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In seinem Leben ist der Mensch ständig ionisierender Strahlung ausgesetzt. So gibt es eine Vielzahl von natürlichen und menschengemachten Strahlungsquellen. Ersteres kann kosmische Strahlung sein. Bei Zweiteren kann die Belastung von Wildpilzen mit radioaktivem Cäsium aus Tschernobyl, die Deponierung von Abfällen aus der Stilllegung von Kernkraftwerken und das Radon in Wohnhäusern eine Rolle spielen. Zudem kommt, je nachdem, welchen Beruf Sie ausüben, vielleicht noch der Einsatz radioaktiver Stoffe in Forschung und Industrie hinzu sowie auch Ihr persönlicher Tabakkonsum. Im Schnitt, sagt man, dass Menschen in Deutschland eine Strahlendosis von rund 4 Millisievert pro Jahr erhalten. Doch das sind eben nur Durchschnittswerte. Die App „Curious Marie“ berechnet die Strahlenbelastung anhand individueller Faktoren.

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Wer wissen will, welche Dosis er tatsächlich erhält, muss sich also die Faktoren ansehen, die wesentlich dazu beitragen“, erklärt Holger Seher, Projektleiter im AppLab der Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) gGmbH.

Und da die Themen Radioaktivität und Strahlung auf immer größere Aufmerksamkeit stoßen, gleichzeitig der Laie aber kaum weiß, welche Faktoren alle zusammenspielen, entwickelte ein Team junger Fachleute aus dem GRS AppLab die App namens „Curious Marie“. Mit dieser App lässt sich auf der Basis von individuellen Angaben eine Prognose der persönlichen Strahlenbelastung berechnen. Außerdem bietet „Curious Marie“ Hintergrundinformationen in Form eines Quiz, mit Animationsvideos und FAQ. So haben Interessierte die Möglichkeit, mehr über die Phänomene zu lernen.

 

Individuelle Verhalten und Strahlungsquellen

Denn wie hoch die jährliche Dosis im Einzelfall ist, hängt stark vom Verhalten der einzelnen Person ab. So können die App-User in vier Kategorien individuelle Werte eingeben, die maßgeblich für ihre persönliche Strahlenbelastung sind. Dazu gehört beispielsweise die Angabe des Wohnorts. Dieser ist entscheidend für die Dosis, die durch die natürliche Hintergrundstrahlung verursacht wird. Außerdem können bestimmte medizinische Untersuchungen, Flugreisen und gegebenenfalls der tägliche Tabakkonsum eingegeben werden. Auf der Basis dieser Werte berechnet „Curious Marie“ dann eine Prognose der individuellen Strahlenbelastung für das laufende Kalenderjahr. Zu jeder der Kategorien hält die App außerdem Hintergrundinformationen in Form von Fragen und Antworten bereit. Darin erfahren die Nutzerinnen und Nutzer nicht nur Grundlegendes zu den jeweiligen Strahlungsquellen, sondern auch, auf welchen Annahmen und Daten die Prognose-Berechnungen beruhen.

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Per Quiz in die Physik einarbeiten

Dank des Quiz erlernen die interessierten Laien und Lernenden auch gleichzeitig die physikalischen Grundlagen hinter Phänomenen wie Strahlung und Radioaktivität. Auf insgesamt drei Leveln können sich die Answender darin von der Kernphysik bis hin zum Strahlenschutz durchspielen. Dadurch, so hofft Seher, entwickeln sie ein eigenes Verständnis für das Thema.

Wir alle haben in unserem privaten Umfeld die Erfahrung gemacht, dass viele Menschen beim Thema Strahlung auch deshalb unsicher sind, weil ihnen die Möglichkeit fehlt, Dinge aus eigenem Wissen heraus einzuordnen“, stellt Seher fest. Und er ergänzt: „Wenn man zum Beispiel selbst weiß, ab welcher Dosis welche Gesundheitsschäden auftreten können, kann man auch selbst beurteilen, wie wichtig es sein kann, sich vor Radon zu schützen oder ob man die Sperrzone in Tschernobyl besuchen will.“

Neben dem Quiz bieten in „Curious Marie“ auch 13 kurze Animationsvideos einen Einstieg in Grundbegriffe und -phänomene wie „Becquerel“, „Radioaktivität“ oder „Kernspaltung und Kernfusion“ an.
Die App „Curtius Marie“ ist ab sofort kostenfrei für iOS und Android erhältlich. Gut zu wissen: Alle persönlichen Daten werden ausschließlich auf den Endgeräten der Nutzerinnen und Nutzer gespeichert. Die App greift nicht auf sonstige Nutzerdaten zu oder leitet solche Daten an Dritte weiter.

 

 

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Über den Autor

Author profile picture Almut Otto ist Autorin und bringt über 30 Jahre Know-how in der Kommunikations-Branche mit. Sie lernte das Journalisten-Handwerk von der Pike auf bei einer Tageszeitung und in einem Special Interest Magazin. Nach dem Studium der Kommunikationswissenschaften in München war sie lange Zeit als internationaler PR Manager in der Textil-, Schuh-, Outdoor- und auch IT-Industrie tätig. Seit einigen Jahren konzentriert sie sich wieder mehr auf ihre journalistische Herkunft. Als passionierte Outdoor- und Wassersportlerin ‒ zu ihren Hobbys zählen Windsurfen, Kitesurfen, SUP-Boarden, Segeln und Snowboarden ‒, interessiert sie sich vor allem für die Reinhaltung der Ozeane und die Gestaltung einer nachhaltigen Zukunft. Zudem ist sie stets fasziniert von neuesten Entwicklungen aus den Hard- und Software-Laboren dieser Welt.