Ich schwebe sanft über die Straßen von Oslo und es fühlt sich an, als wäre ich in einer Episode der Jetsons. Ich werde freundlich von einem entgegenkommenden Fahrer auf der neuesten Version des Segway begrüßt, gefolgt von seiner Freundin.

Sie tragen ordentlich ihre Helme. Ich trage aber keinen, denn normalerweise nimmt man den nicht mit, wenn man in die Stadt geht. Einen Helm zu tragen ist mehr ein Rat als eine gesetzliche Vorschrift. In Oslo findet man an jeder Straßenecke einen Mietroller von einem der vielen Verleiher. In Paris sind sie bereits einen Schritt weiter und haben Maßnahmen ergriffen wie spezielle Parkplätze und Bußgelder für diejenigen, die damit auf dem Bürgersteig fahren.

Milliardengeschäft

Ich habe übrigens keine Ahnung, wo ich fahren soll. Der Bürgersteig scheint sicherer zu sein als die Straße, obwohl er viel unebener ist, was ihn weniger sicher macht. Immer öfter liest man über Unfälle mit diesen Rollern. Das ergibt auch Sinn, weil die Anzahl steigt. Ob sie relativ gesehen unsicher sind als Fahrräder, weiß ich nicht. In den Niederlanden vermeidet man diesen Hype aus Gründen der Verkehrssicherheit zumindest für eine Weile. Das hinderte das niederländische Start-up Dott nicht daran, sich auf den Markt zu wagen. In kurzer Zeit haben sie sogar 30 Millionen Euro gesammelt, um ihre Pläne im Ausland weiter umzusetzen. Der Markt für Roller ist innerhalb kürzester Zeit zu einer Milliardenwirtschaft geworden. In Amsterdam wurde kürzlich die Tür für die allerersten Initiativen leicht geöffnet.

Mietroller in Oslo. Photo Tessie Hartjes

Bei jeder Innovation gibt es eine Reihe von „Wechselkosten“. Initiativen kommen und gehen, wobei sich die Suche nach dem Passenden oft mit der Zeit ausgleicht. Obwohl die Einführung des Rollers für den Benutzer sehr einfach ist, ist es für andere Verkehrsteilnehmer und Aufsichtsbehörden viel schwieriger, mit diesen futuristischen Straßenpiraten umzugehen. Ist es ein Hype oder werden wir einen Weg finden, sie alle sicher auf der Straße zu halten? Benutzer des Felyx Mietroller sind nun in Amsterdam gesetzlich verpflichtet, einen Helm zu tragen. Was – einschließlich eines Haarnetzes – den Rollern beiliegt. Nicht jeder ist begeistert: „Ein solcher Helm versaut mir die Haare, also schnappe ich mir einfach einen weiteren Uber.“ Das habe ich in der Straßenbahn gehört. Ist diese gesetzliche Vorschrift eine Bombe für das Geschäftsmodell der Mietroller, oder ist dieser Schritt in Richtung Sicherheit drn Beginn einer größeren Akzeptanz?

Konkurrenz für den öffentlichen Personenverkehr?

Ich persönlich finde all diese neuen Formen der Mobilität fantastisch, vor allem, wenn es um Elektrizität oder das einfache, gesunde Leihfahrrad geht. Die Frage ist, gegen welche Konkurrenz muss diese Art von Mobilität antreten? Sind es die lauten Taxis am Bahnhof, das private Auto oder der öffentliche Verkehr, der bereist nachhaltig ist? Ubers Ziel war es, die Anzahl der Taxis auf der Straße zu reduzieren, aber sie scheinen ach zum großen Teil mit dem öffentlichen Verkehr zu konkurrieren. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind bereits überlastet, so dass das vielleicht nicht einmal ein Problem ist. Wird der Roller die Uber-Fahrten ersetzen? Oder werden wir fauler und weniger laufen? Oder ersetzt es nichts, sondern bringt nur neue Formen der Mobilität hinzu? Carsharing hat bereits nachgewiesen, dass es das Äquivalent von ca. 4-8 Autos pro Auto in der Innenstadt ersetzt.

Wie viel CO2-Emissionen und Platz könnte eine groß angelegte Einführung von Biros, Elektrmieträdern, Rollern, Autos, Motorrollern und allen anderen zukünftigen nachhaltigen Formen der Mobilität in allen großen Stadtzentren weltweit gemeinsam einsparen? Werfen Sie einen Blick auf das berühmte Foto der Canberra Cycling Promotion der We Ride Organisation in Australien. Je früher wir das richtige Gleichgewicht aller nachhaltigen Formen der Mobilität finden, desto schneller kann die Umsetzung erfolgen und hoffentlich können wir im nächsten Jahr einen CO2-Einsparungsrekord statt eines Wärmerekords aufstellen.

Über diese Kolumne:

In einer wöchentlichen Kolumne, die abwechselnd von Maarten Steinbuch, Mary Fiers, Peter de Kock, Eveline van Zeeland, Lucien Engelen, Tessie Hartjes, Jan Wouters, Katleen Gabriels und Auke Hoekstra geschrieben wird, versucht Innovation Origins herauszufinden, wie die Zukunft aussehen wird. Diese Kolumnisten, gelegentlich ergänzt durch Gast-Blogger, arbeiten alle auf ihre Weise an Lösungen für die Probleme unserer Zeit. Damit es morgen besser wird. Hier sind alle vorherigen Episoden.