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About B'ZEOS

  • Founders: Guy Maurice
  • Founded in: 2018
  • Employees: 4
  • Money raised: 1 Million Euro
  • Ultimate goal: Durch die Entwicklung eines Produkts, das nicht recycelt werden muss, wird die Verwendung von Einwegplastik überflüssig.

Das norwegische Unternehmen B’ZEOS nimmt mit seiner Technologie den Kampf gegen die Plastikverschmutzung auf. Sie stellen Verpackungsmaterial aus Algen her. Der Gründer Guy Maurice berichtet darüber.

Was ist B’ZEOS?

„Wir sind ein vom Meer inspiriertes Start-up, das innovative, nachhaltige Ideen entwickelt. Ich bin beruflich viel um die Welt gereist und habe gesehen, was Plastik und andere Einwegartikel Umwelt und Natur antun. Nach der Arbeit an einem Abfallwirtschaftsprojekt in Panama haben wir 2017 essbare Strohhalme entwickelt. Die Reduktion von Plastik war damals noch nicht so präsent wie heute. Die Menschen waren einfach nicht so besorgt über die Plastikverschmutzung, wie sie es heute sind. Leider war unsere Strohhalm-Idee zu diesem Zeitpunkt nicht attraktiv genug. Dieser Rückschlag hat uns aber nicht aufgehalten. Wir haben uns und unsere Technologie weiterentwickelt und stellen nun Verpackungsmaterial aus Meeresalgen her. Die Algen stammen größtenteils aus Norwegen und Frankreich. Dort arbeiten wir mit einer Farm zusammen, die den Seetang für uns anbaut und erntet. Von dort wird er zu unserer Fabrik in Spanien gebracht, wo er zu Verpackungsmaterial verarbeitet wird. Wir haben die Produktion und die Entwicklung von A bis Z in der Hand.“

Auch intessant: Algen als wertvoller nachwachsender Biorohstoff

Was macht euch zu einem besonderen Start-up?

„Die positiven Effekte auf die Umwelt und das begabte Team, das unsere großartige Technologie entwickelt hat. Die Idee, natürliche Materialien als Verpackung zu verwenden, ist an sich nicht neu. Seit Jahren wird Zuckerrohr- oder Kartoffelstärke zur Herstellung von Kunststoffäquivalenten verwendet. Das Problem dabei ist: Es werden dafür große Anbauflächen benötigt. Genau wie bei Bambus. Für Algen braucht man keine Flächen, die erschöpft werden könnten. Zweiundsiebzig Prozent der Erde bestehen aus Meer, in dem Algen wachsen, die außerdem auch für das marine Ökosystem wichtig sind. Die Anwendungsmöglichkeiten von Algen sind endlos. Man kann sie essen, sie speichern CO2 und mit der richtigen Technologie können sie in Verpackungsmaterial umgewandelt werden. Und im Gegensatz zu anderen nachhaltigen Materialien sind sie zu Hause kompostierbar.“

Welche Herausforderungen hatte B’ZEOS zu meistern?

„Unsere erste innovative Lösung, die essbaren Strohhalme, für die wir nicht genügend Unterstützung erhielten, war eine Herausforderung. In Europa ist es schwierig, Investoren zu finden. In den Vereinigten Staaten kann man einen Traum an Investoren verkaufen, bevor man mit der Technologieentwicklung begonnen hat. Hier bevorzugen die Investoren ein fertiges Produkt oder einen Prototyp, der sich bereits bewährt hat. Unsere Algenverpackungen lösen sich auf, wenn sie längere Zeit mit Wasser in Berührung kommen. Wir können die Lebensdauer der Verpackungen durch chemische Prozesse verlängern, aber das wollen wir nicht. Wir wollen, dass sie löslich und kompostierbar sind, damit die nächste Generation nicht darunter leiden muss.“

Wie sieht die Zukunft von B’ZEOS aus?

„Wir werden weiter forschen und innovative, nachhaltigere Lösungen für eine bessere Welt finden. Wir wollen Partnerschaften mit Herstellern aus der Lebensmittel- und Elektronikindustrie eingehen. Und wir müssen die Art und Weise, wie wir recyceln, wirklich neu überdenken. Wir wollen mit unseren Produkten und Technologien eine Revolution auslösen.“

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