Die erste kommerzielle, industrielle 3D-Betondruckerei in Europa wurde heute Morgen in Eindhoven offiziell eröffnet. Weber Beamix und BAM Infra werden hier mit dem 3D-Druck von Betonelementen für den Bau experimentieren, um diese Technologie schneller weiterentwickeln zu können. Der erste Auftrag für die Drucker wurde heute Morgen bekannt gegeben: der Druck von vier Radbrücken für die Provinz Nordholland.

Durch das Bedrucken von Beton anstelle von Gussteilen wird für das gleiche Ergebnis weniger Beton benötigt, was CO2-Emissionen spart. Es wird auch keine Schalung benötigt, sodass kein Abfall mehr anfällt. Bas Huysmans, Geschäftsführer von Weber Beamix, ist von dieser Technologie begeistert: „Ich denke, der 3D-Betondruck hat eine fantastische Zukunft. Für uns ist es das Ziel, am Ende ein Haus vor Ort drucken zu können.“

3D-GEDRUCKTE HÄUSER

Die 3D-Druckhäuser, die in Eindhoven gebaut werden, werden in der neuen Anlage gedruckt. Marco Vonk von Weber Beamix erklärt mehr dazu: „Die ersten Häuser von Project Milestone werden hier in Elementen gedruckt und vor Ort montiert. Wir hoffen, dass Letzteres vor Ort gedruckt werden kann, aber das ist immer noch sehr schwierig. Hier sind es immer 18 Grad und wir haben eine konstante Luftfeuchtigkeit, aber außerhalb der Anlage kann man das nicht kontrollieren. Sinkt die Temperatur beispielsweise unter 5 Grad, härtet der Beton überhaupt nicht aus. Das Endziel ist die Druckerei vor Ort, aber wann dies erreicht wird, hängt davon ab, mit welcher Geschwindigkeit sie die Technologie weiterentwickeln kann.“

ZUSAMMENARBEIT

Huysmans erklärt, wie die Zusammenarbeit zustande kam: „Mitte der 90er Jahre haben wir bereits mit dem Drucken von Beton begonnen, aber damals gab es keinen Markt dafür, und als zwanzig Jahre später jemand von der Technischen Universität Eindhoven an die Tür klopfte und ein Projekt zum Drucken von Beton starten wollte, waren wir sofort begeistert.“

Theo Salet ist Professor an der TU/e und blickt nun stolz auf das Ergebnis seiner Forschung: „Vor vier Jahren habe ich eine Studie zum 3D-Druck von Beton gestartet. Das wollte ich nicht allein machen, deshalb habe ich angefangen, nach Partnern zu suchen.“ Diese Partner hat Salet gefunden, das Projekt ist eine Zusammenarbeit zwischen Saint-Gobain Weber Beamix, BAM Infra, Bekaert, Witteveen+Bos, der Technischen Universität Eindhoven und Van Wijnen.

„Wir haben eine wissenschaftliche Studie durchgeführt, die direkt im Bauwesen angewendet werden kann. Der Schritt zwischen Forschung und Praxis ist im Bausektor oft sehr groß. Also haben wir es jetzt umgekehrt gemacht. Bam-Infra und Beamix waren von Anfang an in die Untersuchung involviert. Dies ist ein gutes Beispiel für Parteien, die ein Gleichgewicht zwischen Produktion und Forschung gefunden haben. Die Partner waren sehr interessiert an dem Wissen, das wir an der TU/e aufgebaut hatten“, sagt Salet.

WEITERE ENTWICKLUNG

Die erste kommerzielle 3D-Betondruckerei ist nun eine Tatsache, aber das bedeutet nicht, dass die Forschung von Salet abgeschlossen ist. „Es gibt noch viel Raum für Verbesserungen. Wie Sie hier sehen können, ist die Druckgeschwindigkeit noch viel zu langsam, sie sollte zehnmal höher sein. Auch bei den Materialien gibt es noch viel zu gewinnen. Wir können uns neue Betonsorten vorstellen, zum Beispiel mit unterschiedlichen Farben, verschiedenen Verstärkungen oder Leichtbauvarianten.“

Nach Ansicht des Professors sind die Partner in der Forschung eine beschleunigende Kraft im Projekt. „Jetzt ist der Drucker da, aber morgen werden sie zu mir kommen und sagen, dass der Druck schneller sein soll. Sie können nun die Möglichkeiten des Projekts sehen und uns ermutigen, sie zu entwickeln. Dies wird eine schöne Verbindung zwischen Industrie, Universität und Bauwirtschaft sein.“