Die französische Regierung steht wie die anderen EU-Mitgliedstaaten vor der komplexen Aufgabe, die gesamte Bevölkerung in den Prozess einzubeziehen, um die französische Wirtschaft bis 2050 klimaneutral zu machen. Wie sich herausstellt, gibt es diesbezüglich Bedenken. „Es geht nicht nur darum, die beste neue Technologie für erneuerbare Energien zu entwickeln“, sagte Laurent Michel, Generaldirektor des französischen Ministeriums für Ökologie und Solidarität, auf der InnoEnergy-Konferenz über Start-ups innovativer Energien, die letzte Woche in Paris stattfand.

Niedrige Einkommen

Es ist sehr wichtig, dass Wissenschaftler neue und bessere Technologien erfinden, betonte Michel. Es ist sehr wichtig, dass Wissenschaftler neue und bessere Technologien erfinden, betonte Michel. Man denke zum Beispiel an bessere Batterien für Elektroautos, die dadurch eine größere Reichweite haben werden. „Aber es muss auch für alle Haushalte mit niedrigem Einkommen zugänglich sein.“

„Sie müssen auch in der Lage sein, am Energiewandel teilzunehmen. Der Übergang zu Produkten, die erneuerbare Energien nutzen, wird auf sie die größten Auswirkungen haben.“ Schließlich haben sie sehr wenig Geld zur Verfügung und laufen daher Gefahr, Probleme zu bekommen, wenn sie neue Geräte kaufen müssen, die sie sich nicht leisten können. Gleichzeitig werden Subventionen für innovative Energieanwendungen aus dem Steueraufkommen gezahlt, zu dem sie selbst beitragen.

Es ist offensichtlich, dass dieses Paradoxon existiert. Auch wenn der hohe französische Beamte es nicht ausdrücklich erwähnt hat.

Millionen für Energie-Start-ups

Wie die anderen europäischen Mitgliedsstaaten hat auch Frankreich einen Fahrplan zur Erreichung des EU-Ziels für 2030 erstellt. Jeder EU-Mitgliedstaat muss 45% weniger CO2 ausstoßen als bisher. Alle wirtschaftlichen Prozesse müssen bis 2050 frei von CO2-Emissionen sein. Diese Aufgabe erfordert einen großen Umbruch in der Branche. In Frankreich basiert diese Industrie überwiegend auf Energie aus fossilen und nuklearen Quellen. Frankreich muss die Umstellung auf die Erzeugung erneuerbarer Energien vornehmen. Gleiches gilt für die französischen Haushalte.

Laut dem französischen Klimaschutzbeauftragten hat sich die Regierung verpflichtet, Start-ups zu fördern, die Formen der erneuerbaren Energieerzeugung oder Energieeinsparung entwickeln. Dafür stehen viele Millionen zur Verfügung. In dem Anfang dieses Jahres gestarteten so genannten PSA-Plan hat die französische Regierung zugesagt, die Produktion von erneuerbarer Energie innerhalb von 10 Jahren zu verdoppeln. Dazu werden in erster Linie Wind- und Solarenergie genutzt. Außerdem will das Land vier bis sechs Kernkraftwerke schließen. Frankreich stößt innerhalb Europas relativ wenig CO2 aus, was vor allem auf den starken Einsatz von Kernkraftwerken zurückzuführen ist, von denen einige veraltet sind.

Soziologischer Rahmen

Dennoch ist es das Ziel, dass alle davon profitieren können, sagte Michel. „Es ist wichtig, dass der Staat einen soziologischen Rahmen entwickelt, in dem alle französischen Bürger daran teilhaben können“.

Eine erste Bedingung ist, dass die französischen Bürger zunächst akzeptieren, dass der Übergang tatsächlich stattfinden wird. Andernfalls werden sie nicht mitmachen. „Das ist eine Herausforderung“, so Michel. Aber sobald das erreicht ist, müssen unsere Bürger die Möglichkeit bekommen, zu zeigen, dass sie bereit dazu sind. Das bedeutet, wenn sie Kunststoff recyceln wollen, um Rohstoffe und Energie zu sparen, müssen sie das irgendwo tun können. Das ist es, was die französische Regierung tun muss, wenn es darum geht, die Gesellschaft zu leiten.

Aufforderung zur Einreichung von Vorschlägen

Laut Michel ist das Ziel, französische Gebäude grundlegend zu renovieren, was ihren Energieverbrauch drastisch senken wird. Der Verkehr muss innovativ gestaltet werden. Motoren sollten so weit wie möglich mit Strom und Wasserstoff betrieben werden. Dies gelte auch für schwere Lkw und andere Industrietransporte.

Existenzgründer in Frankreich, die für ihre Ideen auf eine Subvention des französischen Staates zählen konnten. „Im September wurde zu diesem Zweck eine Ausschreibung veröffentlicht“, sagt Michel.

Start-up-Unternehmer in Frankreich, die sich dafür Ideen ausgedacht haben, können auf Subventionen des französischen Staates zählen. „Dafür wurde im September eine Ausschreibung veröffentlicht“, sagt Michel.

Generaldirektor Laurent Michel vom französischen Ministerium für Ökologie und Solidarität Foto: InnoEnergy

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