Bis zum Jahr 2040 werden in Europa die Rohstoffe für die Herstellung von Beton knapp werden.

Beton wird aus Sand, Kies, Wasser und Zement hergestellt, also aus Rohstoffen, die immer schwieriger zu beschaffen sind. Sand wird hauptsächlich aus Flüssen gewonnen, aber dieser Sand scheint zur Neige zu gehen. Es ist auch möglich, Sand aus dem Meer zu gewinnen, aber das ist teurer, weil das Salz entfernt werden muss. Tynke van den Heuvel, Gründer des Start-ups Studio Wae, hat eine Lösung für diesen drohenden Rohstoffmangel gefunden.

Welche Lösung hat sich Studio Wae ausgedacht?

Wir haben herausgefunden, dass der einzige Weg in die Zukunft darin besteht, nachhaltiger mit den natürlichen Ressourcen umzugehen. Studio Wae lässt alte Betonfliesen für neue Fliesen in ihre Rohstoffe zerlegen. Diese bestehen zu 76% aus recyceltem Material. Um die richtige Festigkeit zu erreichen, werden etwas neuer Sand und etwas nicht recycelter Zement hinzugefügt. Letztes Jahr haben wir für ProRail in den Niederlanden die erste recycelte Plattform mit unseren recycelten Fliesen nachhaltig gepflastert. Für diese Plattform wurden 20 Tonnen Co2 und 90 Tonnen neue Rohstoffe eingespart.

Darüber hinaus nuten wir die Produktion der drei größten Teppichfliesenhersteller in den Niederlanden zur Herstellung neuer Teppichfliesen. Diese werden zusammengepasst, um ein schönes, von M.C. Escher inspiriertes Design zu schaffen.

Wie sind Sie auf die Idee gekommen, dieses Start-up zu gründen?

Ich habe viele Jahre für unser Familienunternehmen gearbeitet, ein Recyclingunternehmen für Nichteisenmetalle und Elektronik. Die Idee war, Abfall wieder in wertvolle Rohstoffe zu verwandeln. Alte Mobiltelefone zum Beispiel enthalten noch viele nützliche Rohstoffe, die wiederverwendet werden können. Auch Fliesen können sowohl im Innen- als auch im Außenbereich viel haltbarer sein, und so begann mein Unternehmen.

Gibt es in diesem Bereich viel Konkurrenz?

Wir sind derzeit die Einzigen, die Betonfliesen mit einem so hohen Anteil an recyceltem Material herstellen können. Das Niederländische Institut für Baubiologie und -ökologie (NIBE) hat alle unsere Umweltklassifizierungen genehmigt, und wir haben das Nachhaltigkeitslabel mit der Klassifizierung A des NL Greenlabel, einem Label für nachhaltige Außenräume, erhalten.

Was sind die größten Hindernisse, auf die Sie gestoßen sind?

Für ein Start-up ist Sichtbarkeit sehr wichtig. Unternehmen müssen wissen, wo sie einen finden können, wenn sie nachhaltige Pflasterlösungen oder Innenböden benötigen. Dafür steht derzeit nur ein geringes Budget zur Verfügung.
Außerdem ist unser Beton etwas teurer als lineare Fliesen (Fliesen, die nicht recycelt werden), aber das Bewusstsein, dass wir unsere Rohstoffe nachhaltiger nutzen müssen, wächst.

Worauf sind Sie stolz?

Ich bin stolz darauf, dass es mich erst seit 2017 gibt und ich bereits viele große Kunden habe und mit vielen verschiedenen Unternehmen zusammenarbeite, um unsere Wirtschaft nachhaltiger zu gestalten.

Was sind Ihre Pläne für dieses Jahr?

* Einen Geschäftspartner zu gewinnen, der beim Aufbau des Unternehmens hilft
* Noch nachhaltigere Pflasterung herstellen
* Mehr Partnerschaften mit konkreten Verarbeitern und Projektentwicklern schaffen
* Eine größere Kollektion für Wandbehänge und Böden erstellen
* Mehr Händler für meine Bodenbelagslösungen zu gewinnen

Was ist Ihr Ziel für die nächsten fünf Jahre?

Die Produktion in beiden Unternehmen zu steigern.

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