Die vielleicht wichtigste Innovation auf der CEBIT in diesem Jahr ist die Vorstellung von Mando Diao. Für die Nicht-Musiker unter uns: Mando Diao ist kein neuer Internet-Guru aus Südamerika, sondern eine Rockband aus Schweden.

Vieles ist anders auf der CEBIT, einer der weltweit größten Messen für Informationstechnologie. Nach Jahren rückläufiger Besucherzahlen entschied sich die Organisation, die Messe als Festival zu organisieren – nicht mehr im März, sondern im Juni. Mit späten Öffnungszeiten, einem Riesenrad, Auftritten von Bands und Bühnengesprächen zu Themen, die den technisch orientierten Menschen interessieren. Ob dies einen positiven Einfluss auf die Besucherzahlen haben wird, wird sich am Freitag herausstellen. Es waren einmal 830.000 Besucher auf der CEBIT (2001), im vergangenen Jahr nur noch 200.000.
Natürlich sind die Zeiten, in denen auf der CEBIT bahnbrechende neue Technologien vorgestellt wurden, längst vorbei und einige Aussteller haben Schwierigkeiten, sich an die neue Richtung zu gewöhnen. Das zeigt sich bei einem Rundgang beim Münchner Unternehmer Dr. Kai Bielenberg, CFO von Openasapp aus München. Sie zeigen diese Woche ein wirklich innovatives Produkt: ein Programm, das es Unternehmen leicht macht, ihre eigenen Apps ohne eigene IT-Abteilung auf den Markt zu bringen.

Bielenberg war etwas schockiert, als er im Radio hörte, dass es auf der CEBIT in diesem Jahr viel Raum für Diskussionen über neue Technologien gebe. ,,Zu viel reden könnte auch von den Innovationen ablenken.”

Foto: Dr. Kai Bielenberg vom Openasapp

Ein Rundgang bei den Münchner Ausstellern auf der Messe zeigt, dass das neue Konzept der CEBIT noch kein Publikum gefunden hat. An vielen Ständen ist es dienstags und mittwochs recht ruhig. Das hat den Vorteil, dass der wissenschaftliche Mitarbeiter Peer Lucas vom Fachbereich Roboter und künstliche Intelligenz der Technischen Universität München ausgiebig zeigen kann, wie schön die kopflose Roboterratte Treppe läuft (Video). Die meisten Roboter laufen noch recht mechanisch und das macht sie sehr anfällig für unebene Böden. Sie könnten fallen. Diese Roboter-Ratte hat ein flexibles Skelett und kann sich daher viel besser bewegen. Dasselbe könnte man mit menschenähnlichen Robotern machen. Diese Technik kann, so Lucas, auch einen großen Einfluss auf die Entwicklung von künstlichen Gelenken haben.

Wer auf der CEBIT Heimweh nach Bayern hat, kann den Stand von VR-Dynamix besuchen, einem Münchner Unternehmen, das Virtual-Reality-Touren von Sehenswürdigkeiten und speziell Museen entwickelt. Da lädt der VR-Entwickler Max Brüssow viele Besucher zu einer exklusiven Führung durch Schloss Neuschwanstein ein. Ganz speziell für sie, ohne weiteres Publikum.

Wie schön das alles auch sein mag, das VR-Dynamix-Setup macht deutlich, was auf der CEBIT im Jahr 2018 fehlt. Die Messe zeigt wenig oder keine wirkliche Innovation. Die neueste VR-Animation des Unternehmens wird, so Brüssow, nicht auf der CEBIT Messe, sondern im nächsten Monat im Deutschen Museum präsentiert.