© Lenstore

Eine intelligente Kontaktlinse ist momentan zwar noch Zukunftsmusik, da sich die Technologie jedoch ständig weiterentwickelt, gibt es bereits verschiedene Unternehmen, die eine derartige Sehhilfe bereits im Visier haben. Eines dieser Unternehmen ist Lenstore. Die Briten haben sich mit dem Zukunftsforscher, Autor und Denker Richard Watson zusammengetan, um die “iLens” zu entwerfen.

“In der fernen Zukunft kann es sein, dass es keine kleinen Bildschirme mehr gibt”, sagt Richard Watson. “Stattdessen werden wir Informationen auf intelligente Kontaktlinsen projizieren oder Linsen verwenden um Hologramme, von Objekten wie funktionierenden Laptops oder Telefonen in die erweiterte Realität zu projizieren.”

Eine schöne, neue Welt, die jedoch gewöhnungsbedürftig wäre. “In Zukunft wird die Realität eine komplexe und verwirrende Vorstellung sein”, gesteht der Futurist. Die intelligente Kontaktlinse werde Menschen Zugang zu besonders realistischen virtuellen Erfahrungen ermöglichen, die sich wie “echtes Leben“ anfühlen. “Dank der Linse werden Menschen die Welt auf eine andere (und personalisierte) Weise ‘sehen’, welches die Frage hervorrufen wird, was Realität wirklich ist.“

60facher, digitaler Zoom

Geht es nach Richard Watson, wird die iLens ein kleiner Computer in unseren Augen sein, der uns dank eines 60fachen, digitalen Zooms besser sehen lässt als jede Kamera. Die Linse kann sogar unsere Erinnerungen aufzeichnen. “Manche Momente gehören nicht vergessen, allerdings haben wir nicht immer die Zeit, ein Foto zu machen”, erklären die Entwickler bei Lenstore. “Die iLens zeichnet Ihre Erinnerungen im Handumdrehen auf, sodass Sie sie immer wieder ansehen können.” Dies geschieht laut Lenstore über eine Bluetooth-Verbindung. “Sobald Sie also die Aufzeichnung Ihrer Erinnerungen gestoppt haben, wird diese sofort auf Ihr Telefon übertragen und gespeichert. Somit können Sie sie so oft wie Sie wollen ansehen.”

Überwachug der Bildschirmzeit

Diese Fähigkeit dürfte besonders Eltern freuen, denn die iLens wird außerdem in Echtzeit daran erinnern, eine Pause zu machen, wenn man zu lange auf den Computerbildschirm gestarrt hat. Und sie kann auch zu drastischen Maßnahmen greifen: Wenn man die Meldungen länger ignoriert und keine Pause macht, blockiert die Linse sogar den Bildschirm.

Messungen der Luftqualität

Auch aufwändige Messungen zur Luftqualität in den Städten könnten mit der iLens überflüssig werden. Sie wird eine Funktion enthalten, die die Luftqualität überwacht und aufzeichnet, und dem Nutzer Warnmeldungen liefert. Darüber hinaus wird es auch eine Funktion zur Messung von Elementen wie dem Pollenflug geben. Die Linse wird Allergiker benachrichtigen, wann sie eine Heuschnupfen-Tablette einnehmen sollten.

“Obwohl intelligente Kontaktlinsen in weiter Ferne liegen, sind sie eine aufregende Idee, da sie die Effizienz in unserem täglichen Leben steigern werden – mit großen Auswirkungen auf berufliche, sowie private Tätigkeiten”, kommentiert Roshni Patel, Expertin der Augenheilkunde von Lenstore. “Die Möglichkeiten, die sich in der medizinischen Welt bieten, werden zusammen mit den sich entwickelnden Technologien dazu führen, dass Augenärzte weniger belastet werden, aber auch Krankheiten verringert werden können. Beispielsweise können Kontaktlinsen, bei denen Glaukom-Medikamente mithilfe einer App im Laufe des Tages verabreicht werden, dazu führen, dass die Medikamenteneinnahme steigt und somit dazu beitragen, dass weniger Menschen aufgrund dieser fortschreitenden Erkrankung ihr Augenlicht verlieren.”

Lenstore hat Kontaktlinsenträger gefragt, welche Eigenschaften sie bei einer intelligenten Kontaktlinse noch gerne sehen würden. Geht es nach den potentiellen, künftigen Benutzern, sollte sie auch Funktionen beinhalten wie, Überwachung des Mindestabstands (aufgrund der aktuellen Pandemie), Fitness Benachrichtigungen, d.h. Erinnerungen aktiv und in Bewegung zu bleiben und mithilfe angepasster Beleuchtung bei Dunkelheit sehen können.

Die offizielle Vorstellung der iLens plant das Unternehmen noch im Jahr 2021.

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Über den Autor

Author profile picture Petra Wiesmayer ist seit mehr als 25 Jahren als Journalistin und Autorin tätig. Sie hat bis heute hunderte Interviews mit Prominenten aus Entertainment, Sport und Politik geführt und zahllose Artikel über Entertainment und Motorsport für internationale Medien recherchiert und verfasst. Als großer Science-Fiction-Fan ist sie fasziniert von Technologien, die die Zukunft der Menschheit mitbestimmen könnten und liest und schreibt gerne darüber.