbesondere für Existenzgründer und Startups, die so von der Erfahrung etablierter Unternehmen profitieren können.

„Das Innovationszentrum ist vorwiegend ein Ort für Gründer“, so Doßmann. „Es wird allerdings einen Co-Working-Bereich geben und es entsteht auf dem DESY-Campus als Ergänzung zum Innovationszentrum noch das integrierte Technologie- und Gründerzentrum, in dem es auch explizit Platz für etablierte Hightech-Firmen aus den Forschungsthemen des Campus geben soll. Damit soll dann ein ganzheitliches Angebot am Campus entstehen.“

Dieter Lenzen, Präsident der Universität Hamburg meinte, Wissenschaft, die keiner kennt, nütze niemandem. „Deswegen haben wir gemeinsam, DESY und die Universität, zusammen mit der Stadt die Gründung eines Innovationszentrums beschlossen, in dem die Wege dafür geebnet werden: Aus wissenschaftlichen Ergebnissen auch unternehmerische Konsequenzen zu ziehen.“

Die Baukosten des Innovationszentrums betragen rund 17,5 Millionen Euro. Davon trägt die Stadt Hamburg 14,2 Millionen Euro, die restlichen 3,3 Millionen Euro kommen von DESY.

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Über den Autor

Author profile picture Petra Wiesmayer ist seit mehr als 25 Jahren als Journalistin und Autorin tätig. Sie hat bis heute hunderte Interviews mit Prominenten aus Entertainment, Sport und Politik geführt und zahllose Artikel über Entertainment und Motorsport für internationale Medien recherchiert und verfasst. Als großer Science-Fiction-Fan ist sie fasziniert von Technologien, die die Zukunft der Menschheit mitbestimmen könnten und liest und schreibt gerne darüber.