Stephanie Maes ist eine Unternehmerin, die in Belgien für Fischleder wirbt.

Stephanie Maes ist an der belgischen Küste aufgewachsen. Daher hatte das Meer immer einen besonderen Platz in ihrem Herzen. Nach dem Abschluss ihres Geographiestudiums begann sie eine Tätigkeit als Stadtplanerin. Entworfen hat sie dann jedoch noch ganz andere Dinge. Sie gründete ihr eigenes Unternehmen Sea Matters, in dem sie mit Fischern und Wissenschaftlern in der Versorgungskette für Fischerei-Produkte zusammenarbeitet. Bei dieser Arbeit verliebte sich Stephanie in Fischleder.

Ausrangierte Fischhäute werden zu Möbeln

In den letzten drei Jahren hat sie zusammen mit Designern und Materialexperten in ganz Europa ausrangierte Fischhäute zu Leder für Accessoires und Möbel verarbeitet. Aber sie sah auch die Schattenseiten des Fischleders. Die Herstellung von Leder, auch als “Gerben” bekannt, ist sehr umweltschädlich. Das Gerbverfahren ist für Fisch-, Kuh- und andere Arten von Tierhäuten weitgehend gleich.

Innovative Methode der Herstellung von Fischleder

Die Gerbereien verbrauchen seit Hunderten von Jahren große Mengen Wasser, weil die Felle zur Konservierung mit Salz behandelt werden. Um das Salz wieder zu entfernen, werden Wasser und andere Chemikalien benötigt. Obwohl hier einige Verbesserungen eingeführt wurden, glaubte Maes, dass es eine umweltfreundlichere Art der Behandlung der Häute geben müsse. Dann traf sie den Investor Frank Vancauwenberghe und den Künstler Piet Van. Gemeinsam entwickelten sie eine innovative Methode.

Fischleder-Flasche

Ihre Apparatur, die derzeit in einer spanischen Gerberei in Curtidos Badia getestet wird, konserviert die Haut, ohne dass Salz benötigt wird. Außerdem wird den Häuten ihre natürliche Feuchtigkeit entzogen, was den Transport erleichtert und damit die CO2-Emissionen reduziert.

Kein Bedarf mehr an Salz

“Bei einem normalen Gerbverfahren wird viel Salz verwendet, um die natürliche feuchte Haut vor Fäulnis zu schützen. Unsere Anlage arbeitet ohne den Einsatz von Salz. 70 Prozent des normalerweise im Prozess verwendeten Wassers können wir einsparen, da wir das Salz nicht von den Häuten abspülen müssen. Wir machen die Häute leichter, bevor wir sie transportieren, und das reduziert auch unsere Emissionen. Wenn wir Erfolg haben, können wir die Gerbverfahren wirklich verändern”, sagt Dr. Sander De Vrieze von Centexbel, einer der Partner des Projekts.

Die Maschine kann für alle Arten von Leder eingesetzt werden. Maes und ihre Partner konzentrieren sich während der Pilotphase allerdings erst einmal auf Lachshäute, da diese kleiner und dünner sind. Die Pilotphase wird voraussichtlich bis September 2020 abgeschlossen sein.

Suche nach nachhaltiger Lederproduktion

Ermutigend ist, dass die großen Einzelhandelsketten zunehmend auf nachhaltig produzierte Waren angewiesen sind. “Designer auf der ganzen Welt suchen nach Möglichkeiten, Leder nachhaltiger zu produzieren. Wir haben viele Gespräche mit renommierten Einzelhändlern geführt, die an unserem Verfahren interessiert sind, weil es ihren ökologischen Fußabdruck reduziert.”

Sea Matters glaubt, dass die Corona-Pandemie bisher noch keine Auswirkungen auf die Testphase hatte. Aber das könnte sich ändern. “Da wir uns auf das Testen der Maschine konzentrieren, geht alles wie gewohnt weiter. Die Tests werden jedoch in Spanien durchgeführt. Deshalb erwarten wir natürlich, dass es nur langsam vorangeht. Aber wir lassen unseren Mut nicht sinken und freuen uns über die Verbesserungen, die diese Technologie für unseren Planeten und unsere Industrie mit sich bringen kann.”

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